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"Ma'sum" bedeutet soviel wie: bewahrt, immun, gefeit. Derjenige wird als "ma'sum" bezeichnet, der gegen Fehler, Sünde und Irrtümer immun und geschützt ist. Es ist jemand, der mit dem Auge seines Innern die Wahrheiten der Welt und Schöpfung klar und deutlich sieht und erkennt und infolge seiner Verbindung mit der himmlischen Welt sowie der Unterstützungen, die ihm aus dem "Verborgenen" zuteil werden, Sünde und Verstoß kategorisch meidet und in seiner "heiligen Unfehlbarkeit" Fehlern, Irrtümern und Sünden nicht zugänglich ist. Mit dieser Unfehlbarkeit sind - wie wir aus authentischen Überlieferungen wissen und Verstand und Urwesen argumentieren - die Propheten ausgerüstet worden. Die schiitischen Gelehrten vertreten die Überzeugung, dass auch die rechtmäßigen Nachfolger des Propheten, d. h. die zwölf Imame aus seinem Hause, ebenfalls unfehlbar - "ma'sum" - sind. Sie erbringen dafür fundierte Beweise. Uns nun detailliert diesem Thema zu widmen, würde eine ausführliche Abhandlung erfordern und brachte uns vom eigentlichen Beweggrund, dessentwegen dieses Buch geschrieben wurde, ab. In aller Kürze dazu nur soviel: Die schiitische Welt ist davon überzeugt, dass die Propheten, die zwölf Imame aus dem Hause Hadrat-e-Muhammads (s.a.s.) wie auch Hadrat-e-Fatimah Zahra (as.) unfehlbar, d.h. ma'sum sind. Hierzu einige Begründungen: Der zweite Teil des 33. Verses der Sure 33, Ahzab, lässt uns wissen: "Gott möchte von euch Ahl-Bayt Fehl und Unreinheit fernhalten und euch absolut rein und fehlerlos sein lassen!" Viele Ahadit - aus sunnitischen wie schiitischen Quellen - geben zu verstehen, dass der zitierte Koranvers den Propheten, Ali, Fatima, Hassan und Hussein (a.s.) meint.
Beispielsweise sagte Ayschah in diesem Zusammenhang:
Eines Tages verließ der Prophet in einem dunklen, wollenen Aba das Haus.
Er gab Ali, Fatima, Hassan und Hussein darunter Platz und sagte:
Gott möchte von euch Ahl-Bayt Fehl und Unreinheit fernhalten und
Umm-e-Salamah berichtet:
Eines Tages brachte Fatima-Zahra ein Gefäß, gefüllt mit Harairah, einer
Süßspeise, zu dem Propheten.
Dieser sprach: Lass Ali, Hassan und Hussein kommen. Als sie gekommen
waren und sie sich alle niedergesetzt hatten, um von der Speise zu
essen, wurde die eben zitierte Ayah herniedergesandt. Der Prophet nahm
daraufhin seinen Aba, legte ihn über sie und sprach dreimal:
O Gott! Sie sind mein Ahlul-Bayt. Lass sie frei von Sünde und Fehl, lass
sie rein sein!
Umar Ibn Abi Salamah überliefert:
Der Vers wurde hinabgesandt, als sich der Prophet im Hause
Umm-e-Salamahs befand. Daraufhin rief er Ali, Fatima, Hassan und Hussein
zu sich, legte seinen Aba über sie und sprach:
O Gott! Sie sind mein Ahl-Bayt! Lass sie frei von Sünde und Fehl, lass
sie rein sein!
Umm-e-Salamah fragte:
„0 Gesandter Gottes, gehöre auch ich zu ihnen?“
Er antwortete:
„Auch du gehörst zu den Guten!“
Watilat Ibn Asqa' berichtet:
Als der Prophet eines Tages zum Hause Alis (a.s.) gegangen war, ließ er
diesen, Fatima, Hassan und Hussein (a.s.) vor sich niedersetzen und hob
die beiden Knaben auf seine Knie. Dann legte er seinen Aba über sie alle
und sprach:
O Gott! Sie sind mein Ahl-Bayt. Halte sie frei von Sünde und Fehl, halte
sie rein! Unter anderem haben einige der Gefährten Hadrat-e-Muhammads (s.a.s.) - wie Ayschah, Umm-e-Salamah, Ma'qal Ibn Yassar, Abi-I-Hamra', Anas Ibn Malik, Sa'd Ibn Abi Waqas, Watilat Ibn Asqa', Hassan Ibn Ali (a.s.), Ali Ibn Abi Talib, Abu Sa' Hadari, Zaynab, Ibn Abbas - ähnliche Ahadit im Zusammenhang mit dem eben genannten Koranvers überliefert. Schiitische wie sunnitische Gelehrte haben diese Überlieferungen in ihren Werken niedergeschrieben, wie Galaliddin Suyuti in Dar al Mantur, Suleiman Ibrahim Qanduzi in Yanabi' ul Muwaddah und weitere Gelehrte Ahl-Sunnas. Diesen Überlieferungen ist zu entnehmen, dass nach der Herabsendung dieses Koranverses der Prophet zu den verschiedensten Gelegenheiten, u.a. im Hause Umm-e-Salamahs, seinen Aba über die Köpfe Ali Ibn Abi Talibs, Fatimas, Hassans und Husseins (as.) legte, die genannte Ayah rezitierte und sprach: O Gott! Jene, die unter meinem Aba sind, sind mein Ahl-Bayt. Halte sie frei von Sünde und Fehl, lass sie makellos sein!
Auf diese Weise stellte Hadrat - e - Muhammad (s.a.s.) sein Ahl-Bayt vor
und bestätigte es. Dabei legte er seinen Aba über Ali, Fatima, Hassan und Hussein (a.s.). Auf diese Weise, durch das tägliche Wiederholen dieser Geste wie auch Rezitation dieser Ayah, machte er allen bewusst, wer sein Ahl-Bayt war und ist, um einen Missbrauch des Begriffes "Ahl-Bayt" einen Riegel vorzuschieben. Niemand sollte später unberechtigt den Anspruch, "dem Ahl-Bayt anzugehören", erheben können. Er war so genau, dass er Salamah, als sie den Aba hochhob, um sich ebenfalls unter ihn zu begeben, daran hinderte und tröstend sagte: Auch du gehörst zu den Guten! Während einer langen Zeit wandte er sich, wenn er in der Frühe zum Morgengebet die Moschee aufsuchte, zuerst der Familie Fatimas zu, rezitierte die besagte Ayah, sodass alle ihn hören und niemand diese Tatsache später dementieren konnte. Ali Ibn Abi Talib, Hassan und Hussein (a .s.) erwähnten ebenfalls zu verschiedenen Gelegenheiten und in Gegenwart der Propheten-Gefährten, das die zitierte Ayah im Zusammenhang mit ihnen herniedergesandt worden sei, etwas, dass keiner der Muslime abstritt. Dieser Koranvers sagt aus: Gott will, dass ihr - Ahl-Bayt - frei von Sünde, Fehl und jeglicher Unreinheit sein sollt! – Mit dieser Unreinheit ist keine äußerliche gemeint, da alle Muslime Verunreinigung zu meiden haben. Abgesehen davon: Wäre äußerliche, d.h. körperliche Unreinheit gemeint, so hatte es all der Bekräftigungen, Muhen und Du'as des Propheten nicht bedurft. Dann wäre es Umm-e–Salamah nicht daran gelegen gewesen, sich ebenfalls unter den Aba Hadrat-e-Muhammads zu begeben und dann hatte der Prophet sie gewiss nicht daran gehindert, sich unter ihn zu setzen. Nein, mit dieser in diesem Koranvers angesprochenen Unreinheit ist die innere, das heißt Sünde und Verstoß gegen das göttliche Wort angesprochen worden. Somit bringt dieser Vers dieses zur Sprache: Gott will, dass Ahl-Bayt von Sünde und Fehl rein sei! Dieser göttliche Wille ist keine Forderung mit religionsgesetzlicher (taschri'i) Dimension, d.h., damit wird nicht gesagt dass Gott Ahl-Bayt aufruft, sich von Sünden frei zu machen, denn auch dieses würde sich nicht allein auf Ahl-Bayt beziehen. Schließlich ermahnt Gott alle Menschen, Schlechtes und Hässliches zu meiden. Vielmehr weist diese Ayah auf eine schöpfungsbedingte- und gewollte Reinheit und Unfehlbarkeit hin. Mit anderen Worten: Gott hat bestimmt, dass sich Ahl-Bayt Sünde, Fehl und Irrtums nicht schuldig macht und sich - wenngleich sie, diese engsten Angehörigen des Propheten, Menschen sind und Entscheidungsfreiheit besitzen -wissentlich und willentlich vor Sünde und dergleichen fernhält. Auch der Prophet weist in seiner Kommentation zu diesem Koranvers auf die Unfehlbarkeit seines Ahl-Bayts hin, die in diesem Gotteswort zur Sprache gebracht wird.
Ibn Abbas überliefert in diesem Zusammenhang: Der Prophet sagte: Gott hat die Menschen in zwei Gruppen unterteilt. Ich bin einer der Guten, bin der beste von diesen.
Er sprach: “Fa as7ab almaymana ma as7ab almaymana wa as7ab almasch’ama ma as7ab almasch’ama, wa assabiqun”
Das heißt: Ich gehöre zu den Befähigsten und bin der beste von ihnen.
Wa ja3alna kam schu3uban wa qaba’il litu3arifu an karamakum 3ind allah
tiqakum
Er sprach:
Inama yurid allah liyuzhiba 3ankum arrijsa ahlulbayt wa yutahirkum
tathira Einwand:
Einige sagen, die zitierte Ayah sei kein Beweis für Unfehlbarkeit und
Sündlosigkeit der Genannten, da die Verse vor und nach dieser Ayah, die
Frauen der Propheten betrafen und im Zusammenhang mit diesen
hinabgesandt wurden, d.h. dass diese angesprochen seien. Antwort: Alameh Seyyid Abdul Hussein Scharafiddin erwähnt den eben genannten Einwand und nimmt dazu Stellung:
Erstens:
Zweitens:
Drittens:
Viertens:
Der Gesandte Gottes sagte zu Fatima (a. s.): Dein Zorn ist Gottes
Zorn und deine
Freude ist Gottes Freude!
Der o.g. Hadith wird von Sunniten wie Schiiten akzeptiert und in deren
Schriften gebracht. Voraussetzung zu dem, das in diesem von Ahl-Sunnat und Ahl-Taschayyuh bestätigten Hadith zum Ausdruck gebracht wird, ist das Fatima - Zahra (a.s.) gegen Irrtum und Sünde gefeit und geschützt ist, da nur so gewährleistet sein kann, dass ihre Freude oder Erzürnung wirklich zu Recht bestehen und dem göttlichen Willen entsprechen. Ist sie sündlos und unfehlbar, wird sie niemals über etwas, das nicht Gottes Wohlgefallen findet, erfreut sein und sich andererseits nicht erzürnen über etwas, das Gottes Zufriedenheit erreicht. Nur unter dieser Bedingung und Voraussetzung ist zu sagen: Fatimas Zorn ist Gottes Zorn und Fatimas Freude Gottes Freude bzw. Wohlgefallen. Denn: Wäre sie nicht frei von Fehl, Irrtum und Sünde, könnte nicht so kategorisch festgestellt werden: Ihr Zorn ist Gottes Zorn und ihre Freude die Gottes.
Ein Beispiel hierzu: Angenommen, Fatima wäre nicht frei von Fehlern,
Sünde und Unzulänglichkeiten, - angenommen, sie würde zu Unrecht etwas
von jemandem fordern und es käme infolgedessen zu einer
Auseinandersetzung zwischen ihnen. Angenommen, sie würde auf ihrer
Forderung bestehen, diese aber nicht durchsetzen können und musste eine
Niederlage hinnehmen, über die sie verärgert und verstimmt wäre...
Fatima ist ein Teil von mir. Jeder, der sie erzürnt, erzürnt mich!
Dieser Hadith wird ebenfalls in sunnitischer wie schiitischer Literatur
erwähnt und alle Muslime - selbst Umar und Abu Bakr - bestätigen seine
Rechtmäßigkeit.
Für ihn trifft die gleiche Argumentation zu, die wir zum vorherzitierten
Hadith brachten. Der Prophet ist immun gegen Sünde und Fehl. Das, was
Gottes Missfallen erregt, erzürnt ihn, und ebenso ist er erfreut über
etwas, das auch Gottes Wohlgefallen findet.
Auch dieses ist ein Argument für die Unfehlbarkeit Sayeda Fatima Zahra
(as). Das Buch „Fatima Zahra (ع)“ von Ibrahim Amini kann man beim Islamischen Weg online bestellen. |
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