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Frage:
Ich habe
einen Freund, der in jeder Hinsicht gut ist. Er ist nett und unsere
Beziehung ist sehr gut, jedoch hat er eine schlechte Eigenschaft, die
mich vor ihm abstößt, was ich aber nicht möchte. Ich kann mit ihm nicht
offen über ein von ihm fehlerhaftes Verhalten sprechen und bin verwirrt,
wie ich das Thema angehen soll. Diese schlechte Eigenschaft wird im
Koran als Verrat der Augen bezeichnet.
Mein
Freund ist sich dessen ganz bewusst, dass es unrechtmäßig ist, fremde
Frauen anzustarren, und wenn es wiederholt wird, verwandelt sich das in
einen Pfeil, der seine Augen, sein Herz und seine Seele verunreinigt.
Dennoch schaut er Frauen heimlich und aus dem Augenwinkel hinterher. Er
senkt kurz seinen Blick und guckt dann wieder hinterher. Schlimmer noch,
wenn er mich zu Hause besucht oder wenn wir zusammen andere Freunde
besuchen, senkt er seinen Blick nicht auf den Boden wie gewissenhafte
Menschen, sondern erhebt sein Haupt und schaut dorthin und dahin ohne
Rücksicht darauf zu nehmen, dass vielleicht eine Zimmertür offen sein
könnte und dass ein Kind plötzlich eine Tür öffnen und sein Blick
auf eine Frau kommen könnte. Und wie oft das schon passiert ist, er
schaut zu der Frau, senkt seinen Blick und schaut sie dann noch mal aus
dem Augenwinkel an und er hört nicht damit auf.
Ich
möchte meine Beziehung zu ihm nicht beenden, doch gleichzeitig möchte
ich auch meine Freundschaft zu ihm unter diesen Umständen nicht
fortsetzen. Wenn ich eine religionsgemäße und vernünftige Lösung bekäme,
dann wäre das Problem behoben. Können Sie mich bitte beraten, wie ich
ihm dabei helfen kann.
Antwort:
Wenn du
deine Verlegenheit überwinden kannst und ihn an die Werte und
moralischen Eigenschaften der Gläubigen und Frommen erinnern kannst,
solltest das ohne zu zögern tun. Doch wenn es dir schwerfällt, solltest
du ihm einen anonymen Brief schreiben, in dem du ihm deine Gedanken
vermittelst und möge Allah dir zur Lösung des Problems verhelfen.
Manchmal
gewöhnen sich Menschen an eine bestimmte schlechte Eigenschaft, und dann
wird es schwierig, sich diese schlechten Eigenschaften innerhalb kurzer
Zeit abzugewöhnen. Aus diesem Grund solltest du nach einer Weile wieder
versuchen, ihm Rat zu erteilen, wenn du merkst, dass er sich nicht
geändert hat.
Sprich
ihn in deinen Briefen auf die Werte an, an denen er glaubt und warne ihn
vor den negativen Konsequenzen seines schlechten Verhaltens, wenn er
dabei bleibt, und vor der Bestrafung für den „Verrat des Auges“ am Tag
der Wiederauferstehung. Sprich sein Gewissen an und mach ihn darauf
aufmerksam, dass er sein Image vor seinen Freunden verlieren würde, wenn
er dieses schlechte Verhalten beibehält. Auf all diese Dinge sollst du
ihn in deinen anonymen Briefen ansprechen, und ich möchte ihm und
seinesgleichen in den folgenden Zeilen noch etwas sagen:
Lieber
Bruder, wie würde es dir ergehen, wenn einer deiner Freunde deine Frau,
deine Tochter, deine Schwester usw. anstarren würde?
Stell
dir vor, dass einer deiner Gefährten dieses Verhalten aufzeigen würde,
würdest du dich nicht über sie ärgern und ihnen anraten, dies zu
unterlassen? Und wenn sie nicht darauf hören würden, würdest nicht den
Kontakt zu ihnen abbrechen? Doch vor allem, denke an die Aussage eines
Dichters:
„Verbiete (anderen) nicht eine Angewohnheit, während du sie selbst
ausübst, es ist eine große Schande, wenn du das tust.“
Imam al-Hassan al-Askari (ع) sagte: „Aus Höflichkeit genügt es, dass
du nicht das tust, was dir von anderen ebenfalls missfällt.“
An
dieser Stelle bitte ich diesen Freund über folgende Überlieferungen der
Unfehlbaren, die Gutes für ihn wollen, nachzudenken.
Der Prophet sagte (ص): „Unrechtmäßiges Schauen ist ein Pfeil des
Satans. Wer es aus Furcht vor Allah unterlässt, dem gibt Allah eine
Gläubigkeit, deren Süße er in seinem Herzen verspürt.“[1]
Er (ص) sagte auch: „Wer seine Augen mit Unrechtmäßigem füllt, dem
wird Allah sie mit Feuernägeln am Tag der Wiederauferstehung füllen.“
Amir ul-Mu’minien (Imam Ali) (ع) sagte: „Seid auf der Hut vor dem
Verrat, denn es ist die schlechteste der Ungehorsamkeiten. Ein Verräter
wird für seinen Verrat im Feuer gequält.“[2] Er sagte auch: „Wer seine Augen frei lässt, ermüdet seinen Verstand. Und wessen Blicke eines nach dem anderen folgen, dessen Seufzer setzt sich fort.“[3]
Frage:
Früher haben wir davon gehört, wie Mädchen von Jungs auf der Straße und
über das Telefon belästigt wurden, doch heutzutage erleben wir das
Gegenteil.
Mein
einziger Sohn, der einmal studieren und mit einem hohen akademischen
Grad absolvieren soll, wird mit den Telefonanrufen eines Mädchens
regelrecht gejagt. Sie lässt das Telefon fünf, sechs oder sieben mal pro
Tag klingeln, sogar in den Ruhezeiten, und wenn ich rangehe, spricht sie
nicht und sie hört auch nicht damit auf, obwohl ich sie am Telefon
beschimpft habe. Ich fragte meinen Sohn, ob er eine Beziehung mit einem
Mädchen hat und er verneinte. Ich weiß, dass er die Wahrheit gesagt hat.
Wir vereinbarten, dass er das nächste Mal den Hörer hebt und vorgibt,
als hätte er auch Interesse, um so zu erfahren, wer das Mädchen ist. Als
das Telefon klingelte, nahm er den Hörer ab, ich kam näher um
mitzuhören. Sie sagte mit einem sanften Ton: „Ich bewundere dich und
mein Leben ist eine Hölle ohne dich. Ich will nur deine Liebe. Kannst du
meine Liebe erwidern?“
Mein Sohn, dessen Gesicht rot angelaufen war und mit der Stimme zögerte,
sagte ihr dann: „OK, aber wie kann ich dich sehen, wie ist dein Name und
wo wohnst du?“
Als sie
sich sicher fühlte, hat sie sich vorgestellt, sie war die Tochter
unseres Nachbarn, mit dem wir überhaupt keine Beziehung hatten. Ich bin
verwundert über Väter und Mütter, die ihre Kinder nicht im Auge
behalten. Wo bleibt Schüchternheit und Zurückhaltung? Wo bleibt Religion
und Fürsorge? Ist das der Wert eines muslimischen Mädchens? Bitte sagen
Sie mir, gibt es denn kein Bewusstsein mehr für Reinheit und Würde?
Antwort:
In dieser Frage steckt auch die ganze Antwort für Menschen, die mit Herz
und Verstand zuhören. Das Problem selbst zeigt sich in der Frage, die
den Bildungsmangel und die Religionsschwäche aufdeckt. Die Krise klopft
an der Tür, wenn sie denn nicht schon einige Häuser betreten hat!
Ich
kenne etliche, die unter diesen schlechten Dingen leiden, die uns über
die ausländischen Filme erreicht haben. Und noch schlimmer sind die
arabischen Filme selbst, die seit den 50er Jahren einen verderblichen
Einfluss auf unsere Gesellschaften haben. Die Satelliten-Sender zeigen
diese Filme weiterhin, wo doch ihre Schauspieler in der Hölle schmoren.
Leider
werden in muslimischen Ländern muslimische Schauspieler und Geld aus
muslimischen Kassen zum Ungehorsam gegenüber Allah eingesetzt und zum
weiter Wegrücken des Islam aus dem Alltag der Muslime, und davon sind
Generationen betroffen.
Allahs
Fluch sei auf jenen Ersten, der die Grundlage für Unrecht, Verworfenheit
und Abweichung unter den Muslimen geschaffen hat und auf den Letzten
seiner Anhänger!
Jene
Väter, die sich nicht um die Ehre ihrer Töchter kümmern, sind selbst
Opfer von diesen irreleitenden Filmen und Medien. Was soll man bei
solchen Missständen noch von den Töchtern erwarten?
Mein
Vorschlag zur Lösung dieses Problems wäre, mit der Familie des Mädchens
zu sprechen und ihnen anzuraten, sie früh zu verheiraten, denn wenn ein
reifer Apfel nicht gepflückt wird, wird er verderben und zu Boden
fallen, und dann wird er zertreten oder von Tieren gefressen. So würde
es dem verliebten Mädchen ergehen, wenn Sie nicht verheiratet wird.
Dies
wird von vielen Eltern dieser Zeit nicht verstanden und der Grund dafür
ist, dass Sie die Religion aus ihrem Alltag verbannt haben.
Liebe
Schwester, was deinen Sohn betrifft, so solltest du mit ihm ganz offen
sprechen. Wenn er sein Studium ohne kontinuierliches Denken an das
andere Geschlecht fortführen kann, dann wäre das besser für ihn. Wenn er
jedoch unter dem Druck des sexuellen Verlangens leidet, wäre es besser,
wenn er heiratet, damit er sich dann auf sein Studium konzentrieren
kann, sonst würde er weder erfolgreich sein Studium absolvieren noch bei
guter seelischer und körperlicher Verfassung bleiben können.
Natürlich ist es ziemlich schwierig, den Anforderungen des Studiums und
der Ehe gleichzeitig zu genügen, doch wird dies mit einem starken Willen
zu überwältigen sein, einem Willen, mit dem Schwierigkeiten souverän
angepackt und eine zufriedene und einfache Ehe, frei von aufwendigen
Verschwendungen, geführt werden kann.
Es
obliegt dem vernünftigen Menschen, die Nutzen einer Ehe mit
gleichzeitigem Studium und die Nachteile der erdrückenden Lust
abzuwägen, und dann seiner Vernunft und den Empfehlungen der Religion zu
folgen.
Frage: Ich bin eine junge Frau aus einer
religiösen Familie und bin selbst religiös in jeder Hinsicht, Allah sei
Dank! Ich habe eine Schulfreundin, mit der ich öfters Zeit verbringe,
die jedoch nicht religiös ist. Sie interessiert sich nur für die
Nachrichten über Sänger, Sportler, Teenagerangelegenheiten,
Belästigungen und dem Austausch von Briefen mit jungen Männern, obwohl
sie selbst noch sehr jung und erst sechzehn Jahre alt ist. Können Sie
bitte an dieser Stelle die Jugendlichen, die Väter und die Mütter mit
den notwendigen Empfehlungen aus islamischer Sicht ermahnen. Vielen Dank
für ihre Bemühungen, uns die Richtung in ein glückliches Leben im
Diesseits und im Jenseits zu weisen.
Antwort: Vielen Dank für deine Worte, liebe
gläubige und diskrete Schwester. Deine Sorge um deine Freundin und die
Pflege deiner Religion zeugt von einer guten Erziehung. Ich hoffe du
machst weiter auf diesen Weg, bis du deine ewige Glückseligkeit
erreichst.
Das Problem, das du angesprochen
hast, ist Teil der bitteren Realität, die Väter und Mütter versuchen zu
verdrängen und denken, sie könnten somit das Verhalten ihrer
heranwachsenden Töchter decken. Ich denke, dass Gleichgültigkeit
gegenüber solchen Mädchen sie nur noch mehr zu Verdorbenheit ermutigt,
und diese Sache zu decken ist nur dumm, weil solche Mädchen nur noch als
Beute für andere dienen und die Skandale um sie werden von Mund zu Mund
weitergeleitet.
Zunächst muss ich erwähnen, dass das
Problem in erster Linie bei den Eltern liegt, denn indem diese ihre
Kinder fern der Religion und der Liebe erziehen, befördern sie sie auf
den Weg der Verdorbenheit, und wenn dann eine Tragödie passiert, halten
sie eiligst Ausschau nach Lösungen, doch werden sie keine finden, auch
wenn sie vor Kummer und Reue weinen.
Wenn nur diese Eltern, die der
Religion den Rücken gekehrt und sich ihrer Verantwortung entzogen und es
versäumt haben, ihre Kinder mit Liebe und Zuneigung zu erziehen, auch
wenigstens auf westliche Gelehrte hören würden.
Dr. Raymond Pages sagt: „Das erste
Bild, das sich ein Kind von Gott macht, entsteht über die Beziehung mit
seinen Eltern. Auch das erste Verständnis von Gehorsamkeit, Vergebung
und Aufrichtigkeit steht in engem Zusammenhang zu der Lebensführung
seiner Familie. Mag sein, dass Eltern nicht die passende Gelegenheit
finden, ihr Kind zu lehren und sein Denken zu fördern, also müssen sie
mit voller Entschlossenheit, Willen und Wachsamkeit Gott den Kindern auf
die beste Weise vorstellen, dabei können sie sich auf zwei Quellen
beziehen: Religion und Natur.“[4]
Liebe Tochter, was deine Situation
mit der vom Weg abgekommenen Freundin betrifft:
Erstens, gehe mit ihr sachte und
fürsorglich um, sowie du mit einem kranken Mensch umgehen würdest, der
viel Fürsorge braucht. Du kannst ihr religiösen Rat erteilen und mit
Natürlichkeit und Gewissen mit ihr sprechen, weil du den Glauben, die
Moral und die Geduld dazu hast. Du solltest ihr klarmachen, dass der
Zweck ihres Daseins darin liegt, die Genüsse des Paradieses zu erlangen.
Der Islam verbietet nicht die Genüsse dieses Lebens, vorausgesetzt man
erlangt sie auf rechtmäßige Weise.
Zweitens, wenn sie heiraten kann,
kannst du mit anderen religiösen Frauen, die sich mit diesen
Angelegenheiten auskennen, das Prozedere in Gang bringen.
Drittens, bringe, während du sie
berätst und warnst, die abschreckenden Aspekte der islamischen Lehre mit
ein – ich meine, was den Tod betrifft: der Druck des Grabes und seine
Einsamkeit und Dunkelheit für jene, die Allah nicht gehorchen. Es wird
in Überlieferungen erwähnt, dass „derjenige, der das Feuer fürchtet,
unrechtmäßige Dinge unterlässt.“ Sage ihr, dass der Allmächtige Allah
den Menschen in den Schwierigkeiten und Schrecken des Tages der
Wiederauferstehung stellen wird, um ihn für seine Taten zur
Verantwortung zu ziehen. Allah sagt im Heiligen Koran:
„Wahrlich, das
Gehör, der Blick und das Herz, alle diese sind hierfür verantwortlich.“[5]
Es gibt viele Geschichten, die beim
Anleiten einer Person einflussreich und hilfreich sein können, und Allah
wird dich dafür belohnen.
Geschichten über Unfälle zeigen in
unserer heutigen Zeit, dass die meisten Todesopfer ahnungslose
Jugendliche sind. Der Tod kann ganz unvermittelt und schlagartig
eintreten, ist es nicht so?
Und wenn sie letztendlich nicht auf
dich hört und du stellst fest, dass sie auf dich abfärben könnte oder
deinen Ruf schaden könnte, solltest du ohne zu zögern den Kontakt zu ihr
abbrechen, denn wie der Prophet (ص) sagte „ein starker Gläubiger ist
besser als ein schwacher Gläubiger“.
Frage: Ich bin ein zwanzig-jähriges
Mädchen. Ich lebe am Rande eines Nervenzusammenbruchs, dass ich nicht
einmal mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten habe, ein glückliches
Leben führen zu können. Unser Haus ist wie ein Kampfring, in dem nur das
Gejammer und der Geschrei meiner Geschwister herrschen. Wir streiten uns
über fast alles und sind uns nie einig über eine Sache. In jeder
Situation stehen wir gegen einander und runzeln die Stirn. Keiner von
uns respektiert den anderen, obwohl jeder weiß, dass dies ein schlechtes
Verhalten ist, aber wir wissen nicht, wie und warum wir so geworden
sind. Wie können wir diese Situation ändern? Haben Sie bitte eine Lösung
für unser kompliziertes Problem?
Antwort: Uneinigkeit zwischen Menschen ist
bis zu einem gewissen Grad etwas ganz natürliches, weil jeder Mensch
seine eigene Vorstellung und Denkweise hat. Jedoch kann diese
Unabhängigkeit, wenn sie nicht moralischen Grenzen unterliegt, in das
ausarten, was du in deinem Haus siehst, was eher einem Dschungel oder
einem Zoo gleicht. Und es ist nur zu natürlich, dass dies deine Nerven
strapaziert und dir und den anderen Misserfolge bringt.
Die Gründe sind unter anderem
folgende:
1. Das Fehlen der religiösen
Atmosphäre im Haus, die z.B. durch das Rezitieren des Korans,
Bittgebete, religiöse Treffen und das Lesen islamischer Geschichtsbücher
hergestellt werden kann.
2. Das Versäumnis der Eltern, Liebe
und kooperierenden Teamgeist in ihren Kindern zu wecken.
3. Das Gefühl der Kinder, dass es
beim Umgang mit ihnen seitens der Eltern an Gerechtigkeit und Fairness
mangelt.
4. Permanentes Intervenieren in ihre
Angelegenheiten führt zu Faulheit und Unselbständigkeit, stattdessen
sollte ihr Selbstvertrauen gefördert werden, um ihre Probleme zu lösen
und ihre Ziele zu erreichen.
5. Wünsche und Erwartungen, die
unmöglich zu realisieren sind, außer durch harte Arbeit.
6. Zu kleines Haus und das Fehlen
von Dingen für den täglichen Bedarf in einem Familienhaus.
Der Ausweg aus dieser Lage besteht
in den folgenden Schritten:
1. Eine angespannte Person sollte
sich entspannen.
2. Wenn sich Uneinigkeits- oder
Streitsituationen anbahnen, sollte sie sich diesen fernhalten.
3. Sie sollte den Umgang mit guten
Nachbarn pflegen, Freundschaften mit guten Menschen schließen und sie ab
und zu besuchen.
4. Sie sollte sich auf rechtmäßige
Weise vergnügen und einige Zeit in der freien Natur verbringen und die
schönen Szenen der Natur beobachten.
5. Sie sollte Allah gedenken, Koran
und Bittgebete rezitieren und gute Bücher lesen.
6. Sie sollte Comicbücher lesen,
wenn sie sich müde oder erschöpft fühlt, denn manchmal reicht nur ein
kleiner Scherz oder ein Lachen aus und schon ist jeder Streit beigelegt.
Zum Schluss erwähne ich noch eine
Situation, die sich vor mir bei einem meiner Verwandten abgespielt hat.
Wir saßen im Wohnzimmer und ich hatte die Fernbedienung in der Hand. Und
jedes Mal wenn Gesang oder Musik kam, wechselte ich entweder den Sender
oder schaltete auf stumm. Währenddessen fragte mich einer der Jungs nach
der Sicht des Islam über Musik und ich antwortete ihm, dass es
unrechtmäßig sei. Er diskutierte mit mir und ich erklärte ihm die vielen
Nachteile vom Musikhören, und er diskutierte mit mir wieder. Sein Vater
wurde sauer auf ihn, und dann bevor sein Vater noch zorniger werden und
ihn noch mehr beschimpfen würde, richtete ich die Fernbedienung auf den
Mund des Vaters, als wollte ich seinen Ton damit leiser stellen! Ich
brachte ihn zum Lachen und dann lachten alle mit ihm. Der Moment war
geprägt von Freude und Spaß anstatt von Streit und Unstimmigkeit. Und
danach bin ich detailliert auf das Thema Musik und ihre schädliche
Auswirkungen eingegangen.
Frage: Können Sie mir bitte sagen, wie
ich mich vor Sorge, Zerstreutheit, Geistesabwesenheit und
Vergesslichkeit bewahren kann? Ich wäre Ihnen sehr verbunden.
Antwort: Hier sind zwanzig Punkte, wenn du
diesen folgen würdest, wäre ich dir sehr verbunden:
1. Stehe früh genug auf, damit du
genügend zeit hast, deine Termine oder Aufgaben in Ruhe durchzugehen.
2. Frühstücke gut und haste nicht
beim Essen.
3. Verschiebe nicht die Arbeit von
heute auf morgen, denn an jedem Tag fällt neue Arbeit an.
4. Schließe Freundschaften mit
Menschen, die eine gute psychologische Verfassung haben.
5. Nimm dir jeden Tag etwas Zeit, um
in der Stille tiefgründig über ethische Angelegenheiten und Gottesdienst
und die Antworten darüber nachzudenken: Woher komme ich? Was bin ich
jetzt? Wohin werde ich nach dem Tod gehen?
6. Mache jeden Tag einige
Leibesübungen, sei es auch nur für eine halbe Stunde.
7. Danke Allah für den Segen, den du
hast, und bausche deine Probleme nicht auf.
8. Schreibe auf, was du jeden Tag
machen willst.
9. Denke gut über die Konsequenzen
des Gesagten nach, bevor du sprichst.
10. Gönne deinem Körper Entspannung
und Auszeit und betreibe Schwimmen.
11. Atme so tief durch wie es nur
geht.
12. Mache dir keine Sorgen über das,
was du nicht erlangen kannst.
13. Lebe dein Leben aufrichtig, und
denke über deinen Zustand und über dein Umfeld nach.
14. Lache wenig, und wenn du weinst,
dann weine viel! Mache dein Lachen und dein Weinen zur Freude deines
Herzens und zur Behaglichkeit deiner Nerven.
15. Esse nicht mehr als du brauchst!
16. Verspreche niemandem, was du
nicht erfüllen kannst, und wenn du Versprechen machst, dann sage „Inshallah“!
17. Schäme dich nicht zu sagen
„Entschuldigung, Ich kann nicht, … Ich weiß nicht“, wenn du wirklich
nicht kannst oder nicht weißt!
18. Sei meist ein guter Zuhörer, und
wenn du sprichst, sprich soviel wie dafür notwendig ist, um deine
Gedanken zu vermitteln und zu erklären! Versuche dir eine gewandte und
schöne Redeweise anzueignen.
19. Lese soviel du kannst
politische, wissenschaftliche und kulturelle Nachrichten und halte dich
auf den Laufenden.
20. Denke über das Paradies und das
Glück, das du dort erlangen wirst und stelle dir vor, dass du für immer
darin verweilen wirst, aber halte dir immer vor Augen, dass du in der
Gegenwart die Mühe dafür aufbringen musst.
Frage: Zuhause ist mein Vater immer
zornig mit uns, aber woanders ist er stets freundlich zu den anderen,
wie erklären Sie diesen Dualismus?
Antwort: Dieses Verhalten rührt von seiner
Unzufriedenheit mit sich selbst und mit seinem Eheleben her. Es
bedeutet, dass er in seinem Leben auf etwas gehofft hat, doch erlitt er
eine Enttäuschung, die entweder mit seiner Person selbst oder mit seiner
Familie in Zusammenhang steht. Und diese Sache verursacht großen Druck
auf seinem Herzen, seine geistige Verfassung und seine Nerven. Wann
immer er sich seiner unerreichten Ziele bewusst wird, leiden seine
Nerven darunter und er wird aufgebracht und aufgrund dessen ärgert er
sich über die trivialsten Dinge. Aus diesem Grund schüttet er sein Ärger
auf die ihm nächststehenden, weil er weiß, dass diese ihn nicht
verlassen werden, wobei andere ihm einfach den Rücken kehren und ihn
verlassen würden. Er lässt seinen Ärger zuhause raus, damit er seine
Freunde außerhalb des Hauses nicht verliert.
Menschen, die dieses Verhalten
aufweisen, mögen eigentlich gutes Benehmen und versuchen damit gegenüber
anderen ihre Fehler zu verstecken, und das macht ihm zu schaffen. Was
der Grund auch sein mag, ich empfehle dir, geduldig mit ihm zu sein und
sein Verhalten zu ertragen und gehe mit ihm respektvoll um, denn er ist
in schlechter seelischer Verfassung und braucht viel Fürsorge. Wenn es
möglich ist, solltest du ihm helfen, seine Ziele, wenn sie denn legitim
sind, zu erreichen, dadurch wird sein Gemüt ruhiger und bei euch kehrt
wieder Ruhe ein. Frage 57: Wie sollen wir jemanden ansprechen, der ständig scharfe Kritik an anderen übt?
Frage: Seit einiger Zeit kritisiert meine
Mutter jeden, der nur den kleinsten Fehler begeht und so wurde sie zum
Mittelpunkt von Klatschereien und zur Hauptursache von
Meinungsverschiedenheiten in der Familie. Meine Freunde besuchen mich
nicht mehr wegen ihr. Wir trauen uns nicht mehr, uns vor ihr
auszusprechen, insbesondere seit dem sie wütend auf meine Schwester ist,
die das einmal versucht hat. Wir wissen nicht, wie wir mit ihr umgehen
sollen. Sie hat zwar Recht in ihrer Kritik über die anderen, aber wir
wollen nicht mit anderen in Schwierigkeiten geraten, weil viele Leute
heutzutage keine Kritik vertragen können, geschweige denn von meiner
Mutter, die gnadenlos, scharf und stechend in ihrer Kritik ist. Wir
hoffen von Ihrem Rat bezüglich dieser Angelegenheit einen Nutzen zu
ziehen.
Antwort: Ältere Menschen leiden oft an
schwachen Nerven, und deshalb ertragen sie Dinge nicht, die sie stören.
Wenn sie religiös sind, machen sie Verstöße und Ungehorsam wütend; wenn
sie es nicht sind, machen sie Dinge, die nicht ihren Vorstellungen und
Wünschen entsprechen wütend; wenn sie krank sind, machen sie laute
Geräusche und Lärm wütend…usw.
Eine dieser Gründe macht aus deiner
Mutter eine harte Kritikerin, was auch Ärger mit sich bringen kann. Um
dieses Problem zu beheben, schlage ich vor:
1. Ihr solltet sie vor allem
fernhalten, was ihre Nerven strapaziert, d.h. Dinge, die sie zur Kritik
bringen, dürfen nicht mehr in ihrer Anwesenheit passieren.
2. Bittet die Personen, die sich mit
ihr treffen, nichts zu machen, was ihre Kritik auslöst und an ihre
Nerven zerrt.
3. Ihr solltet ihr gegenüber
Nachsicht üben und euch ihres kranken psychologischen Zustands bewusst
werden und dass sie eure Fürsorge, Toleranz und Geduld braucht.
4. Ihre Nahrung sollte zum größten
Teil aus kalten Speisen bestehen wie z.B. Joghurt, Obst und Gemüse und
dergleichen.
5. Findet eine Person, die durch
ihre Freundschaft und Weisheit Einfluss auf sie haben kann, denn egal
wie fanatisch ein Mensch auch ist, durch Freundschaft kann er moderater
werden.
6. Du kannst mit ihr zusammen zu
Vorträgen gehen und mit dem Vortragenden vereinbaren, Themen
aufzugreifen, die zur Änderung ihrer Einstellung beitragen können. Von
Vorteil wäre, wenn der Vortragende auf drei Hauptpunkte eingeht:
Erstens: Fehler zu machen ist etwas
natürlich Menschliches. Der Mensch ist weder ein Engel noch ein Tier, er
ist eine Mischung aus beiden. Die Propheten, die zu den Menschen gesandt
wurden, wurden dazu angewiesen, freundlich zu ihnen zu sein.
An dieser Stelle möchte ich die
Geschichte eines der Propheten erwähnen, von dessen Blick die Schleier
für einige Zeit entfernt wurden (d.h. Gott gewahr ihm, Dinge zu sehen,
die das normale Sehvermögen des Menschen nicht sehen kann). Jedes Mal
wenn er unrechtmäßige Handlungen in den Häusern der Menschen sah,
verfluchte er sie und bat zu Allah, er möge sie mit einer Plage
bestrafen. Allah offenbarte ihm: „Ich weiß mehr über sie als du und es
gebührt mir eher, sie zu verdammen und zu bestrafen, doch meine
Barmherzigkeit geht meinem Zorn voraus. Ich habe dich zu ihnen gesandt,
damit du sie zu meiner Barmherzigkeit einlädst und nicht um meinen Zorn
über sie anzurufen.“
Über die göttliche Barmherzigkeit zu
sprechen, kann dabei helfen, Extremismus und den Hang zur Kritik, sowie
bei deiner Mutter, zu reduzieren, sowie das Sprechen über die göttliche
Bestrafung Ausschweifungen zügeln kann.
Zweitens, „das Rechte gebieten und
das Schlechte verwehren“ sollte auf eine höfliche und angemessene Art
und Weise erfolgen, wenn dies nicht gegeben ist, ist es unakzeptabel und
fehlerhaft.
Gute Redner erklären den Menschen,
dass sie Kritik auf eine höfliche, freundliche, kluge und akzeptable Art
und Weise ausüben sollen, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Zweck
verloren geht und das Problem komplizierter wird, und das an sich ist
ein größerer Fehler als der Ausgangsfehler.
Drittens sollte ihr der Umgang des
Propheten (ص) und der unfehlbaren Imame (ع) mit Übeltätern
dargestellt werden. Allah sagte
„Rufe auf zum Weg deines Herren mit Weisheit und guter Ermahnung, und
diskutiere mit ihnen auf eine bessere Art und Weise.“[6] In dieser Hinsicht möchte hier erwähnen, dass es wohl von uns gefordert ist, Rat zu geben, das Rechte zu gebieten und das Schlechte zu verwehren, weil sie religiöse Pflichten, ethische Notwendigkeiten, soziale Bedürfnisse und zivilisiertes Benehmen sind. Dennoch sind Weisheit, gute Manieren und schlagkräftige Argumentation unabdingbare Voraussetzungen. Jene, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sollten sich lieber still verhalten, da sie eine Situation eher verschlimmern und den Zweck der Kritik verfehlen würden. Der Islam möchte keinen Bogenschützen ohne Bogen oder einen Gelehrten ohne Wissen. Frage 58: Wie können wir mit dem Phänomen unserer Zeit „Depression“ umgehen?
Frage: Wie Sie sicherlich wissen, ist
Melancholie die typische Krankheit unserer Zeit. Psychologische Kliniken
sind überfüllt mit kranken Menschen, deren Leben durch Melancholie aus
den Fugen geraten ist. Ich habe einen melancholisch introvertierten
Vater. Obwohl er erst vierzig Jahre alt ist, sieht er aus wie siebzig.
Dieser Zustand macht unser Familienleben schwer. Ich bin 15 Jahre alt,
aber ich weiß nicht was meinen Vater soweit gebracht hat. Hat der Islam
Lösungen, auf die man zurückgreifen kann, um solchen kranken Menschen zu
helfen? Würden Sie bitte ausführlich auf dieses Thema eingehen, denn es
gibt viele Menschen wie mich, die diesbezüglich dringend Rat brauchen.
Antwort: Der Islam hat für alles eine
Lösung. Er legt die Maßnahmen zur Heilung der Melancholie und ähnliches
dar und betont ausdrücklich ihre Vorbeugung. Im Folgenden fasse ich die
Antwort in fünf Punkten zusammen:
Erstens: Die Überlieferungen des
Propheten (ص) und der unfehlbaren Imame (ع) haben auf
„Melancholie“ Bezug genommen und sie als ein „Kummer“ und „Leiden“
bezeichnet. Und sie haben die Muslime gewarnt und ihnen mitgeteilt, dass
„wenn der Kummer zunimmt, der Körper krank wird“ und „Kummer ist die
Hälfte der Greisenhaftigkeit“ und „Kummer ist die Krankheit der
Geisteshaltung“.
Langeweile, üble Laune,
Appetitlosigkeit, körperliche oder psychologische Schwäche,
Schlafstörungen, Labilität, Geistesabwesenheit, Pessimismus,
Erschöpfung, Schuldgefühle, Trägheit, keine Freude zu empfinden
angesichts schöner Naturszenen oder anderer schöner materieller Dinge,
Vernachlässigung der eigenen Gesundheit und dem Leben keine Bedeutung
beimessen, das alles sind Eigenschaften von melancholischen Menschen und
wurden in Überlieferungen in bestimmten Zusammenhängen erwähnt.
Zweitens: Es gibt da einen engen
Zusammenhang zwischen Melancholie und der Kultur des Individuum und der
Gesellschaft. Manche religiöse und soziale Kulturen führen durch ihre
tragischen literarischen Werke, ihre traurige Musik und das Weinen zu
Melancholie, so wie es in den östlichen Ländern verbreitet ist. Was die
westlichen Länder betrifft, so treibt die Loslösung von
Familienbeziehungen die Menschen in die Melancholie, als sie sich
alleine dastehen sehen mit niemandem, mit dem sie ihre Freuden und
Sorgen teilen können. Darauf ist auch die zunehmende Suizidrate in den
westlichen Ländern, in denen Familienbeziehungen vernachlässigt werden,
zurückzuführen, während in Japan, wo der Familienzusammenhalt
aufrechterhalten und die Beziehungen gepflegt werden, die Suizidrate
sehr niedrig ist, zugleich verzeichnen die religiösen und ländlichen
Gesellschaften die niedrigste Suizidrate und sind am wenigsten betroffen
von Melancholie, weil in solchen Gesellschaften die Religion den Suizid
als ein Mord ansieht, der mit dem ewigen Aufenthalt in der Hölle
vergolten wird. Ferner leistet die Religion den sentimentalen und
spirituellen Bedürfnissen des Menschen Genüge und gibt ihm Kraft, sich
an Veränderungen anzupassen und kurbelt in ihm positive Antriebskräfte
an, die der Melancholie standhalten.
Drittens: Die auslösende Ursache für
Melancholie muss definiert werden, denn es sind nicht die gleichen
Ursachen für alle Menschen, sondern sie unterscheiden sich von Fall zu
Fall. Als Ursache kann z.B. für jemanden der Mangel an Liebe und
Zuneigung sein und für einen anderen die Anstauung von seelischem
Leiden, oder Gewissensbisse nach dem Begehen einer Sünde bzw. Gräueltat,
Enttäuschung, der Tod einer geliebten Person, Auswanderung und fern der
Familie und Verwandten sein, großer finanzieller Ruin oder Armut und
Bedürftigkeit.
Viertens: Wie kann man diese
Krankheit erfolgreich behandeln?
Moderne psychologische Anstalten
greifen bei der Behandlung dieser Krankheit auf Beruhigungstabletten
zurück, wie Valium oder andere glücksstimulierende Mittel, und wieder
andere Kliniken bevorzugen Elektroschocks. All diese Behandlungen werden
von der Islamischen Medizin abgelehnt, die die zunächst auf Vorsorge
beruht und dann auf Heilung.[7]
Zur Heilung dieser Krankheit
beschreibt der Islam folgendes:
1. Eine kalte Dusche nehmen, und
insbesondere das kalte Wasser über den Kopf brausen lassen; Imam Ali (ع)
sagte: „Wenn jemand Kummer hat, den er nicht bestimmen kann, dann soll
er sich sein Kopf waschen“.[8]
2. Kleidung waschen und schlechte
Gerüche entfernen, was bedeutet sich im Allgemeinen sauber zu halten;
Imam Ali (ع) sagte: „Seine Kleidung zu waschen, nimmt den Kummer und
die Sorgen“.[9]
3. Gott viel erwähnen, insbesondere
indem man folgendes sagt: „Es gibt keine Macht außer in/mit Allah“; der
Prophet (ص) sagte: „Das Sagen von ‚Es gibt keine Macht außer in/mit
Allah‘ hat eine Heilung vor 99 Krankheiten, die kleinste davon ist
Kummer“[10]. Imam Sadeq (ع) sagte: „Wenn der
Kummer zunimmt, erwähne „Es gibt keine Macht außer in Allah“[11].
4. Trauben essen hilft, wie es in
den Überlieferungen des Propheten (ص) und der unfehlbaren Imame (ع)
berichtet wird.[12]
Fünftens: Schutz ist die effektivste
Art und Weise vor Melancholie und Introvertiertheit. Der Islam hat
konstruktive Lehrmethoden entwickelt, um jeden negativen Zustand, der
die Behaglichkeit und das Glück eines Menschen zerstören kann, zu
verhindern. Zunächst baut der Islam den Glauben in einem Menschen auf
und dann festigt er diesen Glauben bis der Mensch das Niveau erreicht,
in dem er von der Weisheit Allahs überzeugt ist und sich zufrieden gibt
mit dem Schicksal, das Allah für ihn bestimmt hat.
Der Prophet (ص) sagte: „Allah
ließ durch seine Weisheit und Gunst Behaglichkeit und Freude mit
Sicherheit und Zufriedenheit einhergehen und Kummer und Sorgen mit
Zweifel und Unzufriedenheit.“[13]
Ein wahrer Gläubiger sieht die
Gründe für Melancholie als belanglos an, insbesondere wenn er folgenden
Koranvers rezitiert: „Es kann sein, dass ihr etwas hasst, und Gott
veranlasst darin viel Gutes.“[14] Ein wahrer Gläubiger beneidet andere nicht, weil er weiß, dass „Neid die guten Taten frisst, wie das Feuer das Feuerholz frisst.“ Imam Ali (ع) sagte: ‚Ich habe niemand ungerechteren gesehen als denjenigen der beneidet: ständiges Keuchen, aufgewühltes Herz und endlose Sorgen‘[15]. Ein wahrer Gläubiger trachtet nicht nach den materiellen Freuden dieses Lebens, weil er das islamische Konzept kennt über das irdische Leben, „es enttäuscht, zerstört und scheidet dahin.“[16]
Ein wahrer Gläubiger unterwirft sich
der Überlieferung vom Imam as-Sadeq (ع), die besagt: ‚Das irdische
Leben zu lieben verursacht Kummer und Sorge, und sich davon loszulösen
bereitet dem Herzen und dem Körper Behaglichkeit‘[17].
Ein wahrer Gläubiger hechelt nicht
nach seiner Lust und Laune, die in seinem Inneren schlummern und denkt
auch nicht darüber nach, denn er hat die Ermahnung des Propheten gehört
(ص): ‚Die Lust eines Moments kann lang andauernde Sorge bringen‘[18].
Daher schützt sich ein Gläubiger
bevor er in Melancholie verfällt. Das ist das Schutzschild des Glaubens,
das den Menschen vor Melancholie und dergleichen bewahrt.
Lieber Bruder, lies diese Antwort
deinem Vater vor und sage ihm:
1. Glaube an Allah und gehe mit der
Hoffnung vor, das Glück des Paradieses zu erlangen, weil diese Haltung
den Menschen für die Erschwernisse des Lebens Geduld und Ausdauer
verleiht.
2. Sei aktiv und nicht träge.
3. Keine Fehler zu machen, ist kein
Grund stolz zu sein. Stolz gebührt eher jenem, der seine Fehler meistert
und sie behebt.
4. Lieber Vater, erhebe dich und
bringe Licht auf deinen Weg und auf den Weg anderer, weil eine
umgedrehte Kerze kein Licht gibt.
5. Hast du über Blumen nachgedacht
und ihre Düfte gerochen? Wenn es keine Blumen im Leben gäbe, wären die
Szenen der Schönheit unvollständig.
6. Glück ist eine Gabe von Allah.
Warum erhebst du nicht deine Hände Richtung Himmel, um diese Gabe zu
erhalten?
Schließlich kannst du ihm sagen,
dass Sorge, Unmut, Angst und Melancholie den Menschen von Allah
fortnehmen und deshalb sollte er Allah gedenken und Ihm nahe sein, um
frei von all diesen psychischen Krankheiten zu sein. Sage ihm: „Komm
schon, vergiss die Vergangenheit und ändere deinen und unseren Zustand
zum Besseren durch die Hilfe Allahs.“ Frage 59: Kann der Glaube heutzutage trotz der Fülle von Versuchungen verbreitet werden?
Frage: Schwacher Glaube und mangelnde
Überzeugung sind heutzutage weit verbreitet. Unsere bejahrten Eltern
sagen uns, dass früher der Glaube viel stärker war. Glauben Sie, dass es
heute möglich ist, parallel zur großen Verdorbenheit und der Mittel zur
Abweichung, die sich überall Zugang verschafft haben und sogar über TV,
Video und Internet in unsere Häuser eingedrungen sind, Glauben zu
verbreiten.
Antwort: Wenn man weiß, dass der Glaube an
Gott Ruhe und Leichtigkeit im Herzen erzeugt, was wiederum Glück und
Erfolg mit sich bringt, so führt das zu einem angenehmen und glücklichen
Leben.
Wenn man aufrichtigen Herzens
glaubt, dass Gott (Allah) einen beschützt und unterstützt, und wenn man
weiß, dass der Glaube an Gott einen dazu auffordert, Gott zu gedenken,
und dass dieses Gedenken Ruhe im Herzen erzeugt, was die Basis für ein
erfolgreiches Leben ist, dann wird man den Wert der Religion kennen und
sich vom Verderben fernhalten. Man wird sich fragen: Wenn das Leben im
Schatten des Glaubens mir, meiner Familie und meiner Gesellschaft Glück
beschert und Liebe und Zusammenarbeit unter uns verbreitet, warum sollte
ich dann ein Leben unter einem anderen Schatten führen?
Durchaus, es ist schwer in einem
nicht religiösen Umfeld, der tatsächlich vorwiegt, religiös zu sein.
Religiöse Personen werden oft zur Zielscheibe von Missachtung und
Beschimpfung und leiden sehr stark bei ihrem Bemühen, dem Widerstand zu
leisten und auf ihren Pfad der Tugend weiter zu beharren. Sie fühlen
Schmerz und Sorge für die irregeleiteten und höhnischen Menschen. Doch
werden solche Menschen immer standhafter, wann immer sie in einem Kampf
siegen und dies verleiht ihnen wieder Freude und Mut, um auf den geraden
Pfad fortzusetzen, insbesondere, wenn sie sich an die hierfür stehenden
Freuden, Segen und Belohnungen im Paradies erinnern.
Sät man ein Saatkorn, so wächst und
gedeiht es erst dann, wenn man viel Zeit und Aufwand dafür aufbringt,
wie die Saat, so die Ernte. Das gleiche gilt für das Sperma. Nistet sich
das Sperma des Vaters in der Gebärmutter ein, entsteht nur dann ein
gesundes Kind, wenn alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind.
Ein Samen braucht viel Fürsorge und
Geduld genauso wie ein Sperma. Braucht dann ein Gläubiger nicht auch
Geduld, bis sein Glaube Früchte trägt? Auch wenn er sich dessen nicht
bewusst ist, erntet er die Früchte seines Glaubens auf die ein oder
andere Weise tagtäglich. Und das Gleiche gilt bezüglich unserer Kinder,
deren Herzen nur nach viel Mühe, Geduld und Fürsorge für den Glauben
empfänglich sind.
Die Eltern sind dafür
verantwortlich, den Glauben in den Herzen ihrer Kinder zu erwecken,
indem sie sich mit ihnen anfreunden, ihnen Liebe und Zuneigung zeigen,
sie küssen, umarmen, mit ihnen spielen, sie anhören, und ihnen erklären,
was richtig und was falsch ist. Die Eltern werden den Erfolg für all
diese Mühe ernten. Wenn es Fehler oder Missstände gibt, dann haben die
Eltern dies sich selbst zuzurechnen.
Wenn diese Fakten und ihre Nutzen
klar sind, können Hindernisse vom gläubigen Menschen selbst leicht aus
dem Weg geräumt werden, und er wird alles verachten, was ihn von seinem
Weg zur Tugend ableitet. Ein echter Gläubiger lässt es nicht zu, dass
Fernsehen, Video oder Internet seine Zukunft oder die seiner Kinder
zerstören – sofern diese als Mittel zur Verdorbenheit und Laster
verwendet würden, die den Glauben schwächen und auf den Pfad des Elends
und der Verzweiflung führen würden.
Ist es für eine vernünftige Person
angemessen, ihre Kinder, die sie über alles liebt, inmitten von Seuchen
und Krankheiten irren zu lassen, die ihre Seele und ihre Körper
beeinträchtigen und sie in das Feuer der Hölle führen? Um diesem Strom
entgegenzuwirken, müssen Eltern ihren Kindern schon in frühen Jahren
ihre Religion auf eine weise und erfolgreiche Methode beibringen, damit
sie später nicht irregeleitet werden.
Wenn Eltern ihre Verantwortung vom
ersten Tag an wahrnehmen, dann wird die angeborene reine Natur der
Kinder rein bleiben. Der natürliche Instinkt des Menschen war und ist
immer noch der Gegenstand, auf den Propheten, Reformer und alle guten
Menschen sich bei ihrer Aufgabe als Wegweiser verließen. Ohne die von
Geburt an reine Natur (natürliche Instinkt) des Menschen, die Gott in
ihn eingebettet hat, wäre niemand in der Lage, Menschen aus der
Dunkelheit des Irrglaubens in das Licht des Glaubens zu führen. Es ist
ein großer Fehler, anzunehmen, es sei hoffnungslos, Menschen in die
richtige Richtung weisen zu können. Hätten die Heiligen und Propheten
auch von vorn herein diese Einstellung, hätte keiner der Menschen ihrer
Zeit zum Glauben finden können. Was auch immer Verdorbenheit
vorherrschen lässt, es verschwindet aus dem einfachen Grund, dass Lüge
und Unwahrheit dahinschwinden, wenn die Wahrheit kommt. Also machen wir
es uns zur Aufgabe, uns für die Wahrheit einzusetzen und vertrauen dabei
auf die Hilfe Allahs. Das ist die Prüfung, mit der Gläubige auf die
Probe gestellt werden.
Die Ungerechtigkeit und
Verdorbenheit, die wir heute in unserer Zeit sehen, beschränkt sich
nicht nur auf unser Zeitalter. Die ehemaligen Zeitalter erreichten noch
schlimmere Ausmaße, wie wir im Koran und in Geschichtsbüchern lesen,
doch Allah hat immer Seinen getreuen Menschen geholfen. Tatsächlich ist
unser Zeitalter besser als viele andere Zeitalter der Vergangenheit in
vielerlei Hinsicht: die weltweite Verbreitung des Glaubens und der
getreuen Menschen, die Errichtung von Moscheen, islamischen Zentren,
Bibliotheken und Pressen und auch die Zunahme der religiösen Menschen
und Geistlichen. Daher hat Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung kein
Platz in den Seelen der gewissenhaften und getreuen Menschen, die ihre
rechtmäßigen Pflichten ausführen, und die jedes Mal, wenn sie auf Allah
vertrauen, Er ihnen Mut und Stärke verleiht, mit denen sie die Mittel
der Verdorbenheit und Irreleitung besiegen und diese Stärke und Mut für
beim Rechtleiten der Menschen und der Behebung von Fehlern einsetzen.
Auch wenn wir eingestehen, dass
Verdorbenheit sich aufgrund von verdorbenen Maßnahmen und Wege auf Land
und See verbreitet haben, durch verdorbene Menschen und Feinde der
Religion, bedeutet dies nicht, dass wir es als unmöglich erachten oder
gar es aufgeben, nach Verbesserung und Aufklärung zu streben. Der Mensch
sollte aufrichtig agieren und dann wird Allah ihm dabei helfen,
erfolgreich zu sein. Wenn wir Allah ergebenst sein wollen, dann sollten
wir unseren Kindern die richtige Richtung weisen und in ihren Herzen den
Glauben erwecken, und somit hätten wir dann unsere obliegende Pflicht
erfüllt, für die Allah uns belohnen wird. Allah sagt: „Und uns
obliegt nur die klare Bekanntmachung (der Botschaft)“[19].
Frage:
Meine Mutter handelt immer gegen den Willen meines Vaters. Sie mag es,
ständig die Dekoration, die Möbel und dergleichen zu wechseln. Sie würde
sogar die ganze Wohnung wechseln, das Auto usw. Dieses Thema wurde zum
Nährboden der täglichen Streitereien zwischen meinem Vater und meiner
Mutter und wir wurden zu ihren Opfern. Wir sind diesem Zustand
überdrüssig. Würden Sie uns bitte eine Lösung für dieses Problem
vorschlagen? Wir wären Ihnen sehr dankbar!
Antwort:
Bevor ich eine Lösung vorschlage, ist es unabdingbar zu betonen, das die
Lösung einiger Probleme nur dann erreicht wird, wenn man sich an sie
anpasst, bis diese Probleme behoben sind. Es ist wichtig für die
betroffene Person, sich vor den Schäden dieser Probleme zu schützen, bis
sie aus der Welt geschaffen sind. Das ist die Geduld, die vom Islam
empfohlen wird und für die Allah eine Belohnung versprochen hat.
Was die Lösungen betrifft, so gibt es zunächst mal zwei Lösungsansätze:
der erste fokussiert den Grund des Problems (in diesem Fall deine Mutter
und dein Vater) und der andere fokussiert die Menschen, die durch dieses
Problem beeinträchtigt werden (das bist du und deine Geschwister).
Bei unserem ersten Lösungsansatz möchten wir den Eltern mitteilen, dass
ein gemeinsames Leben das Berücksichtigen der Wünsche des Partners
erfordert, sofern sie nicht schädlich sind. Selbst dann, wenn es ein
Wunsch ist, der Nachteile mit sich bringt, sollte man es abwägen und mit
den Nachteilen der Selbstsucht und des Beharrens auf die eigene Meinung
vergleichen und anschließend sich für das „kleinere Übel“ entscheiden.
Andererseits sollte derjenige, der Änderungen in der Wohnung vornehmen
bzw. nicht vornehmen möchte seine/ihre Motive darlegen und den anderen
Partner davon überzeugen, solange die Angelegenheiten sie beide
betreffen. Er sollte die Vorteile seiner Idee darstellen und die
Nachteile, wenn sie nicht ausgeführt wird, während er aber im Auge
behalten muss, dass die Vor- und Nachteile der ganzen Familie zugute
kommen bzw. sie beeinträchtigen.
Diese Art der Rücksichtnahme der Ansichten anderer erzeugt gegenseitigen
Respekt zwischen den Ehepartnern, und stärkt die Familienbeziehungen und
die Nähe zueinander und steigert die Liebe unter den
Familienmitgliedern, was sich wiederum positiv auf den Erfolg im Studium
und in der Arbeit auswirkt und so eine glückliche Familie entsteht.
Hinsichtlich des zweiten Lösungsansatzes empfehle ich dir, mit deiner
Mutter über die Angelegenheit zu diskutieren, anstatt ihr Widerstand zu
leisten und ihre Wünsche zu ignorieren. Versuche mit ihr die Nachteile
von ständigem Wechsel (der Dekoration und Möbel), das einen mit der Zeit
ermüden und krank machen kann, zu besprechen.
Ferner solltest du versuchen, ihr Interesse für was anderes zu wecken,
damit sie nicht etwas macht, was die Familienmitglieder stören könnte.
Auch deinen Vater solltest du davon überzeugen, dass er von Zeit zu Zeit
einige erforderliche Änderungen in der Wohnung zulassen sollte, solange
sie nicht übertrieben und nicht zu verschwenderisch sind.
[1] Bihar al-Anwar, Bd. 104, S. 38 [2] Mustadrak al-Wassa’il, Bd. 2 S.506 [3] Jami’ al-Akhbar, S.245
[4]
The secret of Success in your Personality,
S. 234 [5] Heiliger Koran, 17:36 [6] Heiliger Koran, 16:125 [7] Zitiert aus “Islam and psychological health” von Ahmad al-Qabbantchi. [8] Bihar al-Anwar („Meere der Lichter“), Bd.76 S.84 [9] Bihar al-Anwar, Bd.76 S.84 [10] Bihar al-Anwar, Bd.74 S.88 [11] Bihar al-Anwar, Bd.76 S.323 [12] Bihar al-Anwar, Bd. 67 S.323 [13] Bihar al-Anwar, Bd. 77 S.61 [14] Heiliger Koran, 4:19 [15] Bihar al-Anwar, Bd.73 S.256 [16] Aus einem kurzen Brief von Imama Ali (ع) an Mu’awiya [17] Bihar al-Anwar, Bd. 78 S.240 [18] Bihar al-Anwar, Bd.77 S.82 [19] Heiliger Koran, 36:17
Quelle: http://al-islam.org/better_future/ |
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