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Taqwa
übersetzt von Hessam K.

Das Wort „Taqwa” ist abgeleitet von der Wortwurzel „waqaya”, das soviel
bedeutet wie ‚schützen’ oder ‚sich zurückhalten’. In der islamischen
Terminologie ist es definiert als eine zurückhaltende Handlung gegenüber
Dingen, die Allah verboten hat. Als Imam Jafar as-Sadiq (ع) über die
Bedeutung des Wortes ‚Taqwa’ befragt wurde, sagte er: „Unterwirf dich
den Gesetzen Allahs und nähere dich nicht dem Verbotenem.“ Das
bedeutet: Man soll sich bemühen alle Gesetze Allahs einzuhalten und sich
distanzieren von verbotenen Dingen. Darüber hinaus unterscheidet man
zwei Arten von Taqwa: Die erste Art von Taqwa besteht aus
obligatorischem Gehorsam zu Allah. Dabei erfüllt man die obligatorischen
Aufgaben (wajibaat) und lässt keine Pflicht außer acht. Die
obligatorischen Befehle (wajibaat) sind die, die, wenn sie nicht
durchgeführt werden, den Zorn Allahs zur Folge haben. Bei der zweiten
Art versucht man auch die empfohlenen Taten (Mustahabbaat) zu beachten.
Die empfohlenen Taten sind die, die, wenn sie durchgeführt werden, Segen
bringen. Wer allerdings die empfohlenen Taten nicht ausführt wird dafür
nicht bestraft.
Die Enthaltung von Sünden ist viel wichtiger, als die Vollbringung guter
Taten. Hier sind einige Überlieferungen dazu:
1. Überlieferung
Imam Jafar as-Sadiq (ع) sagte: „Wer sich von einem Bissen Haram-Essen
fernhält, ist bei Allah wertvoller, als jemand der 2000 Rakah
(Gebetsabschnitte) von den empfohlenen Gebeten betet.“
(Iddatud-Dai)
2. Überlieferung
Imam Jafar as-Sadiq (ع) sagte: „Wer auf ein Dirham verbotenes Geld
verzichtet, ist bei Allah vergleichbar mit jemanden der 70 akzeptierte
Pilgerfahrten durchgeführt hat.“
(Iddatud-Dai)
3. Überlieferung
Imam Jafar as-Sadiq (ع) spricht weiter: „Bemüh dich lieber gute Taten zu
vollbringen. Falls du aber keine guten Taten vollbringen kannst, dann
überschreite wenigstens nicht die Gesetze Allahs.“
(Iddatud-Dai, page 235)
4. Überlieferung
Der heilige Prophet (ص) sagte: „Für den, der das Wort „Subhanallah“
sagt, errichtet Allah einen Baum im Paradies.“ Als ein Mann von der
Quraish dies hörte, erhob er seine Stimme und sagte: „Wenn das so ist,
dann müssten doch bereits viele Bäume für uns im Paradies sein?“ Der
heilige Prophet antwortete: „Sicherlich! Doch du musst darauf achten,
dass du sie nicht von hier aus unter Feuer stellst und alle verbrennst.“
(Iddatud-Dai page 235)
5. Überlieferung
„Eifersucht verschlingt den Glauben, wie Feuer das Holz.”
(Usool-e-Kafi)
6. Überlieferung
Prophet Muhammad (ص) sagte: „Am Tage des Jüngsten Gerichts wird es Leute
geben, deren gute Taten soviel wiegen werden, wie die Berge von Tahama.
Trotzdem kommen sie ins Höllenfeuer.“ Da stand jemand auf und sagte:
„Oh Rasulallah! Haben diese Leute ihre Gebete verrichtet?“ „Ja das haben
sie. Sie haben auch gefastet und ein Teil der Nacht mit Anbetung
verbracht. Doch sobald sie auf etwas trafen was ihnen Vergnügen
bereitete, stürzten sie sich darin hinein, ohne nachzudenken ob es gut
oder schlecht war.“
7. Überlieferung
Der Prophet (ص) sagte: „Es gibt einen Engel der jede Nacht von 'Baitul
Muqaddas' ausruft: Wer sich an den verbotenen Dingen beteiligt, darf
nicht denken, dass Allah ihm seine guten Taten, seien sie verpflichtend
(wajib) oder empfohlen (mustahab), anrechnet.“
(Iddatud-Dai)
8. Überlieferung
Hazrat Musa (ع) traf einen seiner Anhänger, der gerade bei der
Niederwerfung war. Nachdem Prophet Musa (ع) seine Arbeiten erledigt
hatte, sah er immer noch den Mann in dieser Körperhaltung verharren und
sprach: „Wenn ich die Macht hätte, dir einen Wunsch zu erfüllen, dann
würde ich es tun.“ Allah offenbarte Prophet Musa (ع): „Selbst wenn
dieser Mann Mich solange anbetet bis sein Kopf von seinem Genick
getrennt wird. Ich werde seine Handlungen solange nicht akzeptieren, bis
er sich fernhält von dem, was Mir missfällt und das tut, was Mir
gefällt. Die Sünde verhindert die Annahme der Anbetung.“
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