Aya-tul-Wilayah – Al-Ma’idah 5:55

[Al-Ma’idah 5:55] „Euer Führer sind einzig und allein Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Zakat zahlen, während sie Verneigung vollführen.“

[Pooya/Ali Kommentar zu 5:55]

Wie Qushaji im Sharh al-Tajrid zum Thema Imamat hinzufügt, sind sich alle Kommentatoren darüber einig, dass dieser Vers sich auf Ali bezieht. Ali gab einem Bettler, während dem Verneigen im Gebet seinen Ring. Al-Nisa’i hat dieses Ereignis in seinem „Sahih al Nisa’i“ überliefert, ebenso der Autor von „Al Jam’a Bayn al-Sihah al-Sittah“ (Bestätigung der sechs authentischen Bücher) im Kommentar zur Sure Al-Ma’idah. Auch Al-Thalabi in seinem „Tafsir al-Kabir“ überliefert diese Überlieferung. Al-Balakhi hat diese Überlieferung vom „Musnad“ von Ahmad ibn Hanbal (vol. 5, am Rand der S. 38.) in sein Werk „Yanabi al-Muwwadah“ kopiert. Al-Khatib überliefert es in „Al-Muttafiq“ und Ibn Marduwayh und Abu Shaykh in ihren Musnads. Es wird auch in „Kanz ul-Ummal“ (vol. 6, S. 391, nr. 5991) erwähnt. In „Ghayah al-Maram“, Kapitel 18, gibt es 24 Überlieferungen, die alle das Ereignis zum Vers bestätigen.

Abu Ishaq Ahmad ibn Muhammad ibn Ibrahim al-Naysaburi al-Thalabi kommentiert in seinem „Tafsir al-Kabir“ den Vers (5:55) mit einer Überlieferung auf die Autorität von Abu Dharr al-Ghiffari, der sagte: „Meine beiden Ohren sollen taub sein und meine Augen sollen blind werden, wenn ich eine Lüge spreche. Ich hörte den Propheten sagen: „Ali ist der Führer der Rechtschaffenen und der Mörder der Ungläubigen. Wer ihm hilft wird siegreich sein und wer ihn verlässt wird verloren sein.“ Eines Tages sprach ich meine Gebete in Begleitung des heiligen Propheten; ein Bettler kam zum Masjid (Moschee) und bat um Almosen aber niemand gab ihm etwas. Ali hat in dem Moment gebetet und war im Zustand der Verneigung [Ruku‘]. Ali machte auf seinen Finger aufmerksam, so näherte sich ihm der Bettler und zog den Ring von seinem Finger. Daraufhin wandte sich der Prophet an Allah und flehte Ihn mit folgenden Worten an: „Oh Allah! Mein Bruder Musa hat dich gebeten: „O mein Herr! Öffne mir mein Herz und mache mir meine Aufgabe leicht und löse den Knoten meiner Zunge, damit sie meine Rede verstehen und gib mir einen Beistand aus meiner Sippe, Harun [Aaron], meinen Bruder. Stärke mir den Rücken durch ihn. Und lass ihn an meinem Werke mitwirken, damit wir Dich verherrlichen können und Deiner oft gedenken. Denn Du siehst uns ja stets.“ und Allah, du sagtest ihm: „Deine Bitte ist dir gewährt, o Moses!“ Der Prophet fuhr fort: „Erfreue mein Herz und mache mir meine Aufgabe leicht und ernenne aus dem Kreis meiner Verwandten Ali als meinen Wasir und stärke meinen Rücken durch ihn.“ Abu Dharr sagte weiter: „Bei Allah, der Prophet hat seine Gebete nicht beendet, bis der Engel Jibra’il mit diesem Vers (5:55) abstieg.“

Ibn Khallikan sagte: „Al Thalabi war als Kommentator des Qur’ans einzigartig und sein „Tafsir al-Kabir“ ist besser als alle anderen Tafsirs!“

In diesem Vers wurde das Wort „Wali“ im Sinne von Vormund oder Meister verwendet oder auch als jemand, der den anderen überlegen ist. Bitte beachtet die Herkunft des Wortes „Wali“ in „Sihah“ und „Mukhtar al-Sihah“ oder anderen guten Wörterbüchern. Die Lexikographen haben erklärt, dass eine Person, die Angelegenheiten verwaltet und Macht über eine andere Person übt, der Führer dieser Person ist. Allah bestätigt gleichzeitig seine Führerschaft [Wilayah] und die Führerschaft des Propheten und Alis in ununterbrochener Folge. Die Führerschaft von Allah ist universell, so müsste auch die Führerschaft des Propheten und Alis sein. Es ist nicht möglich das Wort „Wali“ in diesem Vers im Sinne von Helfer und Freund usw. zu beziehen. Alle gläubigen Männer und Frauen sind gemäß dem heiligen Buch als Freunde und Helfer zu verstehen. Es ist offensichtlich, dass das Wort „Wali“ in diesem Vers Vormund, Führer oder Besitzer höherer Befehlsgewalt bedeutet. Es ist dieselbe Bedeutung, die der Prophet in der obenstehenden Überlieferung im „Tafsir al-Kabir“ von Abu Dharr Ghiffari, dem der Prophet den Titel „Der Wahrhafte“ [Al-Siddiq] gab, benutzt hat.

Es gibt noch andere authentische Überlieferungen, in denen die wahre Bedeutung des Wortes „Wali“ gezeigt wird.

1. Abu Dawud al-Tayalisi hat erwähnt in „Isti-ab“ auf die Autorität von Ibn Abbas, dass er folgendes sagte: Der heilige Prophet sagte zu Ali: „Du bist der Gebieter [Wali] jedes Gläubigen nach mir.“

2. Nach einer Expedition unter dem Kommando von Ali haben sich einige der Männer beim Propheten beschwert, weil Ali sich weigerte sie vorteilhaft zu verpflichten. Der Prophet wandte sich mit einem Anzeichen von Missfallen in seinem Gesicht an sie und sagte: „Was wollt ihr gegen Ali tun? Wahrlich! Ali ist von mir und ich bin von ihm und nach mir wird er der Gebieter [Wali] aller Gläubigen sein!“

Al-Nisa’i in seinem Buch „Khasa’is al-Alawiyyah“ (S. 17); Ahmad ibn Hanbal in seinem „Musnad (Vol.4, S.438); Al-Hakim in „Mustadrak“ (Vol.11, S.11); Al-Dahabi in seinem „Talkhis al-Mustadrak“; Ibn Shaybah und Jarir haben es von Muttaqi von Indien, der es von Kanz ul-Ummal (Vol.6, S.400) kopiert hat; Tirmidhi hat es von Asqalani und erwähnte es in seiner Isabah in einem Bericht über Ali; Ibn Hadid hat es aus Sharh al-Nahj ul-Balagha (vol. 2, S.450) von Tirmidhi.

3. Der Prophet sagte zu Buraida: „Habe ich nicht mehr Anspruch auf die Gläubigen als sie selbst?“„Wessen Gebieter [Wali] ich bin, dessen Gebieter [Wali] sei auch er.“

Ahmad ibn Hanbal verzeichnete es in seinem „Musnad“ (Vol.5, S.356); Al-Hakim verzeichnete es in seinem „Mustadrak“ (Vol.3, S.110); und viele mehr…

4. Der Prophet sagte: „Oh Ali! Nach mir wirst du der Gebieter [Wali] jedes Gläubigen sein!“

Al-Hakim verzeichnete diese Überlieferung von Ibn Abbas in seinem „Mustadrak“ (Vol.3, S.134); Al-Dahabi in seinem „Takhlis“; Al-Nisa’i in „Khasa’is al-Alawiyyah (S.6); Ahmad ibn Hanbal in seinem „Musnad“ (Vol.1, S.331).

„Ali ist euer Gebieter (Wali) nach mir“, bedeutet, dass keiner außer Ali der Gebieter der Gläubigen nach dem heiligen Propheten. Es beschränkt sich darauf, dass Ali die Angelegenheiten der Ummah nach dem Propheten leiten wird. Es ist daher erforderlich die gleiche Bedeutung zum Wort „Wali“ anzuhängen und zu verstehen, so wie es oben bereits ausgeführt wurde. Hilfe, Zuneigung, Liebe und Freundschaft beschränken sich nicht auf eine Person. Alle gläubigen Männer und Frauen lieben und sich Freunde zueinander. Wenn im Sinne von „Wali“ Freund und Helfer gemeint ist, warum hat der Prophet soviel Bedeutung drauf gelegt und so viel Interesse daran gehabt, es auf und ab zu sagen, obwohl es offensichtlich und klar ist, was es bedeutet? Seine perfekte Weisheit, seine gründliche Unfehlbarkeit und die Beendigung des Prophetentums durch ihn, machen ihn weit höher, als dass er immer unnötige Wiederholungen macht, obwohl es selbstverständlich und offensichtlich ist, was es zu bedeuten hat. Außerdem machen die Überlieferungen deutlich, dass Ali der Gebieter des Volkes, nach dem Propheten ist oder sein wird. Das macht es umso notwendiger das Wort „Wali“ im gleichen Sinn zu verstehen und die gleichen Bedeutungen klarzustellen, wie bereits oben geklärt wurde. Die oben genannten Überlieferer, Kommentatoren und Historiker beschäftigen sich mit dem Wort „Wali“ oder „Mawla“ als „welche, die mehr Anspruch haben auf die Gläubigen, als sie auf sich selbst“

„Diejenigen, die glauben“ ist in der Pluralform. Wie kann dann nur eine einzelne Person damit gemeint sein?

Alle Kommentatoren, Überlieferer und Historiker stimmen darin überein, dass es Na’im ibn Mas’ud al-Ashja’i war, den Abu Sufyan zehn Kamele zur Ermutigung der Muslime gab. [Ali Imran 3:173] „Diejenigen, zu denen die Leute sagten: „Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; fürchtet sie darum!“ In diesem Vers wurde aber „Diejenigen, zu denen die Leute sagten“ die Pluralform verwendet. Einige Gelehrten sagen, dass es Ghawrath vom Stamm der Banu Maharib war, doch andere sagen, dass es Umar ibn Jahash vom Stamm der Banu Nadir war, der sein Schwert zog, um den heiligen Propheten zu bekämpfen. Doch Vers 11 der Sura Al-Ma’idah beschreibt „als eine feindliche Gruppe euch zu ergreifen suchte“ in Pluralform.

Es gibt viele andere Beispiele für die Verwendung der Pluralform für eine einzelne Person.

Al-Tabrasi sagte, während er den Vers in „Majma‘ al Bayan“ kommentierte: „Die Pluralform wurden für Ali verwendet, um seine Herrlichkeit und Eminenz zum Ausdruck zu bringen.“

Zamakhshari sagt in seinem „Tafsir al Kashshaf“: „Wenn ihr fragt, wie diese Pluralform für Ali gelten kann, obwohl er nur eine Person ist, werde ich sagen, dass der Vers für Ali gilt, obwohl er eine Einzelperson ist. Die Pluralform wurde verwendet, um die anderen anzuordnen auf gleicher Weise Almosen zu geben, wie Ali es gemacht hat.“

Die Imame der Ahlulbayt haben häufig diesen Vers als Beweis für ihr Imamat verwendet und haben dem Wort „Wali“ dieselbe Bedeutung gegeben, wie wir festgestellt haben.

Das Wort „innama“ macht die Entscheidung von Allah (dass Er, der Prophet und Ali die Gebieter der Gläubigen sind) endgültig und eindeutig. Der Bau des Satzes und das Wort „Wali“, das für alle drei verwendet wurde, bedeutet, dass die Führerschaft von den Dreien im Grunde genommen Eins in Art als auch in Auswirkung ist. Deshalb sollte die Gehorsamkeit gegenüber dem heiligen Propheten, wie die Gehorsamkeit gegenüber Allah sein und die Gehorsamkeit gegenüber Ali und seine Nachfolger (die Imame der Ahlulbayt) muss so, wie die Gehorsamkeit gegenüber den Propheten sein.

„Wa hum Raki’un“ ist ein adverbiales Satzglied und qualifiziert die Art, in der die Almosen gegeben wurden. Wenn es sich um einen konjunktiven Teilsatz handeln würde, dann wäre „yuqimunas salat“ oder das Satzlied eine unnötige Wiederholung. In der Tat weist dieser Vers auf den höchsten Stand der spirituellen Verwirklichung hin – Völlig/Vollständig vertieft in Beglaubigung des Glorreichen, von dem Absoluten Herrn, und zur selben Zeit/gleichzeitig am Leben, um die Bedürfnisse seiner Diener zu lösen, sie zu ihrer vollen Zufriedenheit zu bringen – welches allein ein Mann berechtigt ist ein Meister zu sein, wie der ewige Meister, der Allmächtige Allah. Der Qur’an behauptet diese Möglichkeit für solch einen Mann, nicht für alle Anhänger, weil sie in der zweiten Person [kum] angeredet wurden.

Der Plural-Begriff „diejenigen, die glauben“ wurde verwendet um die Imame der Ahlulbayt einzuschließen. In der gleichen Art wie es in der Sure Ali Imran Vers 61 [Mubahilah] geschehen ist. Bitte beachte auch den Vers 67 dieser Sure für das Ereignis von Ghadir Khum, wo der heilige Prophet öffentlich zum Führer [Wali/Mawla] erklärt hat. Die gesamte muslimische Nation ist sich einig, dass die Verse des Qur’an nicht in der richtigen Reihenfolge gesammelt wurden, wie sie waren. Es gibt viele Verse, die in einem irrelevanten Zusammenhang stehen, z.B. der Vers der Reinigung [Ayat ul-Tathir].

[Al-Ma’idah 5:56] Und wer Allah und Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Beschützern nimmt, der soll wissen, dass Allahs Schar es ist, die siegreich sein wird.

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Quelle: al-islam.org/quran/

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