Der Tod – Rumi

Wenn sie am Tage des Todes
Tief in die Erde mich senken,
dass dann mein Herz noch auf Erden weile, darfst du nicht denken…
Siehst meine Bahre du ziehen, lass das Wort „Trennung“ nicht hören,
weil mir dann ewig ersehntes Treffen und Finden gehören.
Klage nicht: „Abschied, ach Abschied“,
wenn man ins Grab mich geleitet:

Ist mir doch selige Ankunft hinter dem Vorhang bereitet.

Hast du das Sinken gesehen, sieh auch das Auferstehen!
Schadet es denn, wenn die Sonne,
Sterne und Mond untergehen?!
Scheinen sie auch zu sinken,
ist`s doch in Wahrheit ein Aufgang,
Scheint dir ein Kerker das Grab auch,
ist`s doch zur Freiheit der Ausgang.

Fiel je ein Korn in die Erde,
das sich nicht köstlich entfaltet?
Glaubst du denn, dass sich das Korn des Menschen anders gestaltet?
Jeglichen Krug, der sinket, hebst du gefüllt aus der Quelle,
Sieh, auch dem Josef der Seele
Strahlt in der Grube die Helle!
Schließe den Mund jetzt im Diesseits,
öffne im Jenseits ihn wieder,
dass in der Welt, da kein Ort ist –
ewig ertönen die Lieder…

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