Für eine bessere Zukunft (Teil 2)

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– Fragen und Antworten über die Angelegenheiten der Jugend, Ehe und Kinder von Abdul Adheem al-Muhtadi al-Bahrani

 

Frage 11: Wie werde ich meine Albträume los?

Frage: Ich habe ständig Albträume. Können Sie mir bitte einen Tipp geben für meine missliche Lage bevor meine Jugend dahinschwindet?

Antwort: Psychologen haben erwiesen, dass manche Träume die Widerspiegelung der eigenen psychischen Sorgen während Schwächephasen sind. Um diese Träume loszuwerden, musst du folgende Punkte beachten:

  1. Befreie deine täglichen Aktivitäten von unerlaubten Handlungen und falls dir doch eine unerlaubte Handlung unterlaufen sollte, löse dich davon, indem du Allah um Vergebung bittest.
  2. Sei zufrieden mit dem was Allah dir an Reichtum, Schönheit, Gesundheit und dergleichen gegeben hat.
  3. Verrichte den Wudu’ (Waschung) vor dem Schlafengehen und rezitiere etwas aus dem Koran, und wenn du im Bett liegst, denke über das nach, was du gelesen hast oder versuche zu schlafen, während du an positive Dinge denkst!
  4. Mache dir bewusst, dass auch jene, die in ihrem Leben glücklich sind, auch Probleme hatten und Steine aus dem Weg räumen mussten, aber sie wissen sehr wohl, dass Sorgen ein viel größeres Problem sind. Also warum sollen sie ihre Probleme noch größer machen durch Sorgen, wo sie sie doch verringern wollen.
  5. Denke an die guten Taten und deine Errungenschaften und nicht an deine Fehlschläge und Mängel. Kein Mensch ist perfekt und auch die großen und erfolgreichen Menschen sind nicht frei von Fehlern und Mängel. Also starte deinen Weg zu Allah und verlasse dich voll und ganz auf Ihn.

 

Frage 12: Wie bringe ich meine Studenten davon ab, nichtmuslimische Mode und Kleidung zu tragen?

Frage: Ich bin Lehrer an einer Sekundarschule. Ich sehe allzu viele Schüler die westliche Mode nachahmen. Was ist der Grund dieses Problems und was ist die Lösung?

Antwort: Es gibt viele Gründe:

  1. Sie kennen keine attraktiven islamischen Gegenstücke, die die beste Alternative wären für importierte Ware.
  2. Die Verbreitung der westlichen Kultur und Mode in unseren Ländern über die Medien (Filme, Poster, Ideologien und Werbung) was wir „kultureller Kolonialismus“ nennen oder „intellektuelle Unterordnung“.
  3. Die schwachen islamischen Medien und die Unfähigkeit ein schönes Bild der Jugend im Islam zu vermitteln, so wie Allah sie vorgesehen hat.
  4. Die schlechten Schulprogramme, die den wahren Kern der Religion nicht vermitteln, weil Religionsunterricht in einer langweiligen Art von unqualifizierten Lehrern gegeben wird, die nicht für dieses Fach ausgebildet wurden. Aufgrund des eigenen Mangels an Religionskenntnisse sind diese Lehrer nicht motiviert, mit Hingabe Religionsunterricht zu geben.
  5. Die Familienverhältnisse zuhause, die in verschiedenen Aspekten nicht den Anweisungen des Islam entsprechen (dies hat einen großen Einfluss auf Schüler und bringt sie dazu ausländische Mode zu imitieren und schlechten Beispielen zu folgen und sich mit trivialen Hobbies zu beschäftigen).

Die Lösung besteht darin, dass alle – sowohl die einzelnen Individuen als auch die Familie und die Gesellschaft – das Problem gemeinsam anpacken und deren Ursachen aus dem Weg räumen. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, um die Jugendlichen anzuleiten und die negativen Wirkungen der Imitation fremder Kulturen zu zeigen. Wir können unsere Jugend davor warnen, alles gedankenlos zu imitieren, indem wir ihnen in westliche Zeitschriften veröffentlichte Statistiken über Kriminalitätsrate, Probleme, Krankheiten und den hohen Anteil von Selbstmordraten in den westlichen Ländern vorlegen.

Frage 13: Auf welchem Gebiet soll ich mich spezialisieren, um mich für die Gesellschaft nützlich zu machen?

Frage: Ich werde ein Studium aufnehmen, weiß aber nicht, in welchem Bereich ich mich weiterbilden soll. Da Sie sicherlich besser bescheid wissen über die Bedürfnisse der Gesellschaft, sagen Sie mir bitte, welchen Beruf ich erlernen soll, ich wäre Ihnen sehr dankbar.

Antwort: Es ist sinnlos seine Kraft auf mehrer Punkte und Ziele zu zerstreuen, denn die Konzentration lässt nach, und man würde nicht das beste Ergebnis erzielen in jedem seiner Ziele. Es ist besser seine Kraft für ein bestimmtes Ziel einzusetzen, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen.

Ich persönlich befürworte eine Spezialisierung in einem bestimmten Fachgebiet und daher würde ich dir raten, dass du selbst eine Entscheidung triffst und den Bereich aussuchst, der deinen Neigungen und Fähigkeiten und den Bedürfnissen der Gesellschaft am ehesten entspricht. Dann solltest du all deine Kraft darauf konzentrieren, das beste Ergebnis zu erzielen. Vergiss dabei nicht, dich auf Gott zu verlassen und Ihn um Erfolg zu bitten, denn wahrer Erfolg ist in Seinen Händen.

Aber da du nach den wichtigsten Fachbereichen gefragt hast, sind meiner Ansicht nach Humanwissenschaften, insbesondere Psychologie und Soziologie von großer Bedeutung und vor allem dann, wenn diese mit einschlägigen Studien in islamischen Büchern gedeckt werden. Sehr wichtig ist auch der Handel- und Wirtschaftsbereich und ebenso ein Studium an der Hawza[1], nach dem du dein Universitätsstudium absolviert hast, was sogar noch wichtiger ist. Überleg dir, was du wirklich willst und entscheide dich dann dafür.

Verlass dich auf Allah und widme dein Leben, dein Studium und deine Zukunft für Seine Sache, so dass du Sein Paradies gewinnst, wenn du zu Beginn oder inmitten oder am Ende deiner Laufbahn sterben solltest. Gibt es einen größeren Gewinn als diesen.

Frage 14: Wie kann ich mich von meinem Minderwertigkeitsgefühl lösen?

Frage: Ehrlich gesagt, leide ich unter Minderwertigkeitskomplexe. Welche praktischen Methoden gibt es, um dieses Problem zu behandeln und sich vor den Nachteilen zu schützen, die daraus resultieren?

Antwort: Als erstes solltest du dir der Ursache bewusst werden, damit die Behandlung leicht wird. Hier sind einige Hauptursachen dieses Komplexes:

  1. Entweder bildest du dir das nur ein oder andere reden dir das ein
  2. Wiederholte Fehlschläge im Leben und das Verfehlen eines bestimmten Zieles, das du dir mal vorgenommen hattest.

Um dich davon zu lösen, schlage ich Folgendes vor:

  1. Versuche in deinem Leben Erfolg zu erringen um deine Moral zu stärken und dann kannst du einen anderen Erfolg anvisieren und einen größeren Schritt wagen.
  2. Lese Bücher zu diesem Thema, um einige Erfolge zu erzielen.
  3. Nutze jede Gelegenheit, um deine Persönlichkeit in einer angemessenen Weise unter Beweis zu stellen; damit meine ich nicht die Gelegenheit anderer zu ergreifen oder mit guten Taten anzugeben.
  4. Sei der Überzeugung, dass du eine erfolgreiche Person mithilfe Allahs bist!
  5. Wichtig dabei ist, ehrliche Absichten zu haben und gute Taten nur um Allahs willen zu vollbringen, denn darin liegt der Schlüssel für fortwährenden Erfolg und Fortschritt.

Frage 15: Wie ertrage ich die Schwierigkeiten des Lebens?

Frage: Bitte raten Sie mir, wie ich die Schwierigkeiten des Lebens bewältige, denn ich fühle mich als würde ich untergehen.

Antwort: Die Vorstellung als würdest du untergehen ist selbst der Beginn des Untergangs. Befreie dich erstmal von diesem Gedanken und dann frage dich selbst, was du sonst tun könntest, wenn du diese Schwierigkeiten nicht ertragen kannst? Bleibt dir etwas anderes übrig als dich diesen Problemen zu stellen.

Denke über diese Frage nach und sei dir bewusst, dass das Leben für alle Menschen schwierig ist, aber die Schwierigkeiten variieren von Person zu Person. Hierzu nun folgende Ratschläge:

  1. Du solltest wissen, dass das weltliche Leben voller Schwierigkeiten ist seit unserem Vater Adam (ع) und so bleiben wird bis zu seinem letzten Kind. Der Weise Schöpfer hat es so vorgesehen, dass das Leben für die Menschen Schwierigkeiten beinhaltet, damit der Mensch über das Jenseits nachdenken kann, für das er erschaffen wurde. Ohne durch die Prüfung des Lebens zu gehen, kann der Mensch nicht den ewigen Segen des Jenseits erlangen.
  2. Lese dazu Biographien von standhaften und großen Menschen und lerne von ihnen, wie sie die Schwierigkeiten des Lebens gemeistert haben, um im Glück des Paradieses zu leben, und ihre Namen werden nie in Vergessenheit geraten.
  3. Schließe Freundschaften mit Menschen, die eine große Portion Ausdauer und Toleranz haben.
  4. Betreibe sportliche Übungen am Morgen oder zu einer anderen beliebigen Tageszeit.
  5. Verlass dich auf Gott und glaube daran, dass Er der stärkste Helfer ist für jene, die sich auf Ihn verlassen.
  6. Sinniere über die Koranverse und Überlieferungen des Propheten (ص) und der Ahl ul-Bait (ع), die das Thema der „Geduld“ aufgreifen, denn ohne Zweifel sie haben uns beigebracht, was uns glücklich macht.

Imam al-Baqir (ع) z.B. hat gesagt: “Als Ali bin al-Hussain (Imam Zain ul-Abideen, Vater von Imam al-Baqir) im Sterben lag, umarmte er mich und sagte, „Mein Sohn, ich empfehle dir, was mein Vater mir empfohlen hat als er im Sterben lag und sagte, dass sein Vater ihm empfohlen hat“:„Mein Sohn, sei geduldig mit der Wahrheit, auch wenn sie bitter ist![2]

Wir müssen uns der Wahrheit und ihren Anforderungen fügen. Abu Abdullah (Imam as-Sadiq) (ع) sagte: „Wer sich am stabilsten Griff festhält, wird sicher sein.“ Der Übermittler der Überlieferung fragte: „Was ist der stabilste Griff?“ Er sagte: „Unterwerfung“[3]

Jemand fragte Imam as-Sadiq (ع): „Woran erkennt man einen Gläubigen?“ Imam as-Sadiq (ع) sagte: „An seiner Unterwerfung Allah gegenüber und an seiner Zufriedenheit mit dem Guten und Schlechten, das ihm widerfährt.“[4]

 

Frage 16: Wie übe ich mich in Geduld und wie zügle ich meinen Zorn?

Frage: Ich würde gern ausgewogen sein und ein freundliches Antlitz haben, denn ich mag keine mürrischen Menschen, die vor Wut platzen, finster dreinblicken bis ihre Augen hervorquellen und ihre Gesichter erröten. Unglücklicherweise bin ich nicht so, wie ich gerne sein würde. Ehrlich gesagt, gehöre ich zu dieser Sorte Menschen, die ich selbst nicht mag, wie ein Dichter mal sagte: „Ich mag gute Menschen, aber ich gehöre nicht dazu“. Bitte verraten Sie mir, wie ich mich in Geduld und in Selbstkontrolle bei Wutausbrüchen übe, so dass ich einer von denen werde, die ich bewundere und mich selbst mögen kann.

Antwort: Als erstes musst du die Ursache kennen, die bei dir Wutausbrüche auslöst, um ihre negativen Auswirkungen zu vermeiden. Kennst du erstmal die Ursache, kannst du anschließend dein Bestes dabei geben, das Problem zu beheben. Zum Beispiel kann man aufgrund der Hitze Wutausbrüche erleben oder etwa wenn man seit einigen Tagen kein Bad genommen hat. Wenn man einiges von seiner Kleidung ablegt, ein Bad oder eine kalte Dusche nimmt, könnte dies verhindern, dass man bei jeder Kleinigkeit wütend wird und in die Luft geht.

Süßen Parfüms wird eine beruhigende Wirkung auf die Nerven zugeschrieben, insbesondere Rosen- Jasmin und Teerosenparfüms. Ein grimmiger Mensch sollte mit der Schönheit der Natur harmonieren, über den Himmel, dem Meer, den Bergen und Bäumen sinnieren und sich manchmal einfach in den lieblichen Schoß der Natur fallen lassen. Er sollte nur soviel arbeiten, wie sein Körper auch erträgt und sollte sich nicht überbelasten und all seine Kräfte erschöpfen. Er sollte auch bescheiden im Essen sein und seinen Magen nicht überfüllen.

Lieber Bruder, ich rate dir morgens, sportliche Aktivitäten zu betreiben, zumindest die schwedischen Übungen. Vergiss nicht bei allem was du tust, Allah zu gedenken, insbesondere dann wenn du verärgert bist. Du solltest dich an den Zorn Gottes dir gegenüber erinnern und du solltest wissen, dass der Islam die Wut als einen Soldaten Satans ansieht. Deswegen ist ein zorniger Mensch jemand, der diesen Soldaten auf seine Schulter nimmt und ihn beschützt. Willst du so sein? Sicherlich nicht. Dann lächle auch, wenn dir nicht danach ist!

Frage 17: Wie kann ich mich durch höhere Bildung qualifizieren, wenn mein Vater von mir verlangt, mit ihm zu arbeiten?

Frage: Wie soll ich mich qualifizieren oder eine hohe Moral entwickeln und mehr Aktivität entfalten, wenn mein Vater, der ein gewöhnlicher Mensch ist, meinen Wunsch weiter zu studieren ablehnt und stattdessen möchte, dass ich im Geschäft mithelfe.

Antwort: Untersuchungen und Experimenten zufolge haben schöpferische Menschen eine hohe Moraleinstellung und großes unerschütterliches Selbstvertrauen. Es sind solche Menschen, die nicht von ihrem ersten Anlauf an einen Erfolg erwarten, sondern die sich darauf vorbereitet haben, auf ihren Weg zu ihrem Ziel zu stolpern, Fehlschläge zu erleiden, und aus diesen Fehlschlägen ihren Erfolg zu schöpfen ohne gleich aufzugeben. Ein kreativer Mensch erbringt Leistungen und versucht diese kontinuierlich zu verbessern bis er die Spitze erreicht.

Der Erfinder Edison z.B. hat 256 erfolglose Versuche angestellt, bevor er den Bambushalm ausprobierte und das elektronische Licht entdeckte. Auf die Frage hin, warum er nach so vielen gescheiterten Versuchen seine Experimente nicht aufgab, antwortete er: „Ich habe nicht versagt, sondern habe mit meinen Experimenten 256 Dinge dazu gelernt.“

Diese hohe Geisteshaltung, die Misserfolge als Entdeckungen betrachtet und als Mittel um etwas Neues zu lernen, verdient sich eher den Erfolg und einen Platz in der Geschichte.

Um deinen Weg zu deinem Ziel fortzusetzen:

  1. Denke tiefgründig über dein Ziel nach und die Wege, die dich hinführen
  2. Tausche deine Gedanken mit vernünftigen Menschen aus, um etwaige falsche Haltungen zu erkennen und dann richtig ohne Hochmut zu entscheiden.
  3. Ignoriere nicht die Schwierigkeiten, denn sie sind Teil des Erfolgsprozesses und das Motiv, das den Willen von erfolgreichen Menschen stärkt.
  4. Nutze jede Gelegenheit, um deinen Glauben am Erfolg zu stärken. Und die beste Gelegenheit ist die Verbindung zu Allah dem Allmächtigen. Ein indonesisches Sprichwort sagt: „Solange du nicht deine Hand zum Himmel hochhebst, soll sie nicht von der Erde erheben.“
  5. Wenn du plötzlich vom Eifer gefasst wirst und du bist voller Enthusiasmus bei der Arbeit, halte fest an deinem Vorhaben und lasse dir diese Gelegenheit nicht aufgrund unnützlicher Dinge entgehen.

Was deinen Vater betrifft, ihr könnt euch gegenseitig mit Respekt und Ruhe verstehen. Du kannst auch geachtete Personen bitten, ihn von deinen Absichten zu überzeugen, ohne dass er davon erfährt.

Andererseits kannst du ihm auch die Zukunft deiner Ambitionen und die daraus resultierenden Vorteile gemäß seinen Vorstellungen schildern. So z. B. wenn ihm der finanzielle Aspekt wichtig ist, kannst so argumentieren, dass du mit einem Doktortitel eine wissenschaftliche Institution oder eine Klinik gründen könntest, die dir höhere Einnahmen bringt als die Arbeit im Geschäft. Verdeutliche ihm, dass eine vernünftige Person sehr weitsichtig blickt und dafür die Schwierigkeiten der Gegenwart auf sich nimmt.

Frage 18: Ich bin ein konfuser junger Mann, denn ich weiß nicht was mein Ziel im Leben ist. Bitte helfen Sie mir.

Frage: Ich bin ein konfuser junger Mann. Ich weiß nicht, was ich machen soll, wohin ich gehen soll, was ich mir im Leben als Ziel setzen soll und was ich in Zukunft werden will. Mit anderen Worten ich bin ziellos und desorientiert, und glaube dass ich umsonst existiere. Ich glaube nicht, dass mich jemand aus dieser Misslage herausholen kann, Ich habe Ihnen nur auf Wunsch meines Freundes hin geschrieben, obwohl ich mir auch dabei keine großen Hoffnungen mache, dass Sie mir irgendwelche Lösungen bieten können.

Antwort: Es geht nicht darum, dass du zufrieden bist mit meinen Lösungsvorschlägen, viel wichtiger ist zu verhindern, dass Zweifel und Hoffnungslosigkeit bei dir die Oberhand gewinnen. Hier ist meine Antwort und dann gehe so vor wie dein Verstand es dir sagt.

Lieber Bruder, die Menschen, die du im Leben begegnest, können in vier Gruppen eingeteilt werden:

  1. Solche, die gegenüber sich selbst und anderen aufrichtig sind
  2. Solche, die gegenüber sich selbst aber nicht gegenüber anderen aufrichtig sind
  3. Solche, die gegenüber sich selbst nicht aufrichtig sind aber gegenüber anderen
  4. Solche, die gegenüber sich selbst und anderen nicht aufrichtig sind

Die Menschen der ersten Gruppe sind gute und erfolgreiche Menschen. Sie kennen sich, ihre inneren und äußeren Kräfte und Talente. Sie kennen ihre Ziele im Leben. Sie leben natürlich und ihre Mitmenschen wissen wie sie sind, insbesondere ihre engeren Freunde. Aus diesem Grund verdächtigen sie ihre Mitmenschen nicht noch fürchten sie irgendwelche Übel von ihnen.

Die Menschen der zweiten Gruppe sind jene, mit denen der Umgang schwierig ist. Sie haben Dinge in sich selbst, die sie vor anderen verbergen, deswegen haben es die anderen schwer mit ihnen zu leben. Es passieren viele Unklarheiten und Schwierigkeiten im Umgang mit ihnen.

Die Menschen der dritten Gruppe wissen nicht was sie machen, wo sie sind, wonach sie sich orientieren und wo sie enden werden. Sie sind erfolglos im Leben und andere sehen es eindeutig auch so.

Die Menschen der vierten Gruppe sind introvertierte Menschen. Sie sind weder aufrichtig gegenüber sich selbst noch zu anderen.

Du solltest dich entschließen, zu der ersten Gruppe zu gehören, also jemand der sich selbst kennt, und den die anderen genauso gut kennen. Dein Zweifel ist der Nährboden für dein Leid und der Grund für dein Verderben. Durch die Geschichte hindurch gab es viele Menschen, deren Leid größer war als deiner und die dem Untergang näher waren als du, aber in einem ihrer Momente besiegten sie ihre Zweifel und bauten ihre Moral und ihr Selbstvertrauen wieder auf und Allah akzeptierte ihre Reue und läuterte sie.

Denn mit der Einstellung, die du hast, bist du Allah gegenüber ungehorsam, obwohl Allah dir doch sagt: Ich lösche all deine vergangenen Fehler aus, wenn du dich Mir zuwendest und von nun an Gutes tust.

Der Allmächtige Allah liebt dich, wenn du Reue zeigst. Er unterstützt dich, damit du erfolgreich in deinem restlichen Leben sein kannst. Also wozu noch diese Zweifel?

Allah sagt: Oh ihr die glaubt, erwidert Allah und seinem Gesandten, wenn Er euch zu dem aufruft, was euch belebt.[5]

Lieber Bruder, dein Leben gewinnt an Bedeutung, wenn du den Aufruf Allahs und seines Gesandten folgst. Also löse dich von deinen Zweifeln, indem du den Umgang mit aufrichtigen, gläubigen, ehrenhaften und der Vernunft zugänglichen Menschen pflegst. Versuche ihnen dein Zustand zu erklären und erzähl ihnen alles über dich, nachdem du sichergestellt hast, dass sie deine Geheimnisse wahren. Sie werden dich bestimmt auf den richtigen Weg führen, auf dem du dein Glück finden wirst. Dabei ist es wichtig die Ratschläge anderer zu beherzigen. Nehmen wir an, dass du die Freuden dieses Lebens willst und du nicht an das Leben im Jenseits denkst. Erfordern denn weltliche Ziele nicht auch, manche Dinge zu akzeptieren, die dir unangenehm sind oder einige Gewohnheiten loszuwerden, was anfangs schwer zu sein scheint.

Schau dir die unterschiedlichen Menschen an, die einen sind voller Arroganz, Selbstzweifel oder Gleichgültigkeit gegenüber anderen, und andere haben kein Sauberkeitsempfinden sowohl was ihr äußerliches Erscheinungsbild als auch ihre Körperhygiene betrifft und wieder andere halten sich für so gütig, sind aber in Wirklichkeit weit entfernt davon und sind irregeleitet. Bist du nicht auch abgeneigt gegenüber solchen Menschen und hasst ihre Verhaltensweise.

Um nicht so wie diese zu sein und damit deine Mitmenschen dir gegenüber nicht abgeneigt sind, versuche deinen Ratgebern zu zeigen, dass du ein offenes Ohr für ihre Ratschläge hast und zeige auch deine Offenheit für konstruktive Kritik, damit machst du den ersten Schritt auf deinen Weg zum Glück.

Also wahre dich, damit du ins Paradies kommst, in dem man all sein Glück und seine Freude findet.

Weißt du, dass viele Menschen sich das Paradies erst in den letzten Stunden ihres Lebens verdient haben, als sie nämlich die Zweifel aus ihrem Leben beseitigten und so die große Barmherzigkeit ihres Herren gewannen.

Warum sollst du nicht einer von ihnen sein? Das Paradies Gottes hat für dich seine Tore geöffnet, um darin zu verweilen und all deinen Kummer zu vergessen. Ist es nicht vernünftig und weise, dich deinem ewigen Glück anzunähern. Es ist der in einem Moment gefasste Entschluss, der dir Glück für dein Leben und danach gewährt, nachdem du auferstehen wirst.

Frage 19: Wie können wir das Thema illegaler und schädlicher Drogen richtig aufgreifen und behandeln?

Frage: Drogen…Die Bestie, die Menschen umbringt und Familien und ganze Gesellschaften zerstört. Sie sind massenhaft verbreitet und ihr Ziel ist unsere Jugend. Kolonialismus, Zionismus und Geheimgesellschaften in unseren Ländern stecken dahinter. Wir möchten, dass Sie dieses bedrohliche Thema ausdiskutieren. Ich bin zwanzig Jahre alt. Meine Schwester starb infolge einer Drogenspritze, mein Vater sitzt im Gefängnis wegen Drogenhandel, und mein älterer Bruder ist drogenabhängig. Meine Mutter leidet unter all diesen Qualen, und ich bin wütend auf alles. Was die Zukunft betrifft, weiß ich nicht was ich sagen soll.

Antwort: Lieber Bruder, möge Allah dein Herz unterstützen und deiner Mutter Ausdauer geben. Ich bete zu Allah, dass Er deine Zukunft besser macht als deine Vergangenheit und deiner Schwester verzeiht und deinem Vater zur Vernunft verhilft.

Es ist jedem klar, dass Drogensucht eine der gefährlichsten Probleme der Gesellschaft ist. Sie hat große und verheerende Auswirkungen, insbesondere psychologische, physikalische und wirtschaftliche und betrifft sowohl Individuen als auch ganze Gesellschaften. Und das Wichtigste ist die strenge Bestrafung von Allah, die vom ersten Sterbemoment an beginnt und in der Nacht der Bestattung. Wir glauben nicht, dass das Drogenproblem nur durch Gesetzgebungen oder besondere Regelungen oder harte Strafmaßnahmen gelöst werden kann; wir müssen uns eher darum bemühen, die psychologischen und sozialen Motive zu bestimmen, die die Jugendlichen dazu bewegen, Drogen zu nehmen, und dann müssen wir versuchen, entsprechende Maßnahmen festzulegen, die zur Behebung dieses Problems notwendig sind.

Den Jugendlichen eine gute Bildung gewährleisten und sie von schlechten Freunden fernhalten, ihnen die Gefahren der Drogen und ihr zerstörerisches Ausmaß vor Augen führen, vermehrt religiöse Aufklärung betreiben und intensiv für eine psychologische und physikalische Gesundheit sorgen, all dies rettet die Jugend vor dem Ruin durch Drogen, denn Vorbeugen ist besser als Heilen.

Eltern müssen die Gründe kennen, die die Jugendlichen dazu führen, Drogen zu nehmen. Hier sind die Hauptgründe:

  1. Der übertriebene Hang der Jugendlichen zu Spaß und Vergnügen, insbesondere bei fehlender islamischer Aufklärung.
  2. Das Bedürfnis, andere nachzuahmen und mit den Traditionen der Familie und der Gesellschaft Schluss zu machen. Vor allem wenn sie zu Hause schlecht behandelt werden, dann ist es praktisch vorprogrammiert, dass sie schlechte Freundschaften knüpfen.
  3. Die irreführende Werbung und die falschen Ideen, die von den Drogenhändlern den Jugendlichen vorgegaukelt werden.
  4. Schlechten Freunden nachahmen und unter ihrem Druck stehen.

Die beste Lösung hierfür ist Schutzmaßnahmen vorzunehmen, wovon folgende die wichtigsten sind:

  1. Den Menschen die Gefahren der Drogen mittels Medien, kulturelle und Aufklärungsprogramme klar machen, um sie zu vermeiden.
  2. Dokumentarfilme zeigen über das Leben von Drogenabhängigen, um ihre Qualen und ihren Elend zu vermitteln.
  3. Kinder und Teenager von den schlechten Gewohnheiten der Erwachsenen fernhalten, wie z.B. das Rauchen, was der Anfang vom Ende sein kann.
  4. Unterhaltungsprogramme für Jugendliche fördern und die Jugendlichen dazu anspornen, lokale Treffen und Veranstaltungen zu organisieren.
  5. Das kulturelle, soziale, wirtschaftliche und physikalische Niveau der Jugendlichen anheben.
  6. Den Drogenhandel mit allen möglichen Mitteln bekämpfen.
  7. Wissenschaftliche Forschungen zur Beseitigung dieses Problems unterstützen.

Was die Heilung betrifft, gibt es für jene, die in dieses Problem verwickelt waren, verschiedene Punkte zu beachten.

  1. Medizinische Therapie: Hängt von der Drogensorte ab, von der jeweiligen Person und deren Alter. Man kann vor den schlechten Auswirkungen der Drogen gerettet werden, indem man sich einer medizinischen Behandlung unterzieht, um die Auswirkungen allmählich zu beseitigen.
  2. Psychologische Therapie: Hat zum Ziel, den eigenen Geist und die Moral zu stärken, damit man sich den Problemen stellen kann. Sie hilft die Probleme zu bewältigen, um nicht nach falschen Auswegen zu suchen. Diese Therapie fokussiert auf die Stärkung der eigenen Moral, um konsequent an der Behandlung teilzunehmen.
  3. Soziale Therapie: zielt auf die Gründung sozialer Organisationen und Projekte, die Drogenabhängigen von ihrer Drogensucht befreien. Diese Therapie konzentriert sich auf das soziale Umfeld, in dem Drogenabhängige leben, und der einen entscheidenden Einfluss auf die weitere Verhaltensweise der therapierten Drogenabhängigen hat bzw. darauf ob sie weiterhin Drogen konsumieren oder nicht. Sie werden gefördert, ihren Beitrag in der Gesellschaft zu leisten und sich unters Volk zu mischen, wodurch der Glaube an die Werte der Gesellschaft gestärkt wird. Diese Maßnahmen beugen auch einem Rückfall vor.[6]

Frage 20: Wie kann ich meinem Vater helfen, weniger materialistisch zu sein?

Frage: Ich bin ein junger Mann und befinde mich am Anfang meines Studiums. Mein Vater sagt, mein Glück liege darin, dass ich studiere und anschließend meine Promotion ablege, damit ich viel Geld verdiene. Er kümmert sich überhaupt nicht um meine religiösen Belange. Ihn interessiert weder mein Gebet noch mein Fasten noch mein Glauben. Ich weiß, dass er eine falsche Einstellung hat, aber ich kann ihm dies auch nicht ins Gesicht sagen. Was soll ich machen?

Antwort: Du solltest dem Wunsch deines Vaters nachgehen und studieren und lernen, damit du eine hohe Position in deinem Leben erreichst. Wenn er sieht, dass du das machst, wird er deinem Erfüllen der religiösen Pflichten nichts mehr anhaben können. Im Heiligen Koran steht:

Und strebe mithilfe dessen, was dir Allah gegeben hat nach deiner künftigen Bleibe und versäume nicht deinen Anteil in diesem Leben[7]

Wenn du beiden Verpflichtungen gewissenhaft nachgehst, wird dein Vater kein Vorwand mehr haben, dich in deiner Religion einzuschränken. Versuche deinem Vater bei passender Gelegenheit die Bedeutung der Überlieferung Imam Alis (ع) über Tugend zu erklären. Als er einmal danach gefragt wurde, antwortete er: „Tugendhaftigkeit bedeutet nicht viel Geld und viele Kinder zu haben, sondern viel Wissen und Großmütigkeit zu besitzen und unter den Menschen über die eigene Gottesverehrung stolz zu sein.“[8]

Auch wenn dein Vater deine Religionsausübung verweigert, solltest du tun, was er von dir will, aber füge dich ihm nicht, denn „keine Gehorsamkeit gegenüber einer Kreatur, wenn es Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer bedeutet.“[9]

Du sollst in jedem Fall einen sehr freundlichen Umgang mit deinem Vater pflegen, denn Allah hat in Seinem Buch verlangt, erstens Ihn anzubeten, und zweitens den Eltern gegenüber pflichtbewusst und gütig zu sein. Du könntest mithilfe islamischer Moral die Einstellung deines Vater verbessern und so seine moralische Armut beheben, und dementsprechend ist gute Moral das beste Mittel, um einen Erfolg nach dem anderen zu ernten.

Ansonsten habe ich nichts mehr zu sagen über deinen Vater und seinesgleichen, außer diese Überlieferung des Propheten (ص) als einmal sein Blick auf ein paar Kinder fiel, sagte er: „Wehe den Kindern der letzten Zeit (auf Erden) vor ihren Vätern!“ Man fragte ihn, „Oh Gesandter Gottes, vor ihren polytheistischen Vätern?“. Der Prophet sagte: „Nein, vor ihren gläubigen Vätern. Sie lehren ihnen gar keine Pflichten und wenn ihre Kinder lernen, hindern sie sie daran und sind zufrieden mit ihren Kindern, solange sie ihnen bedeutungslose materielle Dinge des weltlichen Lebens bereitstellen. Ich entsage mich derer und sie entsagen sich mir.“[10]

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[1] Hawza ist eine Fachhochschule für Theologie, an der sich Studenten im islamischen Recht, Philosophie, Theologie und Logik spezialisieren können
[2] Wassa’il ash-Shia: Jihad an-Nafs, Kapitel 19, Überlieferung 3
[3] Biharul Anwar, Bd. 2, S. 204
[4] Al-Kafi, Bd. 2, S. 63
[5] Heiliger Koran 8:24
[6] Zitiert aus einem Artikel von Sayyed Ibrahim al-Musawi, der in der al-Shahied Zeitung publiziert wurde, Nr. 654 Teheran
[7] Heiliger Koran 28:77
[8] Nahj ul-Balagha, Satz Nr. 84
[9] (Gehorche keinem, der dir anordnet, dem Schöpfer nicht zu gehorchen), eine prophetische Überlieferung
[10] Jami’ul Akhbar, S. 285

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übersetzt von Hanan Al-Maschat
Quelle: http://al-islam.org/better_future/

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