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Eine Gesellschaft, in der es keine Nächstenliebe mehr gibt, kann sich wahrhaftig nicht glücklich nennen. Menschenliebe ist ein deutliches Kennzeichen der Gottgesandten gewesen. Sie praktizierten und lehrten sie. Auch der Islam legt den Menschen ans Herz, die Beziehungen zu den anderen zu pflegen. Was aber lässt die Atmosphäre in einer Gesellschaft freundlicher werden? Sind es nicht Dinge wie anderen helfen, nur das Beste für sie wollen, sie höflich behandeln, insbesondere die Älteren, liebevoll mit Kindern umgehen, sich um Waisenkindern kümmern, sich gegenseitig besuchen und Krankenbesuche machen, gute Werke tun usw.? – Das alles trägt doch zu einer humanen Gesellschaft bei! Handlungen wie diese bringen Wärme in das gesellschaftliche Leben. Sie bringen die Menschen einander näher – im Gegensatz zu Stolz, übler Nachrede, Gleichgültigkeit gegenüber den anderen, das Schikanieren anderer usw. Letztere rufen nur Zwiespalt und Missstände hervor. Anderen Gutes tun und ihnen helfen, hat Gottes Zufriedenheit zur Folge, und lässt Freude in die Herzen einkehren. Der Prophet des Islam (ص) sagt: "Die Herzen der Gläubigen zu erfreuen, gehört zu den Dingen, die Gott am liebsten sieht." Imam Sadiq (ع) hat über Gottesdiener berichtet, deren Gesichter am Jüngsten Tag vor Freude über den Segen, der ihnen von Gott zuteil wird, leuchten. Er sagte: „Das sind die, die Gott zuliebe einander liebten und gut zueinander waren.“ Der Monat Ramadan ist eine Gelegenheit zur Festigung der Beziehungen zwischen den Menschen. In diesem Monat werden bestimmte Sitten gepflegt, die zur Stärkung der Beziehungen unter den Muslimen beitragen. Eine dieser Sitten besteht darin, die anderen zum Fastenbrechen einzuladen. Diese Sitten haben sogar Nicht-Muslime auf sich aufmerksam gemacht. Ein französischer Soziologe namens Frank Fargossi nannte das Fasten einen Grund für die guten Beziehungen unter den Muslimen. Er sagt: „In diesem Monat gibt es die schöne Sitte, den Bedürftigen zu helfen und die Armen zu speisen. Sie fällt heute noch mehr als früher ins Auge. Die großen Moscheen in Frankreich stehen allen zum Fastenbrechen offen. Und nicht nur Muslime sondern auch Nichtmuslime können teilnehmen.“ Dieser französische Soziologe sagt weiter: "Die Muslime verteilen im Monat Ramadan Essen unter den Armen in Paris. Dieser Brauch zerstört das Bild, das wir Franzosen vom Islam haben, nämlich dass dies ein abgekapseltes religiöses System sei. Die Pforten zur islamischen Gesellschaften bleiben immer für die Nicht-Muslime geöffnet." Als Moses (ع) auf dem Berg Tur zu Gott betete, rief er ihn mit den Worten „O Gott der Weltbewohner“. Gott antwortete: „Ich habe deinen Ruf erhört.“ Ein zweites Mal rief Moses (ع) Ihn – diesmal mit den Worten „O Gott der Gottgehorsamen“! Wieder antwortete ihm Gott. Als Moses (ع) jedoch zu Gott rief: „O Gott derer, die gesündigt haben!“ Da hörte Moses (ع) Gott gleich dreimal auf das Gebet antworten. Er wunderte sich und fragte: „Wie kommt es, dass du meinen letzten Ruf gleich dreimal beantwortet hast?“ Da sprach Gott: „Moses! Die Mystiker hoffen aufgrund ihres Wissen, die Wohltätigen wegen ihrer guten Werke und die Gottgehorsamen aufgrund ihres Gehorsams. Doch die Sünder haben außer meiner Gnade nichts anderes, auf dass sie sich stützen könnten. Wenn sie auch keine Hoffnung mehr haben könnten, dass Ich ihnen helfe, an wen sollten sie sich dann noch wenden?" Der Mensch hat sowohl eine materielle als auch eine immaterielle Existenz, was ihn von den anderen Lebewesen unterscheidet. Körper und materielle Bedürfnisse sind seine materielle und die Menschlichkeit seine immaterielle Seite. Es sind zwei sehr unterschiedliche Seiten. Unterdessen sind Tiere nicht von ihren typischen Eigenschaften zu trennen. Zum Beispiel besitzt ein Tiger immer die Eigenschaft eines Raubtiers. Mit anderen Worten: Er bleibt ein Tiger. Aber nicht jeder Mensch bleibt wirklich Mensch mit all den guten Eigenschaften, die einen wahren Menschen kennzeichnen. Wenn es auch viele wahre Menschen gibt, so begegnen wir dennoch einigen, die zwar wie Menschen aussehen, aber dennoch nichts mehr Menschliches an sich haben und weit davon entfernt sind, menschlich zu sein. Die Menschlichkeit ist eine spirituelle Angelegenheit. Sie ist nur durch Anstrengung und Selbstkontrolle erzielbar. Doch sind wir oft so sehr in weltliche Angelegenheiten verwickelt und denken so wenig nach, dass wir das Ideal eines Menschen gar nicht erreichen können und davon abgehalten werden, spirituell Erfolge zu erzielen und mit anderen Worten: gut zu sein. Im Koran aber wird der Mensch, der keine Menschlichkeit besitzt als tot bezeichnet. Mowlana Jalaluddin Rumi, der namhafte iranische Dichter und Mystiker hebt hervor, dass der Mensch im Grunde ein kostbares Wesen ist und es seiner Würde entspricht, sich mit wertvollen menschlichen Eigenschaften zu schmücken. Er vergleicht die Menschen mit Steinen, die im Licht liegen. Nur der Rubin unter ihnen kann im Sonnenlicht die besonderen Eigenschaften, die er in sich verbirgt, zeigen. Auch der Mensch kann seine kostbaren inneren Fähigkeiten entfalten. Mowlana mahnt ihn:
O Mensch, auch du versuch dich über die Materie zu erheben, damit die
edle Essenz deines Wesens erstrahlt!Suche zu mindern das Steinige in
dir, Der Heilige Koran gibt die gute Nachricht davon, dass der Mensch die spirituelle Vervollkommnung erreichen kann. Er muss sich nur der Religion zuwenden und sich die Gottesfreunde im Leben zum Vorbild nehmen. Der Mensch kann eine Wiedergeburt erfahren, indem er Gott und Seinem Propheten folgt. Die Freundschaft zu Gott und dem Propheten bringt wertvollen Segen: Der Mensch kann sich durch sie mit wahren menschlichen Werten schmücken. Quelle: IRIB – Das deutsche Programm |
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