Hochmut und Angeberei

– Ayatollah Dr. Beheshti, Dr. Bahonar und Dr. Ghafuri

Herzenslust Gewalt gegen sie auszuüben. Abgötter deshalb, weil sie sich als uneingeschränkt bevollmächtigt halten, über Tod und Leben, Gut und Habe und Ansehen eines Volkes zu bestimmen und damit einen Zustand in der Gesellschaft hervorrufen, der zu verurteilen ist und genau im Widerspruch zu den erzieherischen und sozialen Grundsätzen des Islams steht. Der Islam betrachtet alle Menschen im gleichen Maße als Wesen, die der eine und einzige Gott erschaffen hat. Jedem einzelnen stehen dabei die allgemeinen Grundrechte sowie der Anspruch auf Respektierung zu und niemand darf seines Rechtes beraubt, in seinem Ehrgefühl verletzt oder gleichgültig behandelt werden, auch nicht die sozial gesehen Allerschwächsten einer Gesellschaft. Sich selbst als höhergestellten Menschen und unbeschränkten Herrscher über die anderen zu betrachten, dazu ist im Islam keiner ermächtigt.

  • So tretet durch die Tore der Dschahannam ein, um darin zu wohnen. Schlimm ist wahrlich die Wohnstatt der Hochmütigen. 16:29
  • Und am Tage der Auferstehung wirst du diejenigen, die über Allah logen, mit geschwärzten Gesichtern sehen. Ist nicht in Dschahannam ein Aufenthalt für die Hochmütigen? 39:60
  • „Und wenn zu ihnen gesprochen wird: „“Kommt her, der Gesandte Allahs will für euch um Verzeihung bitten!““, dann wenden sie ihre Köpfe zur Seite, und du siehst, wie sie sich in Hochmut abkehren.“ 63:5
  • Wahrlich, denjenigen, die Unsere Zeichen für Lüge erklären und sich mit Hochmut von ihnen abwenden, werden die Pforten des Himmels nicht geöffnet werden, noch werden sie in das Paradies eingehen, ehe denn ein Kamel durch ein Nadelöhr geht. Und so belohnen Wir die Verbrecher. 7:40

Eine kleine Geschichte zu Hochmut

Bei einer Zusammenkunft hatten sich die Gefährten um den Propheten (ص) versammelt. Da kam ein armer, in Lumpen gekleideter Mann herein. Nach islamischer Sitte setzt sich der Neuankömmling ohne Ansehen der Person dorthin, wo ein Platz frei ist. Er sucht sich keinen besonderen, seiner gesellschaftlichen Stellung entsprechenden Platz aus. Der Mann schaute sich um, fand einen freien Platz und setzte sich dort hin. Zufällig setzte er sich neben einen angesehenen und reichen Mann. Der Reiche rückte zur Seite und hielt Abstand. Der Prophet (ص), der ihn beobachtete, wandte sich an ihn und fragte: „Hast du befürchtet, er könnte dich mit seiner Armut anstecken?“ Der Reiche antwortete: „Nein, Gesandter Gottes.“ – „Warum dann bist du zur Seite gerückt und hast Abstand gehalten?“, fragte der Prophet (ص) nach. „Ich gebe zu, ich habe mich geirrt und einen Fehler gemacht. Um diesen Fehler wieder gutzumachen und diese Schuld zu sühnen, bin ich bereit, die Hälfte meines Vermögens diesem muslimischen Bruder, dem ich Unrecht getan habe, zu schenken“, sagte der Reiche. Der lumpenverhüllte Mann antwortete: „Ich nehme es aber nicht an.“ Die Versammlung war erstaunt und fragte: „Warum nicht?“

„Weil ich fürchte, ich könnte eines Tages so von Hochmut befallen sein, dass ich einen muslimischen Bruder genauso behandeln könnte, wie dieser Mann mich behandelt hat“, war die Antwort.

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