Die Terrorherrschaft der Bani Umayyah

Die Bani Umayyah gehörte zu den Feinden der Bani Hashim. Die Wurzeln dieser Feindschaft reichen weit zurück. Hashim, der Großvater des Propheten (ص), hatte damals seinen Halbbruder Umayyah aus Mekka ausgewiesen. Als der heilige Prophet Muhammad (ص) mit seiner Mission begann, stellten sich ihm die Bani Umayyah in den Weg. Sie bekämpften den Propheten (ص) mit allen Mitteln. Abu Sufyan war ihr Anführer. Er führte die Kriege von Badr und Uhud gegen die Muslime. Während der Schlacht von Uhud, mietete Abu Sufyans Frau Hind einen Meuchelmörder der Hamza, den Onkel des Propheten (ص), ermorden sollte. Nach dem Attentat, verstümmelte sie seine Leiche und aß seine Leber. Die Kinder dieser zwei verfluchten Menschen, waren nicht minder bösartig in ihren Taten gegenüber der islamischen Gemeinschaft. Nach dem Tode des Propheten (ص), versuchte Abu Sufyan Imam Ali (ع) anzustiften, das Kalifat von Abu Bakr wieder zu erobern. Er plante einen Bürgerkrieg zwischen den Muslimen, doch Imam Ali (ع) bemerkte sofort seine hinterhältigen Pläne. Abu Bakr und Umar, die Imam Alis Recht auf das Kalifat gestohlen hatten, bereiteten den Boden für das Aufsteigen der Bani Umayyah vor. Umar setzte Yazid, den Sohn von Abu Sufyan, als Gouverneur von Palästina ein (später sollte er in Syrien herrschen). Als Yazid starb, wurde sein jüngerer Bruder Muawiya Herrscher von Syrien. Umar ernannte Uthman zum Kalifen und der besetzte alle Schlüsselposition im islamischen Staat, mit den Männern der Bani Umayyah. Von da an besaßen die Bani Umayyah absolute Macht über die islamische Gemeinschaft. Sie nutzen ihre Macht um die ihren Hass gegen die Ahl-ul-Bayt (ع) auszuleben und die Anhänger von Imam Ali (ع) zu massakrieren. Die Shia von Ali wurde verfolgt und in den Gefängnissen der arabischen Städte zu Tode gefoltert.

  1. Muawiya, Sohn von Abu Sufyan

Als die Muslime 35 n.H. Imam Ali (ع) baten das Kalifat zu übernehmen, wollte der Imam zuerst, dass Muawiya seine Herrschaft in Syrien aufgibt. Doch Muawiya dachte gar nicht daran und wollte selber Kalif werden. Er sah sich als unabhängigen Herrscher, dessen Gebiet separat vom islamischen Staat betrachtet werden sollte. Muawiyas Streitwille führte schließlich zur Schlacht von Siffin (37 n.H.). Nach dem Tod von Imam Ali (ع), wendete sich Muawiya Imam Hassan (ع) zu. Der Imam schrieb ihm einen Brief und wies ihn auf seine Verbrechen gegen die Muslime hin. Doch Muawiya hielt nichts von diesen Warnungen und führte seine Gewaltherrschaft fort. Imam Hassan (ع) bat die Kufaner, (Einwohner von der Stadt Kufa/Irak) ihm im Kampf gegen Muawiya beiseite zu stehen, doch sie ließen sich entweder bestechen oder von Muawiyas Armee einschüchtern. Nur 4000 Männer erklärten sich bereit dem Imam (ع) zu helfen, doch das war zu wenig und Imam Hassan (ع) musste sich enttäuscht von Nukhayla nach Kufa zurückziehen. Um das Leben der wenigen gläubigen Muslime zu retten, musste Imam Hassan einen Vertrag mit Muawiya unterzeichnen. Ju’da binte Ash’ath wurde von Muawiya angeworben und sollte ihren Mann, Imam Hassan, für 100.000 Dirhams umbringen. Außerdem würde sie die Frau von Muawiyas Sohn Yazid werden. Die verfluchte Frau erfüllte den Todesauftrag und Imam Hassan atmete am 7. Safar 50 n.H. zum letzten Mal. Muawiya, möge Allahs Fluch für immer auf ihn sein, starb in Rajab 60 n.H..

  1. Yazid, Sohn von Muawiya

Als Muawiya starb wurde sein Sohn Yazid Herrscher über die Muslime (60 n.H.). Yazid war ein extrem bösartiger Mensch. Er war ein Trinker, Glücksspieler und Mörder. Drei Jahre lang sollte er die Muslime quälen. Im ersten Jahr erschlug er Imam Hussain (ع) und seine Gefährten bei Karbala. Frauen und Kinder machte er zu Gefangenen. Während seines zweiten Amtjahres, ordnete er seine Soldaten an, Medina zu erobern und alles zu machen was ihnen gefiel. Über 1000 Muslime wurden dabei brutal ermordet, darunter waren 700 Gefährten des Propheten (ص). Weitere 1000 Frauen wurden von Yazids Soldaten geschlagen und sogar vergewaltigt. Im letzten Jahr seiner Gewaltherrschaft, startete Yazid einen Angriff auf die Kaaba. Mit riesigen Katapulten wollte er die Kaaba zerstören. Als wären diese Verbrechen nicht genug, ernannte Yazid Ubaidullah ibn Ziyad zum Governeur von Kufa. Ubaidullah ibn Ziyad sollte die Anhänger (Shia) von Imam Ali (ع) ausrotten und jeden Aufstand niederschlagen. Dies tat er mit großem Erfolg. Er amputierte zahllose Shiiten und beängstigte die Menschen der ganzen Region durch seine Greueltaten. Yazids Herrschaft, endete mit seinem Tod 64 nach der Hijra. Yazids Sohn hieß genauso wie sein eigener Vater, Muawiya.

  1. Muawiya der Zweite, Sohn von Yazid

Muawiya war sich den Straftaten seines Vaters und Großvaters gegenüber der Familie des Propheten (ع) bewusst. Er gab die Herrschaft aus diesem Grund Imam Zainul Abidin (ع). Seine Entscheidungen löste bei seiner Mutter soviel Wut, dass sie sagte: „Ich wünschte, ich hätte dich niemals geboren.“ Muawiya antwortete darauf: „Das hätte ich mir auch gewünscht, dann würde ich nicht von Yazid, Muawiya und Abu Sufyan abstammen!“ Weil Muawiya seine Vorväter hasste und nicht so herrschen wollte wie sie, wurde er bereits 4 Monate nach seiner Amtszeit vergiftet.

  1. Marwan ibn Hakam

Im Jahr 64 n.H. wurde Marwan ibn Hakam König. Die Umayyaden-Dynastie wanderte von Abu Sufyans Nachkommen zu Marwan. Er herrschte nur 9 Monate und war mit einem Krieg gegen die Gruppe von Abu Sufyan beschäftigt. Deshalb hatte er nicht viele Möglichkeiten die Shiiten zu verfolgen. Aber trotzdem fuhr er mit der Politik fort, Imam Ali (ع) von der Kanzel zu verfluchen. Er schütze auch die Mörder von Imam Hussain (ع), die nach dem Tod von Yazid auf der Flucht waren.

  1. Abdul Malik ibn Marwan

Abdul Malik löste seinen Vater im Jahr 65 n.H. ab und herrschte 21 lange Jahre. Er wurde der Machthaber von Syrien, während Abdullah ibn Zubayr über Arabien herrschte. Sie beschlossen gemeinsam, gegen die Shiiten vorzugehen, die sich immer organisiert hatten, um sich an Imam Hussains Märtyrertod zu rächen. Eine Gruppe der Shiiten wurde von Sulayman ibn Sard Khuzai’i angeführt und von Abdul Malik bekämpft. Während die andere Shia Gruppe (geleitet von Mukhtar) von ibn Zubayr bekämpft wurde. Abdul Malik beschloss dann irgendwann, ibn Zubayr zu töten um über das ganze islamische Imperium herrschen zu können. Einer der größten Verbrechen, die Abdul Malik began, war die Duldung von Hajjaj ibn Yusuf, seinem Governeur. Hajjaj war der schlimmste Tyrann, in der Geschichte der Bani Umayyah. Er ist verantwortlich für den Tod von 120.000 unschuldigen Menschen. Er folterte und tötete die großen Freunde von Imam Ali (ع), wie Qambar, Said ibn Jubayr und den berühmten Kumail ibn Ziyad. Zu dieser Zeit war es für die Muslime besser, sich als Gegner von Imam Ali darzustellen, um nicht getötet zu werden. Abdul Malik war so zufrieden mit dem Resultat, sodass er Hajjaj die volle Kontrolle über den Irak und Arabien gab. Als Hajjaj starb, waren seine Gefängnisse mit 50.000 Männern und 30.000 Frauen gefüllt.

  1. Walid ibn Abdul Malik

Im Jahr 86 n.H. folgte Walid seinem Vater Abdul Malik. Walid war ein grausamer Tyrann, der Hajjajs Massaker bewunderte. Er wechselte den beliebten Governeur von Medina Umar ibn Abdul Aziz und ersetzte ihn durch Khalid ibn Abdullah. Khalid war ein Ungläubiger und Sohn einer Christin. Dieser Mann baute direkt hinter Kaaba, eine Kirche für seine Mutter. Er erlaubte den Christen Muslime als Sklaven zu halten.

  1. Sulayman ibn Abdul Malik

Walid starb 96 n.H. nach 10 jähriger Herrschaft. Sein Nachfolger wurde sein Bruder Sulayman. Sulayman war ein dicker Mann, der viele Frauen liebte. Er war sehr neidisch und tötete den großen arabischen Eroberer, Musa ibn Nasir. Ibn Nasir hatte Spanien und Portugal erobert und dem islamischen Reich eingegliedert. Sulayman tötete ihn, weil er die ganze Kriegsbeute seinem Bruder Abdul Malik gegeben hatte und nicht gewartet hatte bis er an die Macht gekommen war. Sulayman tötete auch Waqtiba ibn Muslim, der ebenfalls ein Eroberer war. Ibn Muslim hatte Gebiete von Fars bis China erobert. Er wurde getötet, weil er Sulayman nicht besonders mochte. Sulayman verehrte Muawiya sehr und lobte ihn als den wahren Geiste der Bani Umayyah. Im Jahr 99 n.H. starb Sulayman nach zweijähriger Herrschaft und Umar ibn Abdul Aziz wurde sein Nachfolger.

  1. Umar ibn Abdul Aziz

Umar war der einzige König der Umayyah-Dynastie, dessen Taten lobenswert waren. Als er klein war, lehrten ihn seine Lehrer die Liebe zur Ahl-ul-Bayt (ع), sodass er die Verfluchung von Imam Ali (ع) nach den Freitagsgebeten stoppte. Anstatt den Verfluchungen, sollte fortan folgender Vers rezitiert werden: „Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.“ 16:90

Dieser Vers wurde nun nach allen Freitagsgebeten aufgesagt. Die andere gute Tat von Umar ibn Abdul Aziz war, dass er die Gärten von Fadak, einem Nachkommen von Bibi Fatima (ع) gab, der damals Imam Muhammad al-Baqir (der 5. Imam) (ع) war. Dieser Garten war unrechtmäßig von Abu Bakr eingenommen worden, als der Prophet (ص) starb. Das freundliche Verhalten von Umar ibn Abdul Aziz gegenüber der Ahl-ul-Bayt (ع) und den Shiiten, besorgte ihm große Feindschaft bei der Bani Umayyah. Er wurde am 25. Rajab 101 n.H. vergiftet. Sein Grab in Dayr Sam’aan wird bis zum heutigen Tage besucht.

  1. Yazid ibn Abdul Malik

Yazid war der nächste König. Er tat alles um die guten Taten von Umar ibn Abdul Aziz rückgängig zu machen. Er verlangte Fadak zurück und begann wieder mit den Verbrechermethoden seiner Vorfahren. Wie sein Großvater mütterlicherseits, Yazid der erste, trank er Wein und vergnügte sich mit vielen Frauen. Sein Herrschaft endete nach 4 Jahren.

  1. Hisham ibn Abdul Malik

Hisham kam an die Macht, als die Verbrechen der Bani Umayyah bei vielen Menschen Unmut auslösten. Die Geschichten von den Massakern an der Zivilbevölkerung verbreiteten sich immer weiter. Hisham ging gegen die Shiiten besonders hart vor. Während seiner Herrschaft revoltierten eine Gruppe von Shiiten unter der Herrschaft von Zayd, dem Sohn von Imam Zainul-Abidin (ع). 15.000 Shiiten unterstützen ihn, doch verließen sie ihn wieder als der Aufstand begann. Am Ende blieb Zayd mit 300 Anhänger zurück und starb nach einem tapferen Kampf. Der Körper von Zayd wurde in Kufa aufgehangen.

  1. Walib ibn Yazid ibn Abdul Malik

Hisham starb nach 19 Jahren der Herrschaft und sein Nachfolger wurde Walid. Walid war ein schüchterner und dummer Mann. Er trank sehr viel Wein und verbrachte die Zeit mit Jagen. Er war der erste Herrscher, der professionelle Sänger in seinen Hof engagierte. Er bewarf den Quran mit Pfeilen in aller Öffentlichkeit. Die Empörung über die Bani Umayyah wurde immer größer und die Herrschaft dieser Dynastie neigte sich seinem Ende zu. Bani Abbad begann eine Kampagne gegen die Bani Umayyah, um die Macht zu übernehmen. Nach Walids Tod, kamen drei weitere Herrscher an die Macht, die jedoch nur für einen sehr kurzen Zeitraum herrschten. Diese drei Herrscher waren:

  1. Yazid ibn Walid (Amtzeit: 6 Monate)
  2. Ibrahim ibn Walid (Amtszeit: 4 Monate)
  3. Marwan ibn Muhammad ibn Marwan (Amtzeit 5 Jahre und 10 Monate)

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übersetzt von Hessam K.
Quelle: www.madressa.net

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