Hadith al-Halila – Imam Jaafar as-Sadiq (ع) widerlegt den Atheismus

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Mufaddal bin ‘Umar al-Jau`fi schrieb einen Brief an Imam Jaafar as-Sadiq (ع) und beschwerte sich darin über einige Leute, die dem Atheismus angehörten und untereinander sinnlose Argumente austauschten. Er verlangte vom Imam, dass er die Pseudoargumente der Atheisten widerlegt, wie er es bereits bei früheren Diskussionen getan hatte.

Der Imam antwortete: Im Namen des barmherzigen und gnädigen Allahs. Möge Allah uns rechtleiten, so dass wir stets Seinen Willen ausführen. Dein Brief bezüglich jener Menschen die üble Gedanken unter uns verbreiten, ist bei mir angekommen. Du erwähnst, dass diese „atheistischen Debatten“ und Kontroversen eine Drohung für unsere Religion darstellen und möchtest nun, dass ich darüber ein Buch veröffentliche, um all ihre falschen Gedanken zu widerlegen, wie ich es bereits früher zu tun pflegte.

Lass uns zuerst Allah danken für Seine Segnungen und für Seinen unvergleichbaren Beweis (Hujjat) und für Seine gerechte Prüfung, mit der er sowohl Seine Lieblinge als auch Seine gewöhnlichen Sklaven prüft. Eines der größten und wichtigsten Segnungen Allahs ist die von Ihm in unser Herz gelegte Überzeugung, dass „Er“ existiert. Der Allmächtige schickte uns Sein heiliges Buch, damit unsere Zweifel beseitigt werden. Allah hat all diese Dinge für uns Menschen getan. Diese ignoranten Menschen sind die wahren Verlierer, wenn sie Allahs Existenz ablehnen angesichts all dieser Beweise und Zeichen, die sie umgeben. Der Himmel, die Erde und all die anderen Dinge, bestätigen das Bestehen eines Schöpfers. Die Menschen haben sich selber das Tor zu Verbrechen geöffnet. Ihr genusssüchtiger Wunsch hat die Reinheit ihrer Herzen verdorben. Für ihre Unterdrückung und Tyrannei hat Allah sie verlassen. Der Satan hat die Herrschaft über sie genommen. Allah versiegelt die Herzen der Arroganten und Stolzen.

Es ist sehr verwunderlich, wie jemand, der sich selbst vollkommen perfekt erschaffen sieht, trotzdem die Theorie vom perfekten Schöpfer ablehnt. Seine Körperform, die Perfektion seiner Bauweise und die Verbindung des Körpers mit der Seele, beweist doch die Existenz seines Schöpfers. Ich schwöre bei meinem Leben, das sich diese Männer über all diese Fragen noch keine Gedanken gemacht haben. Es gibt nicht eine einzige Sache, die nicht Allahs Zeichen zeigt. Ich schreibe dir hier einige Argumente auf, worüber ich bereits mit einem atheistischen Arzt aus Indien diskutiert hatte. Er besuchte mich häufig und wir sprachen öfters über seine atheistischen Ansichten miteinander. Eines Tages schlug er auf eine Halila (Myrobalanfrucht) ein und plötzlich kam ihm ein Gedanke.

„Dieses Universum existierte bereits vor der Ewigkeit und wird weiterhin bis zur Ewigkeit existieren. Ein Baum wächst und ein anderes verschwindet allmählich. Eines wird geboren, während ein anderes stirbt und die Verbindung, die sie beide miteinander verbindet, bestand in der Vergangenheit und wird auch zukünftig bestehen. Der Glaube wird weitervererbt durch die Vorväter und die Überlieferungen.“

Fortfahrend mit der gleichen Kraft, fuhr er fort zu sagen: „Die Existenz von unterschiedlichen Dingen in diesem Universum kann nur mithilfe der fünf Sinne wahrgenommen werden. Aber Allah habe ich niemals durch eines der fünf Sinne wahrgenommen und deshalb kann ich nicht an Ihn glauben.“ Als er an diesen Punkt angelangt war, sprach ich (Imam Jaafar as-Sadiq) zu ihm: „Ich werde dir Seine Existenz durch den in dir innewohnenden Instinkt, den jeder Mensch in sich hat, beweisen.“

„Wie kannst du so was sagen?“, erwiderte der Inder. Er sagte: „Der Verstand hat nur Kenntnis von den Dingen, die es mit den fünf Sinnen wahrnehmen kann. Hast du Allah gesehen, Seine Stimme gehört, Seinen Geruch gerochen, Ihn mit deiner Zunge geschmeckt oder Seine Hände oder Füße jemals angefasst? Wie kann man nur an Ihn glauben?

Ich (Imam Jaafar as-Sadiq) fasste seine Argumente zusammen: „Du glaubst also nicht an Allah, weil du Ihn nie durch deine Sinne wahrgenommen hast. Auch ich habe Ihn niemals durch irgendeines der fünf Sinne wahrgenommen. Jedoch ist mein Glaube an Allah genauso stark, wie dein Unglaube an Ihn. Wir können nicht beide Recht haben, stimmst du dem zu?

Inder: „Zweifellos. Entweder hast du Recht oder ich.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Gut. Wenn du Recht hast, dann gibt es für mich keinen Grund dir weiterhin mit dem Unmut Allahs für deine Ungläubigkeit zu drohen. Aber falls ich recht habe, glaubst du dann nicht, dass du für deinen Unglauben bestraft wirst und ich im Gegenzug belohnt werde?“

Inder: „Gut möglich.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Sag mir, wer von uns beiden ist klüger.”

Inder: „Oh. Dein Glauben ist eine Einbildung/Vermutung/Annahme, eine grundlose Behauptung. Meine Sicht ist richtig und ist allgemein bekannt. Ich nehme Allah nicht durch meine Sinne war und deshalb existiert Er nicht.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Da deine Sinne Ihn nicht wahrnehmen können, lehnst du Ihn ab. Im Gegensatz dazu glaube ich an Ihn, gerade weil meine Sinne Ihn nicht wahrnehmen können. Deine Ansichten haben dich zum Unglauben geführt und mich zum Glauben.“

Inder: „Wie ist das möglich?”

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Die Dinge sind ‚murakkab’ (Zusammensetzung aus verschiedenen Teilen). Jedes Teil besitzt eine Form und Farbe, die unsere Sinne anzieht. Anders gesagt; alles was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, hat eine bestimmte Form und Farbe. Allah besitzt aber keine Form und Farbe! Dein Argument für deinen Unglauben ist dumm, weil Allah überhaupt nicht so sein kann, wie die Dinge, die wir durch unsere Sinne wahrnehmen. Der Allmächtige ist nicht ‚murakkab’. Wenn Er für das Auge oder den anderen Sinnen wahrnehmbar wäre, würde Er den anderen geschaffenen und ‘murakkab’ Dingen gleichen und in diesem Fall wäre Er nicht mehr unser Schöpfer.”

Inder: „So ein Unsinn. Worüber redest du? Ich kann nicht glauben, solange ich Allah nicht durch eines meine Sinne wahrnehme.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Für deine Behauptung hast du keine Beweise. Deine Argumente sind somit auf derselben Linie, wie meine.“

Inder: „Wieso sollen unsere Argumente vergleichbar sein?”

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Du hast mir am Anfang unserer Diskussion vorgeworfen, dass mein Glaube auf Tradition beruhen würde. Das was du über mich gesagt hast, ist nun auf deinen eigenen Gedanken anwendbar. Du bestehst auf der Annahme, dass eine Sache nicht existiert, wenn man sie nicht mit den Sinnen wahrnehmen kann. Du ignorierst dabei all die Botschaften Allahs, die Er durch seine Propheten und Lieblinge uns übermittelt hat. Sag mir: Hast du jede Ecke dieser Welt besucht?“

Inder: „Nein. Natürlich nicht.”

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Hast du jemals den Himmel betreten, den du jeden Tag mit deinen Augen siehst? Warst du in den tieferen Schichten der Erde? Hast du die Welt durchquert? Bist du in jedem Meer gewesen oder durch die Atmosphäre geflogen? Um das Bestehen eines Schöpfers zu widerlegen, müsstest du an all diesen Orten gewesen sein.“

Inder: „Nein. Du weißt, dass ich so was nie gemacht habe.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Gut. Wie kannst du dann behaupten, es gäbe keinen Schöpfer, obwohl weder du noch irgendeines deiner Sinne an all diesen Orten waren. Vielleicht lebt Er da.“

Inder: „Ich weiß nicht, aber vielleicht gibt es jemanden, der mit einer außergewöhnlichen Intelligenz gezeichnet ist und an diesen Orten sich aufhält.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): “Wie? Du erwähnst also die Möglichkeit eines Schöpfers. Anfangs hast du diesen Gedanken eine kategorische Absage erteilt und nun zweifelst du bereits. Vielleicht wirst du doch noch gläubig.“

Inder: „Meine Zweifel beruhen auf deine Frage über die verschiedenen Orte, die meine Sinne nicht wahrnehmen können. Aber ich kann immer noch nicht richtig begreifen, wie etwas existieren kann, wenn ich es nicht fühlen kann.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Gut. Ich werde es dir mithilfe dieser Halila (Myrobalanfrucht) erklären.”

Inder: „Oh ja. Versuch es mir zu erklären. Die Halila gehört zu den Früchten, die für medizinische Forschungen gebraucht wird und ich kenne mich damit gut aus.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Ich nehme die Halila, weil sie genau vor uns wächst. Ich hätte auch etwas anderes nehmen können, um die Existenz Allahs zu beweisen. Alles was aus verschiedenen Teilen besteht ist geschaffen. Die Schöpfung führt uns zum Schöpfer. Das was war, ist nicht mehr und das was ist, wird von Allah wieder vernichtet. Allah schafft etwas und vernichtet es wieder. Sag mir: Siehst du diese Halila?“

Inder: „Ja, ich sehe sie.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Kannst du mir auch sagen, was sich in dieser Frucht befindet?“

Inder: „Nein, kann ich nicht.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Da du mit deinen Augen nicht sehen kannst, was in dieser Frucht ist, dürfte darin auch kein Kern sein.”

Inder: „Aber wie kann ich das sagen? Aber vielleicht ist da wirklich kein Kern. Ich weiß es nicht.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Gut. Glaubst du, dass diese Frucht auch an anderen Orten auf dieser Erde wächst? Existieren noch andere Halilas, die wir mit unseren Augen nicht sehen können?“

Der Inder überlegte etwas und antwortete: „Nein. Das ist die einzige Halila Frucht auf dieser Erde.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع) bemerkte seine Ignoranz und fragte weiter: „Sag mir: Ist diese Halila das Produkt eines Baumes oder kam es durch sich selber auf diese Welt?“

Der Inder: „Ich bin nicht dumm zu sagen, die Frucht hätte sich selber geschaffen oder dergleichen. Die Halila ist natürlich das Produkt eines Baums.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Dann glaubst du an einen Baum, den du überhaupt nicht gesehen hast.“

Der Inder: „Ja.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Hast du die Halila gesehen, bevor sie noch nicht existierte?“

Der Inder: „Nein. Wie könnte ich das anstellen?“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Dann könnte es sein, dass die Frucht plötzlich von sich aus entstanden ist. Als du den Baum anfangs angeschaut hast, besaß er noch keine Halilas. Später jedoch waren plötzlich Halilas da. Glaubst du, dass diese Früchte aus der Nicht-Existenz auf diese Welt kamen?“

Der Inder dachte wieder nach und sagte: „Ja. Wieso eigentlich nicht? Ich sage, dass das was die Halila zur Halila gemacht hat, bereits im Baum war, sich später vereinigt hat und zu dieser Frucht geworden ist.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Hast du den Samen gesehen, aus der die Halila entstanden ist?“

Der Inder: „Ja, das habe ich.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Sag mir: Wie können so viele Sachen in so einen kleinen Samen gelangen?“

Der Inder: „Ich kann mir das nicht erklären.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Kann es sein, dass die Eigenschaften nicht im Samen enthalten waren, sondern erst hinterher aus dem Nichts dazu kamen?“

Der Inder: „Ja. Ich glaube nicht, das sie jemand geschaffen hat und du kannst es mir nicht beweisen.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Wieso nicht? Wenn ich dir ein Bild zeige, wirst du auch sofort glauben, dass es jemand gemalt hat.“

Der Inder: „Ja.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Wundert es dich nicht, dass diese Halila eine spezifische Farbe, eine spezifische Größe, eine spezifischen Samen und einen spezifischen Geschmack besitzt? Der weiche Teil der Frucht verschmilzt mit dem harten Teil. Die Farben überdecken sich gegenseitig. Eine Schicht überdeckt die andere. Seine Struktur besteht aus zusammen gesetzten Teilchen. Es besitzt eine Haut, die es vor äußere Einflüssen schützt und Wurzeln, die es mit Wasser versorgen.“

Der Inder: „Wäre es aber nicht besser, wenn der Samen mit Blättern umgeben wäre?“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Allah ist der beste Beurteiler. Wenn es mit Blättern umgeben wäre, wie du es vorgeschlagen hast, würde es nicht genügend Luft abbekommen, um Stärke und Vitalität zu erhalten. Es könnte nicht mehr durch die Kälte beeinflusst werden, die es robust machen. Die Sonne könnte es nicht zum reifen bringen. Es würde verfaulen. Die unterschiedlichen Einflüsse wurden von Allah, dem Allmächtigen, geschaffen um die Frucht zu perfektionieren.“

Der Inder: „Der Samen in seinem rudimentären Zustand, war weder Kern noch eine Schale. Es besaß weder eine Farbe, noch einen Geschmack. Es war nur eine Flüssigkeit“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Ja, das ist mir bekannt. Wenn Allah nicht die Teilchen in dieser Flüssigkeit gleichmäßig geteilt hätte, wie könnte dann dieses winzige Tröpfchen Wasser ihre jetzige Entwicklungsstufe erreichen?  Wie konnte es seine jetzige Form annehmen? Du musst von einer Entwicklung ausgehen.“

Der Inder: „Du hast mich überzeugt. Es muss etwas geben, das diese Dinge geschaffen hat. Deine Argumente über das Wachstum der Bäume, ihre Entwicklung und die Beschreibung ihrer Früchte haben mich überzeugt. Aber wieso soll ein Schöpfer das alles erschaffen haben? Wieso können wir nicht sagen, dass diese Dinge aufgrund ihres eigenen Antriebs zur Welt kamen?“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Ihr Design deutet auf eine perfekte Intelligenz hin. Tut es das nicht?“

Der Inder: „Ja, das tut es. Es ist offensichtlich.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Glaubst du, dass es nun vernünftig wäre zu behaupten, dass diese perfekte Intelligenz und Weisheit aus der Nicht-Existenz entstanden sind.

Der Inder: „Nein.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Weißt du nicht, dass diese Halila geschaffen worden ist, vorher nicht existierte und später wieder verschwinden wird?“

Der Inder: „Doch, das ist mir klar. Diese Halila könnte geschaffen sein, aber ihr Schöpfer muss dann ‚Wajib-ul-wujud’ (ewig dauernde Existenz) sein.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Sag mir: Wieso kann diese Halila, die nach deiner Meinung sich selber geschaffen hat, sich nicht davor schützen gepflückt zu werden?“

Der Inder: „Weil es nur die Kraft besitzt, sich selber zu schaffen.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Wenn du auf deine Sturheit bestehen willst, dann mach das, aber sag mir: Hat sich diese Halila vor ihrer Existenz geschaffen oder danach? Wenn du danach sagst, ist deine Behauptung absurd. Es ist unmöglich für eine Sache sich selber zu schaffen, obwohl es bereits existiert. Die Halila müsste sich dann zweimal geschaffen haben. Wenn du behauptest, die Halila hätte sich vor ihrer Existenz geschaffen, dann ist das ebenfalls absurd. Vor seiner Existenz war es absolut nichts. Wie kann eine nicht existierende Sache etwas Existierendes hervorbringen? Während ich sage, dass eine existierende Sache (Allah) nicht existierende Dinge (Halila) schöpft, behauptest du, dass eine nicht existierende Sache existierende Dinge schafft. Wessen Theorie ist logischer?“

Der Inder: „Deine Ansichten sind richtig.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Wieso akzeptierst du sie dann nicht?“

Der Inder: „Ich akzeptiere das, aber ich habe noch einen Zweifel. Könnte der Baum nicht die Halila erschaffen haben, da die Frucht schließlich das Produkt des Baumes ist?“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Gut. Wer hat den Baum dann erschaffen?”

Der Inder: „Eine andere Halila.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Du behauptest wieder dasselbe wie vorhin. Wir sind dabei uns im Kreis zu drehen, ohne jemals an ein Endpunkt zu gelangen. Wenn wir alles zusammenfassen, kommen wir zu der Überzeugung, dass Allah der Schöpfer von allen Dingen ist. Wenn du aber auf deine Ansichten beharren willst, dann wäre ich bereit, dich erneut aufzuklären.“

Der Inder: „Ja mach das.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Kann der Baum von der Halila entspringen, wenn die Halila erst nachher entsteht?“

Der Inder: „Ja.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Der Baum lebt auch hundert Jahre nach dem Tod der Halila weiter. Wer hat dann den Baum erschaffen? Wer schützt den Baum und macht ihn dick und stark? Wer versorgt es mit dem Nötigen? Sicherlich musst du sagen, dass Allah es war, der diesen Baum erschaffen hat. Die Halila kann nicht der Schöpfer sein, da es selber vorher schon verschwindet. Eine tote Sache, kann keine existierende Sache versorgen. Außerdem beginnt der Baum erst richtig an zu wachsen, wenn die Halilas sich bereits auflösen. Wenn der Baum voll ausgewachsen ist, ist der Halila Samen bereits Tod. Sag mir: Wer versorgt, schützt und formt nun den Baum?

Der Inder: „Das kann ich nicht sagen.“

Imam Jaafar as-Sadiq (ع): „Wieso kannst du nicht glauben, dass Allah der Schöpfer ist? Du kannst keine Zweifel mehr haben.“

„Doch, ich habe noch Zweifel, du hast mir nicht genügend Beweise für Seine Existenz gegeben“, sagte er (der Inder).

„Wenn du immer noch auf deine absurde Theorie beharrst, dass existierende Dinge mithilfe der fünf Sinne erkannt werden müssen, so sage ich dir, dass die Sinne nichts ohne die Hilfe des Verstands erkennen können. Der Verstand ist der wahre Leiter. Nur der Verstand bringt alle Dinge in eine enge Beziehung zueinander. Und du behauptest genau das Gegenteil, indem du sagst, dass der Verstand nicht in der Lage ist irgendetwas zu erkennen, ohne auf die Sinne zurückzugreifen. Das ist doch eine falsche Behauptung“, sagte ich (Imam Jaafar as-Sadiq).

„Deine Argumentation ist mir neu“, sagte er, „ich muss erst mehr Details erfahren, bevor ich etwas gestehe“.

„Dann gebe ich dir einige“, sagte ich. „Du musst wissen, dass im Falle des Versagens eines Sinnes oder gar aller Sinne – wie taube Ohren, blinde Augen, verschwundener Geruchsinn – der Verstand allein die entsprechenden Funktionen der Sinne reguliert. Nur der Verstand hat noch die Kontrolle darüber, ob eine bestimmte Handlung ausgeführt wird oder nicht. Und Handlungen, die auf Anraten des Verstands erfolgen, bringen umfassende Ergebnisse“.

Er sagte: „Deine Argumentation scheint überzeugend zu sein, aber du musst es mir noch präziser und genauer erklären“.

„Gut“, ich fragte, „weißt du, dass der Verstand das Versagen der Sinne überlebt?“

„Ja“, antwortete er. „Jedoch schwinden seine Wahrnehmungen und sein Wissen mit den Sinnen dahin. Z. B können Ohren hören, aber nicht der Verstand, also wird es taub mit den Ohren“.

Ich fragte: „Weißt du, dass wenn eine Mutter ein Kind gebärt, die Sinne dieses Kindes noch nicht in der Lage sind zu funktionieren. Die Sinne sind noch nicht so ausgeprägt, dass sie irgendeine Funktion in dieser Lebensphase übernehmen können“.

„Ja, das weiß ich sehr wohl“, antwortete er.

„Dann sag mir doch“, erwiderte ich, „welches dieser Sinne das Kind zum Schreien nach Milch veranlasst, und fröhlich und heiter zu sein, wenn es seine Milch bekommen hat? Welches der Sinne animiert die Vögel auf Beutezug zu gehen, und was bringt die Vögel, die sich von Getreide ernähren, dazu ihre Kücken mit Körnern zu füttern, und die Fleisch fressenden Vögel ihre Küken mit Fleisch zu füttern? Warum ernährt sich die eine Vogelart von Fleisch und die andere kleinere Art von Körnern? Und betrachten wir mal die Wasservögel, warum können sie auf der Wasseroberfläche schwimmen, und jene, die das Land besiedeln, ertrinken und sterben, wenn sie ins Wasser geworfen werden? Wenn alle Geschöpfe die gleichen Sinne haben, wie wird es den Wasservögeln ermöglicht, größere Nutzen als die Landvögel zu ziehen? Warum sterben Landvögel, wenn sie für kurze Zeit in Wasser gehalten werden, und warum sterben die Fische, die die Meere bewohnen, wenn sie für kurze Zeit aus dem Wasser raus genommen werden? Widerlegen diese verschiedenen Eigenschaften der Sinne nicht deine Theorie von der Allmächtigkeit der Sinne und weisen auf ein größeres Intellekt hin, ein Intellekt, das diese Vögel- und Fischarten erschaffen und sie mit Absicht so angeordnet hat, dass die eine Art für das Landleben und die andere für das Leben im Wasser bestimmt ist, und das die Gegebenheiten erschaffen hat, die ihren Bedürfnissen entsprechen? Wenn die Sinne durchwegs allmächtig wären, hätten sie Ähnlichkeiten in den Handlungen bei allen Arten aufgewiesen. Hast du auch schon die Ameise beobachtet, die nie Wasser gesehen hat und trotzdem anfängt zu schwimmen, wenn sie ins Wasser geworfen wird, und der starke und kluge Mensch, der nicht schwimmen gelernt hat, der sinkt bis zum Meeresgrund und kommt anschließend als toter Mann auf die Wasseroberfläche? Nun, wenn die Theorie, dass alle Dinge durch die Sinne in Erfahrung gebracht werden, stimmen sollte, warum benutzt der weise, erfahrene und starke Mensch denn nicht seine Sinne, um sich zu retten so wie die Ameise? Weißt du denn auch nicht, dass der Verstand – die Schatzkammer der Weisheit – genauso in einem Tierjungen als auch in einem Menschenjungen gleichermaßen gegenwärtig ist? Und dass es der Verstand ist, der das Kind zum Schreien nach Milch anregt, und die Körnervögel sich von Körnern zu ernähren und die Fleisch fressenden Vögel nach Fleisch zu jagen“.

„Ich weiß nur dies“, sagte er, „dass der Verstand nur durch die Sinne Dinge in Erfahrung bringen kann“.

„Du hältst immer noch an dein Argument fest und sprichst zugunsten der Sinne, allerdings hast du einmal zugegeben, dass der Verstand die Sinne leitet. Sehr gut, jetzt werde ich dir bezüglich der Sinne beweisen, dass sie nichts außer äußere Dinge wahrnehmen bzw. erkennen können. Sie können auf keine Weise die Existenz von unsichtbaren Dingen wie z. B. den Allmächtigen Allah oder die Seele erkennen. Deshalb hat uns der Schöpfer mit einem Verstand ausgestattet, mit dessen Hilfe die „Hujja“ (Beweise für Seine Existenz) begründet werden kann. Er hat die Sinne erschaffen, damit sie äußere Zustände beobachten und für Ihn sprechen können. Wenn das Auge die Schöpfung in all ihren Teilen beobachtet, dann lenkt es die Aufmerksamkeit des Verstands darauf hin. Das Auge sieht den Himmel, der ohne Stütze in seiner Position bleibt, es sieht seine regelmäßige Bewegung, Rotation und Umlauf, weder werden sie langsamer, so dass sie sich uns nähern, noch schreiten sie voran, dass sie in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden könnten. Ihre Distanz von uns bleibt unverändert und genauso ihr Zustand. Sie werden nicht alt oder verfallen, obwohl Millionen von Tagen und Nächten vergangen sind. Ihre Ecken oder Enden fallen nicht herunter. Die Bewegung der sieben Planteten hängt ebenfalls von der Rotation des Himmels ab. Sie ändern ihre Stellen jeden Tag, jeden Monat und jedes Jahr. Manche sind sehr schnell und manche sind sehr langsam in ihrer Bewegung, aber keines ist zu schnell und keines ist zu langsam. Sie alle kehren an ihre Stelle zurück, nachdem sie ihre festgelegten Aufgaben erfüllt haben, darunter einige unerschütterliche, die ihren Kurs gen Norden einnehmen und manchmal gen Süden. Sie bleiben verborgen während des Tages und werden sichtbar bei Nacht.

Das Scheinen von Sonne und Mond an bestimmten Stellen zu bestimmten Zeiten, wird unter den Wissenschaftlern der Astronomie, die mit einem guten Denkvermögen gesegnet sind, sicherlich nicht als das Ergebnis irgendwelcher menschlichen Erfahrungen oder Willen betrachtet. Noch glauben sie, dass Untersuchungen, Recherchen und Forschungen der Menschen solch ein derartiges Phänomen erzeugen können. Wenn man nun alles einem Test und einer strengen Prüfung unterwirft, so kommt der Verstand zur Vernunft und zum Schluss, dass es Jemanden geben muss, Der dieses wunderbare Universum erschaffen hat, Der die Himmel in ihrer natürlichen Position erhalten hat und sie vor dem Sturz auf die Erde bewahrt. Neben den Himmel, erschuf Er auch die Planeten und die Sterne.

Ferner erkennt das Auge die Erde als ein Gewölbe und teilt dem Verstand ihre Beobachtung mit. Der Verstand fühlt, dass der Aufrechterhalter dieser Erde auch Der sein muss, Der sie an ihrer fixierten Stelle bewahrt und daran hindert aus ihrem Kurs zu geraten, und dass es Der Gleiche sein muss, der die Himmel über uns an ihrer festen Stelle bewahrt. Der Verstand folgert, wenn es keinen Aufrechterhalter dieser Dinge gäbe, die Erde mit allem, was auf sie ruht wie Berge, Bäume, Seen, Sand, etc. leicht zusammenklappen würde. Der Verstand hat mithilfe der Augen entschieden, dass der Schöpfer der Erde Der sein muss, Der die Himmel erschuf….

Darüber hinaus hören die Ohren die Laute sowohl von heftigen Wirbelstürmen als auch von sanften angenehmen Brisen. Das Auge sieht, dass Wirbelstürme mächtige Bäume entwurzeln, solide Gebäude zerstören und Sandhügel von einem Ort an einen anderen transportieren. Und obwohl das Auge all diese Bewegungen beobachten kann, kann es niemanden sehen, der diese ausführt. Das Ohr kann niemanden hören. Noch kann irgendeines der Sinne Seine Anwesenheit aufspüren. Das Auge kann die Luft nicht sehen aufgrund ihrer Ausdehnung, Hände können sie nicht festhalten, weil sie keine feste Masse ist. Das Auge, das Ohr und die Sinne können nichts erkennen ohne die Unterstützung des Verstands. Der Verstand sagt, da gibt es jemanden, Der all diese Dinge kontrolliert. Wenn die Sinne ihre Eindrücke dem Verstand weiterleiten, denkt der Verstand vernünftigerweise, dass der Wind nicht aus eigenem Antrieb bläht, wenn das so wäre, dann würde er ständig blähen ohne aufzuhören, denn gemäß der Philosophie der Naturwissenschaften gilt es als erwiesen, dass eine natürliche Kraft nicht aufhört, es sei denn ihr wird durch eine größere Kraft Widerstand geleistet. Dennoch, diese Kraft hätte nicht eine Sache zerstört und die andere unversehrt belassen, und den einen Baum herausgerissen und nicht den anderen und diese bestimmte Landschaft getroffen und nicht eine andere. All dies wird vom Verstand in Betracht gezogen und erwägt, und es kommt zu dem Schluss, dass jemand den Wind kontrolliert, ihn bewegt oder stoppt so wie es Ihm gefällt, sendet oder entzieht dessen Ströme wem Er will. Auch in Anbetracht der Beziehung zwischen Himmel und Wind und deren Wunder, kommt der Verstand ohne zu zögern zu dem Entschluss, dass der Schöpfer des Windes auch der derjenige ist, der die Himmel, die Erde und all ihre Wunder aufrechterhält. Genauso verhält es sich, wenn die Augen, die Ohren und die Sinne übereinstimmende Informationen über ein Erdbeben an den Verstand weiterleiten. Der Verstand reflektiert über das Zittern einer mächtigen Erde mit ihren Bergen und Seen und allem was dazu gehört. Und angesichts der Tatsache, dass die Erde ein einheitliches festes Gebilde ohne Risse oder gespaltene Teile ist, und dennoch bebt ein Teil und der andere bleibt unbeeinträchtigt, und Gebäude werden zerstört auf der einen Seite, aber nicht auf der anderen, folgert es daraus, dass Derjenige der einen Teil der Erde erschüttert und den anderen verschont auch Derjenige ist, Der den Wind bewegt und die Luft kontrolliert, sie zurückhält oder nicht, ganz nach Seinem Willen. Er ist der Designer und Organisierer der Himmel und Erde und alle Dinge die mit ihnen in Verbindung stehen. Der Verstand errät mit Bestimmtheit, dass die Erde unmöglich von alleine beben kann, weil sie naturgemäß solide ist, dürfte sie niemals zittern.

Und wenn sie naturgemäß nicht solide wäre, hätte sie nie aufgehört zu zittern, weil der natürliche Zustand einer Sache unveränderbar ist. Und somit wurde dem Verstand bewiesen, dass Der, Der die Erde entworfen und erschaffen hat, irgendein beliebiges Teil von ihr erschüttern kann oder nicht. Das Auge hat auch ein anderes wunderbares Zeichen für Allahs Existenz im Gewölk beobachtet, das durch Sein Gebot wie Rauch oben zwischen Erde und Himmel schwebt. Dieses Gewölk hat keinen Körper, das mit Bergen kollidieren kann. Es geht durch Bäume ohne sie zu rütteln oder an ihnen haften zu bleiben. Es geht oft durch Karawanen und wenn es dunkel und dick ist, vernebelt es ihnen den Weg. Trotz seiner leichten Erscheinung trägt es Mengen von Wasser mit sich in unbeschreibbarer Beschaffenheit. Es trägt immense Blitze und Donner, Schnee, Hagel und Tau in einer Größenordnung, die über die Vorstellungskraft des Menschen hinausgeht. In bergigen Regionen steigt es sehr hoch hinauf. Manchmal sieht man es in einem zerstreuten Zustand und manchmal als eine einheitliche Masse. Seine Bewegung hängt vom Wind ab, der durch den Willen von Allah reguliert wird. Durch die Beeinflussung des Windes steigt es manchmal auf und dann wider ab, natürlich ohne dabei das Wasser, das es trägt, auf die Erde fallen zu lassen, und ein anderes Mal regnet es in Strömen. Sehr oft sehen wir es über Städte und viele Orte hinwegschweben, ohne dabei auch nur ein Tropfen Wasser zu verlieren. Und wenn es sich über hunderte von Meilen über Land ausgestreckt hat, fängt es an einen Tropfen nach dem anderen zu regnen, und manchmal in Strömen mit der gleichen Menge an Wasser. Manchmal regnet es unaufhörlich, dass Reservoirs, Tanks, Bahnen und Flüsse überlaufen und Straßen überflutet werden und man sieht ein Meer von Wasser so weit das Auge reicht. Manchmal regnet es so heftig, dass das Ohr fast taub durch das Brausen und Donnern wird. Mit diesem Regen belebt Allah trockenes Land wieder, ändert seine Farbe und Kleid in eine grüne Pracht. Das Grass, das Futter der Tiere, fängt an zu wachsen. Nachdem es aufhört zu regnen, lösen sich die Wolken auf und werden allmählich unsichtbar, keiner kann sagen, wohin sie verschwunden sind. Sobald diese Beobachtungen durch das Auge an den Verstand weitergegeben werden, fängt der Verstand an darüber nachzudenken. Der Verstand überlegt, dass wenn diese Bewegungen und Funktionen der Wolken sich von selbst erschaffen haben und nicht durch eine perfekte Weisheit reguliert würden, wäre es den Wolken nicht einmal möglich die Hälfte des Wassers zu tragen. Und wenn die Wolken den Regen von selbst schütten würden, könnten sie sich nicht weiter von ihrer Stelle entfernen, und es hätte nicht tropfenweise geregnet, sondern im Gegenteil, sie würden das ganze Wasser auf einmal und auf der Stelle ausschütten, weil es ihnen an Intelligenz mangelt und sie nicht die Folgen vorausahnen können, wenn das Wasser plötzlich an einer Stelle ausgeschüttet wird. In diesem Falle würden Gebäude einstürzen, der Gemüseanbau ruiniert werden, ein Teil des Landes würde überbewässert sein und ein anderes trocken und unfruchtbar bleiben. Diese Überlegungen bringen den Verstand zu der Erkenntnis, dass der Schöpfer all dieser Dinge der Ein und Derselbe sein muss. Denn gäbe es einen oder zwei oder drei, wären seit der Entstehung des Ganzen Differenzen und Uneinigkeiten zwischen ihnen entstanden hinsichtlich der Regulierung all dieser Abläufe. Manche wären dann langsamer als die anderen. Manche hochragende Dinge würden tiefer gelegt werden, und manch tief liegende Dinge würden höher gelegt werden. Manch Planeten würden entgegen der vorherrschenden Regelen aufbrechen anstatt unterzugehen und manche würden untergehen anstatt aufzubrechen. Kurz gesagt, überzeugt die Einheit des Designs, die sich deutlich in der Schöpfung manifestiert, den Verstand von der Tatsache, dass der Schöpfer von allen sichtbaren und unklaren Dingen und Wundern des Universum Er ist, Dessen Existenz unendlich ist und schon vor dem Entstehen all dieser Dinge existiert hat. Er ist der Schöpfer und Aufrechterhalter des Himmels, der Schöpfer und Designer der Erde und der Schöpfer all dieser Dinge, die ich gerade erwähnt habe und anderen Dingen, die zuviel sind um sie aufzuzählen.

Ferner beobachtet das Auge die Folge von Tag und Nacht, die aufeinander folgen ohne eine etwaige Veränderung in ihrer Regularität und ihres Zustands. Es sieht sie ineinander übergehen in regelmäßigen Stunden, ihre typischen Merkmale von hell und dunkel, ihre unterschiedlichen Kürzen und Längen. Es sieht, dass die Sterne und die Planeten durch diese Folgen von Tag und Nacht unberührt bleiben, das Herannahen und Aufbrechen von verschiedenen Jahreszeiten mit dem stets gleichen Anfang und Ende. Und der Verstand erkennt mit dem instinktiven Sinn, den ihm Allah der Allmächtige gegeben hat, über alle Zweifel erhaben, dass der Erschaffer all dieser perfekten Weisheit der Einzige, Allmächtige, Allwissende, Ewige Allah ist. Es denkt, gäbe es mehr als einen Erschaffer, hätte jeder einzelne von ihnen der Schöpfung des anderen Erschaffers keine Bedeutung beigemessen, und würde versuchen, den anderen im Design zu übertreffen. Infolgedessen würden anstatt Regularität und Harmonie nur noch Unordnung und Wirrwarr herrschen…

Darüber hinaus hat das Ohr die Botschaft von Allah durch seine Gesandte vernommen, die die Schlussfolgerung des Verstands bestätigt. Das Ohr hört Zeugnisse, dass Allah weder eine Frau noch einen Sohn noch einen Partner hat, und diese Botschaft wurde vom Verstand aufgenommen, um die Wahrheit zu erkennen“.

„Was du da beschrieben hast“, sagte er, „sind wunderbare Dinge – Dinge, die ich nie zuvor gehört habe. Dennoch bin ich nicht ganz überzeugt von dem, was du gesagt hast, es sei denn du lieferst mir mehr überzeugende Beweise“.

„Gut“, sagte ich, „wenn du dich nicht imstande dazu fühlst, meine Beschreibungen zu widerlegen oder einen Fehler darin zu finden und du dich selbst mit deinen Argumenten auseinandersetzt, bin ich überzeugt davon, dass dein Verstand in Kürze inshallah (so Allah will) dir versichern wird, dass die Sinne nicht imstande sind das Geringste zu erkennen ohne die Hilfe des Verstands. Nun erzähle mir doch, hast du mal einen Traum erfahren, in dem du etwas gegessen hast und dessen angenehmen Geschmack du genossen hast“.

„Ja“, sagte er.

„Hast du jemals geträumt“, fragte ich ihn, „dass du gelacht hast oder bitterlich geweint hast, in bekannte und unbekannte Länder gereist bist, und du diese Länder wahrgenommen hast, die du zuvor gesehen oder gekannt hast“.

„Ja“, antwortete er, „ich hatte viele solche Träume“.

Ich frage ihn: „Hast du jemals in deinen Träumen Verwandte, Eltern oder Geschwister gesehen, die schon lange verstorben sind und erkanntest sie so wie du sie in deinem Leben gekannt hast?“.

„Warum nicht“, sagte er, „ich habe viele solche Träume erlebt“.

„Na dann, sage mir doch, welches der Sinne fühlte den toten Menschen und gab es dem Verstand zu erkennen, damit der Verstand ihn wahrnehmen kann und mit ihm sprechen kann, welches der Sinne genoss das Essen, und welches hat die bekannten und die unbekannten Länder wahrgenommen, durch die er gereist ist? Welcher Sinn lachte und weinte?“ fragte ich ihn.

„Ich bin verwirrt“, sagte er, „ich kann nicht beantworten, welches meiner Sinne in diesem schlafenden Zustand die oben erwähnten Dinge gemacht hat. Fakt ist, dass wenn man schläft, man wie tot ist, und in diesem Zustand ist es schier unmöglich für die Sinne zu fühlen, zu erkennen, zu sehen oder etwas zu hören“.

Ich fragte ihn: „Erzähl mir, wann bist du von deinem Schlaf aufgeschreckt, hast du nicht deine Träume in dem Maße ins Bewusstsein zurückgerufen, um sie deinen Verwandten und Freunden erzählen zu können und dabei nichts zu vergessen?“.

„Ja“, sagte er, „manchmal habe ich etwas im Traum gesehen und das gleiche noch mal im wachen Zustand“.

„Also gut, dann sage mir, welches der Sinne dich mit den Erinnerungen dessen, was du gesehen hast inspiriert hat, wenn diese Sinne geschlafen haben?“.

„Keines der Sinne scheint mit dem irgendetwas zu tun zu haben“, sagte er.

„Leuchtet es dir jetzt nicht ein, dass es der Verstand ist, der all dies sieht, sich an sie erinnert (im schlafenden Zustand), während alle Sinne aufgehört haben zu arbeiten? Weißt du nicht, dass der Verstand mit Vernunft ausgestattet wurde, durch Mittel, durch die Allah sein Beweis (Hujja) einwandfrei feststellt?“.

„Was ich in einem Traum sehe, ist so gehaltlos wie eine Fata Morgana, die aus der Ferne wie echtes Wasser aussieht, und von der Nähe betrachtet stellt sich heraus, dass es nur Sand ist“, sagte er.

„Wie kannst du Vergleiche anstellen, wenn du in deinem Traum verschiedene Geschmacksrichtungen genießen kannst?“, befragte ich ihn.

Er sagte: „Aufgrund der Tatsache, dass wenn ich mich einer Fata Morgana nähere, ich nur Sand vorfinde, und wenn ich aufwache, ich nichts von dem vorfinde, was ich im Traum gesehen habe“.

„Nun, wenn ich dir über das, was dich im Traum erfreut oder beunruhigt hat, einen Beispiel gebe, wirst du dann an die Realität der Träume glauben?“, fragte ich.

„Ja, warum nicht?“, antwortete er

„Berichte mir“, sagte ich, „hast du jemals in einem Traum mit einer dir bekannten oder unbekannten Frau gelebt?“

„Viele Male“, erwiderte er.

„Hast du dann nicht das gleiche Gefühl empfunden, das durch die Befriedigung der sexuellen Begierde im wachen Zustand hervorgerufen wird, und werden nicht genau die gleichen Spuren hinterlassen?“, fragte ich.

„Dies widerlegt das Argument mit der Fata Morgana, denn sie stellt sich als unecht heraus, sobald man sich ihr nähert, sie verschwindet einfach. Aber hier ist genau der Gegensatz der Fall, die Handlung im Traum hinterlässt Spuren um die Wirklichkeit der Gefühle zu beweisen“.

„Der Träumer sieht die gleichen Dinge, die seine Sinne im Wachzustand miterlebt haben“, sagte er.

Ich sagte: „Sehr gut, du bestärkst mein Argument, wenn du die Fähigkeit des Verstands anerkennst, Dinge zu begreifen und zu identifizieren, derer sich die Sinne (die nicht länger arbeiten) nicht entsinnen. Warum hast du zuerst behauptet, dass der Verstand auch nicht einmal mithilfe der Sinne und im Wachzustand diese Kraft besitzt, und dass es nur die Sinne sind, die all diese Dinge begreifen? Kannst du mir sagen, wer (wenn die Sinne ausgeschaltet waren) dem Verstand, der weder Ohren noch Augen hat, diese Kraft gegeben hat? Denn du hast zugegeben, dass es der Verstand war, der die Frau gesehen und die Freude ihrer Gesellschaft genossen hat, obwohl die Sinne nicht an der Arbeit waren?

Es ist töricht, das Wissen des Verstands anzuerkennen, wenn die Sinne am Schlafen sind, und es abzulehnen, wenn die Sinne wach sind. Ein vernünftiger Mensch muss daran glauben, dass der Verstand der König und der Hauptverwalter der Sinne ist. Und egal wie töricht er sein mag, kann er sich doch nicht der Tatsache entziehen, dass die Hand weder das Auge herausziehen kann noch die Zunge abschneiden kann, noch kann irgendeines der Sinne über irgendein Körperteil verfügen ohne die Erlaubnis, die Anregung und den Behelf des Verstandes. Allah hat dem Verstand die Erhabenheit über den Körper gegeben, und der Körper kann nur mit dessen Kraft fühlen, sehen oder hören. Wenn der Verstand den Rückzug befiehlt, kann der Körper nicht voranschreiten und vice versa. Nur durch seine Intervention arbeiten die Sinne. Sie gehorchen seinen Befehlen. Wenn er es ihnen verbietet zu handeln, dann gehorchen sie sofort seinem Befehl. Es ist der Verstand, an dem Sorgen nagen und den Freuden aufheitern. Trotz des Verlustes oder der Störung eines der Sinne, bleibt der Verstand intakt. Wenn der Verstand jedoch nicht mehr funktioniert, erleiden die Sinne das gleiche Schicksal, die Augen sehen dann nicht mehr richtig und die Ohren verstehen nicht“

„Ich glaube kaum, dass du imstande bist, mit diesen schwierigen Fragen umzugehen, ohne dabei verwirrt zu werden. Deine Argumente sind so elegant und scheinen unanfechtbar zu sein“, sagte er.

„Hör zu“, sagte ich, „ich werde dir noch überzeugendere Argumente liefern über den Wahrheitsgehalt dessen, was ich dir erzählt habe und über die Dinge, die du in deinen Träumen gesehen hast“.

„Nur zu, ich bin kein bisschen erstaunt über deine Redegewandtheit“, begegnete er.

Ich fragte ihn: „Wenn du über eine Aufgabe nachdenkst, oder einen Plan entwirfst um etwas zu bauen oder zu errichten, erteilst nicht einen Auftrag um diese auszuführen?“

Er antwortete: „Ja“.

„Während du solche Pläne ausarbeitest und Entwürfe gestaltest über Dinge, die noch nicht existieren, lässt du deine Sinne Partner deines Verstands werden, der diese kreiert?“, fragte ich.

„Nein“, sagte er.

Ich sagte: „Ist es denn nicht ersichtlich, dass Dinge, die in Übereinstimmung mit dem wohlüberlegten Urteil des Verstands ausgeführt werden, von höherem Rang sind? Ist dann damit nicht erwiesen, dass der Verstand über alle Dinge bescheid weiß und nicht die Sinne?“

„Ich denke schon“, sagte er. „Aber fahre bitte fort mit deiner Argumentation, denn nun bin ich erpicht darauf, alle Zweifel abzulegen und die Wahrheit zu akzeptieren“.

„Umso besser“, sagte ich, „sage mir, ob es in deinem Herkunftsland auch Astronomen gibt?“

„Du scheinst nicht in dem Maße mit dem astronomischen Wissen vertraut zu sein wie meine Landsleute“, erwiderte er, „ich glaube, es gibt keine Nation, die uns in diesem speziellen Wissensbereich übertreffen kann.“

„Schön, dann sage mir, wie haben sie dieses Wissen über Astronomie erworben, denn dieses Wissen kann nicht mithilfe der Sinne erworben werden, sondern nur durch tiefgründige Gedanken und Reflexionen?“, fragte ich.

Er antwortete: „Ja, das ist wahr. Manche Gelehrten fertigten Gesetzestafeln von großer Bedeutung an, die von den folgenden Generationen befolgt wurden. Wenn eine Anfrage erfolgt, werden die Bewegungen und die Positionen von Sonne, Mond und Sterne in Betracht gezogen. Sie ermitteln die Lage der Sterne, welche der sichtbaren Sterne Unheil verheißend und welche der unsichtbaren Sterne Glück verheißend sind. Sie kennen sich in dieser Wissenschaft so gut aus, dass sie sich in ihren Berechnungen kaum irren. Die Menschen nehmen ihre Kinder zu diesen Astrologen, und sie kalkulieren und prophezeien anhand der Bewegungen der Planeten Ereignisse und Vorfälle, die im Leben des Kindes eingetreten sind oder eintreten werden“.

„Was hat die Bewegung der Planeten mit dem Leben der Kinder zu tun, dass die Eltern sie zu diesen Astrologen hinbringen“, fragte ich.

„Weil die Geburt jedes Kindes mit der Bewegung eines Planeten übereinstimmt, wenn das nicht so wäre, würden die Astrologen Fehler machen. Sie berechnen den Bewegungs-Tag, Monat und Jahr, in denen das Kind geboren wurde, und sind korrekt in ihren Schlussfolgerungen“, antwortete er.

„Wenn das wirklich wahr ist, hast du soeben eine so wunderbare Wissenschaft beschrieben, die mit keiner anderen verglichen werden kann noch verdient eine andere mehr Respekt als sie, denn die Vorfälle und Ereignisse im Leben eines Menschen von der Geburt an bis zum Tode können durch sie in Erfahrung gebracht werden. Glaubst du, dass die Kenntnisse in dieser Wissenschaft beim Menschen angeboren sind?“

„Nein, das glaube ich nicht“, sagte er.

„Dann lass uns darüber nachdenken“, sagte ich, „wie diese Kenntnisse erworben wurden. Und ist es richtig, wenn wir behaupten, dass nicht alle Menschen diese Kenntnisse erwerben können, obwohl jeder unter dem Einfluss der Bewegungen von Planeten und Sternen geboren wird. Ich erkläre mich bereit zuzugestehen, dass nur wenige Menschen diese Wissenschaft lernen und beherrschen. Aber die Frage ist, wie lernen oder beherrschen sie diese Wissenschaft – insbesondere die Kenntnisse, mit denen sie die Sterne als Unheil verheißend oder Glück verheißend bestimmen können? Wie haben sie die Zeit festgelegt, die Stunden und Grade, die langsamen oder schnellen Bewegungen der Planeten und Sterne, ihre exakte Position über oder unterhalb der Erde, und ihre Prophezeiungen, die du erwähnt hast? Wie haben sie diese erfasst? Ich glaube, kein Geschöpf auf diesem Globus ist so weit fortgeschritten, dass es die sichtbaren und unsichtbaren Geheimnisse dieses Universums durchschauen kann“.

„Du magst nicht daran glauben“, sagte er, „aber sie haben es gemacht, davon bin ich überzeugt“.

Ich sagte: „Wenn du behauptest, dass alle Erdenbewohner in Verbindung mit einer bestimmten Sternen- und Planetenkonstellation geboren werden, müsste der weise Gelehrte, der als erster die Wissenschaft der Astronomie entdeckt hat, auch so geboren worden sein.“

„Natürlich, er muss zu der Kategorie der menschlichen Rasse gezählt werden“, erklärte er.

„Bringt dich deine Argumentation dann nicht zu der Erkenntnis, dass diese Planeten und Sterne schon vor der Geburt dieses weisen Gelehrten existiert haben müssen, der die Wissenschaft der Astronomie entdeckt hat, und in Verbindung mit einer Planeten- und Sternenkonstellation geboren wurde?“

„Absolut, die Planeten und Sterne müssen vor seiner Geburt schon vorhanden gewesen sein“.

„Dann erkläre mir, wie kann der weise Erfinder der Wissenschaft die Methode der Berechnung der Sterne erlernen ohne einen Lehrmeister, der ihm das beibringt? Wenn du sagst, er hatte einen Lehrmeister, dann müsste der Lehrmeister vor der Entstehung der Sterne schon existiert haben. Und gewiss muss es Er sein, Der die Regeln und Anordnung für diese Bewegungen, auf denen, wie du sagst, die Ereignisse des Lebens basieren, und anhand derer die Zukunft eines neugeborenen Kindes vorhergesagt werden kann. Angesichts dieser Gegebenheit muss der weise Entdecker der Wissenschaft der Jünger und Schüler dieses Lehrmeisters gewesen sein, der vor den Steren existiert hat und sie und den Gelehrten unter einer bestimmten Sternen- und Planetenkonstellation erschaffen hat. Dann ist Derjenige, Der die Wissenschaft begründet hat, auch Der, Der vor den Sternen da war, der Erschaffer von den Sternen und den Menschen, die in Verbindung mit ihren Bewegungen geboren werden. Wenn wir das Alter des weisen Gelehrten auf das zehnfache Alter der Erde schätzen, muss er die gleichen Beobachtungen von den Sternen festgestellt haben wie wir. Sie müssen bei Nacht auch am Himmel gefunkelt haben, wenn sie erschienen sind. Wo liegt der Unterschied zwischen ihm und uns? Woher weiß er die genaue Berechnung während wir sie nicht wissen? Hatte er eine besondere Macht, um näher an das hohe Firmament zu rücken, um die Geheimnisse der Sterne, ihre Position und Bewegungen eingehender zu studieren, und zu lernen, welche von ihnen die Sonne und den Mond bedecken, welche beständig bei der Geburt eines Kindes sind, und welche Unheil verheißend und verdächtig sind, schnell oder langsam, und viele andere Dinge, wie die Zeitdauer, die sie verborgen im Schatten der Erde verbringen, und die exakte Stundenanzahl ihres Erscheinens und Verschwindens? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein menschliches Wesen so ein großes Wissen über himmlische Dinge hat, denn die bloße tiefgründige Reflexion kann ihm das nicht vermitteln noch können seine Sinne soweit reichen? Wie hat er die Methode zur Berechnung der Bewegungen von Sonne und Mond ermittelt, und das Wissen darüber, welches der sieben Planeten verdächtig und Unheil verheißend ist und die exakte Position dieser Gestirne, und die richtige Beurteilung, ob ein Gestirn aufgeht oder untergeht? Wie kann er, von der Erdoberfläche aus, etwas studieren das am Himmel ist? Wie kann er die Sterne sehen, die durch die blendenden Sonnenstrahlen unsichtbar gemacht werden? Wenn du behaupten willst, dass er in den Himmel geflogen ist, woran mein Verstand zweifelt, aber auch dann könnte er dieses Wissen nicht ohne einen Lehrmeister bewältigen. Wenn man nicht in der Lage ist, ein irdisches Wissen zu beherrschen, wie kann er dann ein Wissen außerhalb der Erde bewältigen?“

„Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals von jemandem gehört zu haben, der in den Himmel gestiegen ist“, sagte er.

„Vielleicht“, legte ich ihm nahe, „hat der weise Gelehrte es ja doch gemacht, und dir ist es nur nicht bewusst“.

„Das würde ich nicht abnehmen, von keiner Quelle“.

„Darin stimme ich mir dir überein, aber lass uns trotzdem annehmen, dass der weise Gelehrte in der Lage war in den Himmel emporzusteigen. In diesem Fall müssten wir auch daran glauben, dass er unglaubliche Reisen gemacht hat, jeden Stern und Planeten besucht hat, und bei ihnen geblieben ist, bis er sein Wissen über ihr Aufgehen und Untergehen vervollständigt hat. Und da manche Planeten 30 Jahre brauchen um ihre Rotation zu beenden, hat er notwendigerweise diese erwähnte Phase bei ihnen verbringen müssen, egal wie lange sie dauerte, um wirklich alle Informationen zu sammeln. Lass uns auch all dies als erwiesen annehmen, dass er nicht nur in den Himmel gestiegen ist, sondern sogar auch in Begleitung mit jedem einzelnen Gestirn gereist ist, bis er all ihre Gewohnheiten erkundet hat.

Und dennoch können seine Beobachtungen nicht als vervollständigt betrachtet werden, bis er die Sterne unterhalb der Erde studiert hat. Und dafür muss er noch mal den gleichen Zeitaufwand aufbringen, den er für das Beobachten der Himmelskörper gebraucht hat, um die Wissenschaft mit ihrer aktuellen Genauigkeit der Berechnung zu erfassen, ohne dabei einen ihrer Aspekte zu vergessen, denn die Bewegungen der Sterne unterhalb der Erde sind nicht die gleichen. Er muss die Zeitspanne bestimmen, in der diese Sterne unsichtbar bleiben, ob bei Tag oder bei Nacht, das ist ein wesentlicher Aspekt. Ferner muss ein für alle mal die Frage geklärt werden, ob es nur einen weisen Gelehrten gab, der dies machte. Wenn es mehrere Gelehrten gab, dann hätten sie Unterschiede in ihren Kalkulationen gehabt. Fällt dir jetzt nicht auf, dass deine Idee mit dem weisen Gelehrten, der in die Tiefen der Meere getaucht ist, und sich durch die Dunkelheit der Erde durchgebohrt hat und sich in alle Himmel begeben hat, an die Sterne und Planeten fest geklommen hat, um das Wissen über ihre Bewegungen zu erwerben und das gleiche bezüglich der Sterne unterhalb der Erde macht, nicht mithalten kann!“

„Ich halte nicht an der Theorie fest, dass irgendjemand die Himmel emporsteigen kann oder in die Tiefen der Meere tauchen kann oder das Innere der Erde durchbohren kann“.

„Wenn du nicht an dieser Theorie glaubst, dann sage mir doch, wie kann der Gelehrte, den du für den Erfinder hältst, die Wissenschaft von der Astronomie lernen? Wie kann er seine einschlägigen Forschungen vervollständigen, wenn er erst lange nach der Erschaffung der Sterne, über die er bescheid weiß, angefangen hat zu existieren?“

Der Inder sagte: „In Anbetracht deiner Argumente, scheint es nicht klug oder weise zu sein, zu behaupten, dass dieses Wissen von einem Wesen dieser Erde entdeckt wurde“.

„Dann gibst du also zu, dass dieses Wissen nur jemandem, der alle inneren und äußeren Inhalte der Himmel und Erde kennt, bekannt sein kann“.

„Wenn ich das tue, dann muss ich Allah anerkennen, von Dem du sagst, Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde“.

Ich fragte ihn: „Hast du mir nicht erzählt, dass die auf der Astronomie basierten Berechnungen absolut korrekt sind, und dass die Geburt eines Kindes mit einer bestimmten Sternenkonstellation einhergeht?“

Er antwortete: „Ja, das habe ich dir gesagt, und daran habe ich auch keine Zweifel, aber ich habe Zweifel daran, ob es einen Schöpfer gibt“.

„Diese Zweifel werden beseitigt werden. Sagtest du nicht, dass kein menschliches Wesen in die Himmel steigen kann oder zusammen mit den Bewegungen der Sonne, Mond und Sterne, ob nach Osten oder Westen oder in irgendeine Richtung reisen kann?“

„In die Himmel aufzusteigen ist unmöglich“, sagte der Inder.

„Also gut, was hast du für eine Alternative als zuzugestehen, dass es ein göttlicher Lehrer war, der diese Wissenschaft lehrte?“

„Wenn ich sage, dass kein Lehrer diese Wissenschaft gelehrt hat, dann mache ich mich lächerlich, und wenn ich sage, es war ein irdischer Lehrer, dann ist das genauso eine irrationale Aussage, denn kein menschliches Wesen hat selbst Wissen über den obigen Himmel erworben, oder über die untere Hölle, denn kein Mensch ist imstande, in diese Dinge, die außerhalb der Reichweite unserer Augen liegen, zu spähen. Auch wenn wir eine Beobachtung aus der Nähe voraussetzen, können wir nichts über das Innere erfahren, denn nach meiner Überzeugung ist nichts real außer das, was mithilfe der Sinne erfasst werden kann, und es ist offensichtlich, dass die Sinne hier nicht weiterhelfen können. Das Auge kann nur Bewegungen wahrnehmen und darüber hinaus sonst nichts. Das Wissen und die Berechnung der Bewegungen, die Unterschiede zwischen schnell und langsam, die Phase des Verschwindens und Wiedererscheinens der Sterne liegen außerhalb der Reichweite der Sinne“, sagte er.

„Wenn du die Wissenschaft der Himmel studieren möchtest, würdest du dir ein irdisches oder ein himmlisches Wesen als Lehrer aussuchen?“

„Ich würde ein himmlisches Wesen aussuchen, weil die Sterne in seiner Region liegen und nicht von irdischen Wesen erreicht werden können“.

„Schön. Ich hoffe, du gibst dir jetzt etwas Zeit zum gründlichen Nachdenken, und beseitigst alle Zweifel aus deinem Kopf.

Wenn alle Menschen auf der Erde in Verbindung mit einer bestimmten Sternenkonstellation geboren werden, ob düster oder günstig, dann steht es doch außer Frage, dass die Sterne vor den Menschen auf der Erde existiert haben, denkst du nicht?“

„Ja, das denke ich auch“, antwortete er.

„Also, dann hast du deine eigene Aussage, dass die Menschen schon auf der Erde existiert haben selbst widerlegt. Du hast ohne den geringsten Zweifel zugegeben, dass die menschliche Rasse nach den Sternen entstanden ist, und wenn die Sterne vor der menschlichen Rasse existierten, dann folgt zwangsläufig, dass die Erde auch vor der menschlichen Rasse existierte“.

„Ich sagte nicht, dass die Erde vor ihnen existierte“.

Ich sagte: „Wenn die Erde, die Der Allmächtige Allah für den Menschen als Teppich erschaffen hat, auf dem er gehen kann, nicht vor den Menschen existierte, hätten diese Geschöpfe zusammen mit allen niederen Lebewesen nichts, worauf sie sich ausruhen könnten. Es ist unvernünftig zu behaupten, dass sie im Raum schwebten, weil sie gar keine Flügel besitzen“.

„Was würden ihnen schon Flügel nützen, wenn sie gar keine Existenzmittel hätten“, erwiderte er.

„Bravo“, sagte ich, „hast du jetzt immer noch Zweifel bezüglich der Präexistenz der Erde und der Sterne?“

„Nein, ich bin jetzt völlig überzeugt von der Präexistenz der beiden“.

„Ich werde jetzt die Diskussion auf weitere Themen ausweiten, die deine Neugier erwecken und deinen Wissensschatz bereichern können“.

Er sagte: „Deine vorherigen Argumente waren ausreichend, um meine Zweifel zu beheben“.

„Du weißt, dass ich der Ansicht bin, dass Sonne, Mond und Sterne ihre Aufgaben im Himmel erfüllen“.

„Ja, das weiß ich“.

„Würdest du es nicht als die Basis und das Fundament für diese Himmelskörper betrachten?“

„Doch, schon“, antwortete er.

„Demzufolge wurden meiner Ansicht nach die Sterne, die laut deiner Aussage mit der Geburt der menschlichen Rasse in Verbindung stehen, nach dem Himmel erschaffen, weil sie ihre Rotation im Himmel ausführen, manchmal bewegen sie sich nach oben und manchmal nach unten“.

„Alles ist so klar ersichtlich, dass nur ein Irrsinniger dies leugnen könnte. Der Himmel ist das Fundament für die Himmelskörper und existierte zweifellos vor ihnen, weil diese Himmelskörper sich darin bewegen und ihre Aufgaben erfüllen“.

„Jetzt hast du zugegeben, dass der Schöpfer der Sterne, gemäß deren Bewegungen die Menschen geboren werden, der Gleiche ist, Der den Himmel und die Erde erschuf, denn ohne die Erde könnte es keine Schöpfung geben“.

„Ja, du hast recht, ich habe keine Alternative als dies als die Wahrheit zu akzeptieren“.

„Weist dich deine Vernunft nicht noch weiter darauf hin, dass Derjenige, Der Erde, Himmel, Sonne, Mond und andere Planeten erschuf, Allmächtig und Weise sein muss, denn ohne den Himmel müssten die Geschöpfe der Erde zugrunde gehen, weil die Himmelskörper in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Leben auf der Erde stehen und dafür notwendig sind? Würde z. B. nur die Sonne fehlen, würde nichts reifen können, und die giftigen Bestandteile der Luft könnten nicht aufgehoben werden und alles würde sterben“.

„Jetzt möchte ich die Weisheit Allahs bezeugen, Der all diese Dinge machte, durch die du all meine Zweifel beseitigt hast. Ich muss deine Theorie akzeptieren, dass der Lehrer der Wissenschaft der Astronomie, und der Erfinder der dazugehörigen Berechnungen kein Erdenbewohner sein kann, weil das, was er erforscht im Himmel ist, und jene Person, die imstande ist, die Geheimnisse des Himmels aufzudecken, mächtig genug sein kann, um unter die Erde durchzudringen. Dennoch kann ich nicht verstehen, wie ein menschliches Wesen die Wissenschaft beherrschen und sie bis zu ihrer jetzigen Einheitlichkeit und Logik weiterentwickeln konnte, die kein Mensch abstreiten kann. Wenn ich die Prinzipien der Wissenschaft nicht kannte, hätte ich von Anfang an rundweg das gleiche geleugnet und das Thema für nichtig erklärt“.

„Ich werde es dir anhand der Myrobalane (Halila), die du in deinen Händen hältst und anhand der Wissenschaft der Medizin, die schon der Beruf deiner Vorväter war und nun deins ist, verdeutlichen. Diese Myrobalane und die Medizinwissenschaft werde ich mit den Himmelskörpern und ihrer Wissenschaft vergleichen. Aber versprichst du mir, nicht nur die Wahrheit anzuerkennen sondern ihr auch gerecht zu werden?

„Ja, das verspreche ich“, sagte er, „bitte fahre fort“.

„Gab es denn eine Zeit, in der die menschliche Rasse in Unkenntnis des Wissens und seines Nutzens war, genauso bewusstlos wie diese Myrobalane?“

„Warum nicht?“, antwortete er, es muss eine Zeit gegeben haben, in der sich niemand in der medizinischen Wissenschaft und ihren Nutzen auskannte. Das Wissen wurde erworben“.

„Wie? Wenn sie sich des Wissens vollständig unbewusst waren, wie haben sie es erworben?“

„Durch Erfahrung und Experimente und nach einer beträchtlichen Zeit“, sagte er.

„Woher kam der Gedanke zum Experimentieren“, fragte ich. „Was ließ sie denken, dass so eine Sache, die zu Medizin umgewandelt wurde für den menschlichen Körper nützlich ist, wenn die äußere Form dieser Dinge schädlich aussieht, und manche so schmerzhaft bitter und unangenehm schmecken, sobald sie auf die Zunge gesetzt werden. Und wie sind sie zu der Erforschung solcher medizinischen Pflanzen gekommen, die völlig unbekannt waren, und nicht durch ihre Sinne wahrgenommen werden konnten, denn nach etwas zu verlangen, das unbekannt ist, ist völlig unmöglich und absurd?“

„Die Erfahrung führte zur Erforschung und der Einführung der medizinischen Wissenschaft“.

„Na, dann sage mir doch, wer sie eingeführt hat oder wer die Natur und die Wirkungen der angewandten Pflanzen beschrieben hat, wenn doch einige im fernen Westen und einige im fernen Osten wachsen. Sagt dir dein Instinkt nicht, dass die Person, die das gemacht hat, an den Orten gelebt haben muss, an denen diese Pflanzen wachsen“.

„Doch“, sagte er, „und was für ein weiser Mensch diese Person war, denn sie hat alle anderen Menschen auch davon überzeugt.“

„Wenn du dein Versprechen erfüllen willst und der Wahrheit gegenüber gerecht sein willst, sage mir wie dieser Erfinder dazu kam, die Beschaffenheit jeder Heilpflanze zu erkennen. Nehmen wir an, er hätte sich das Wissen über alle Heilpflanzen in seinem Dorf angeeignet, oder sogar in ganz Persien. Aber kannst du dir vorstellen, dass er seine Forschungen und Untersuchungen überall auf der Welt weitergeführt hat und alle Früchte, Blätter und Wurzeln ausprobiert hat, um ihre Eigenschaften und Wirkungen an sich selbst zu testen? Kannst du dir vorstellen, selbst mit der Unterstützung anderer Wissenschaftler, dass er sich vollkommenes Wissen über die Pflanzenwelt in Persien angeeignet hat, indem er mit seinen Sinnen diese Pflanzen studierte, jenen Sinnen, die nichts über die Eigenschaften der Pflanzen und Bedeutung oder Unbedeutung der persischen Botanik wahrnehmen können. Wie wissen sie, dass diese und jene Pflanze unnützlich ist, wenn nicht ein Rezept da wäre, der die Myrobalane (Halila) aus Indien, Mastix aus Rom, Moschus aus Tibet, Zimt aus China, Weide aus der Türkei, Opium aus Ägypten, Aloe aus Yemen, Salpeter aus Armenien und weitere Zutaten aus verschiedenen Teilen der Welt enthält, die gemahlen und zusammengemischt und zu einer speziellen Medizin verarbeitet werden. Wie können sie von Persien aus wissen, dass diese Zutaten einzeln keine Wirkung erzielen? Woher kennen sie die Orte, an denen diese Zutaten hergestellt werden, wo doch sie so unterschiedlich in ihrer Art und Beschaffenheit sind und so weit voneinander wachsen – von manchen Pflanzen werden nur die Wurzeln, von anderen die Früchte, die Schale, der Extrakt, der Saft, das Fleisch bzw. Öl benutzt – manche werden innerlich und andere äußerlich angewendet, und noch dazu haben sie in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen, und die Menschen dieser verschiedenen Länder sind nicht immer freundlich zueinander, sind verschiedener Meinungen, Mentalitäten und Lebensweisen, die eine Nation will über die andere dominieren, sie schlachten und plündern und versuchen einander einzusperren: Es ist nicht immer einfach für einen Fremden, seine Untersuchungen fortzuführen. Wie wurde dieses Wissen gewonnen? Kannst du behaupten, dass die Person, die diese Wissenschaft erfunden hat, in jeder Ecke der Welt war, jede Sprache gelernt hat und jedes Land bereist hat? Dass sie in der Lage war, die Medizin von Ost bis West sicher und furchtlos zu erforschen, und dass sie nie krank wurde und nie Schwierigkeiten hatte und immer gesund und unversehrt blieb? Dass sie keine Fehler machte, sich nie verirrte und alle Länder fand, sich an alles Erlernte erinnerte, immer glücklich war und all ihre Forschungen in Bezug auf Herkunft, Beschaffenheit und Wirkungen von dessen was sie suchte beendete, trotz der verschiedenen Farben, Eigenschaften und Namen? Dass sie richtige Aufzeichnungen über jeden Baum, seine Herkunft, Geruch und Geschmack, seine Blumen und Früchte machte? Glaubst du wirklich, dass ein solches Unternehmen von einem Individuum unternommen und bewältigt werden kann, wenn du in Betracht ziehst, dass jede Medizin mindestens zwanzig verschiedene Beschaffenheiten hat? Erscheint es nicht als unmöglich, dass diese Person die Medizinwissenschaft, die Geheimnisse der Bäume, die genauer beobachtet werden müssen und die in verschiedenen Ländern wachsen, gelernt hat? Auch wenn wir ihr das zumuten wollen, wie gelangte sie zu dem Wissen, dass genau diese und jene Pflanze als Medizin angewendet werden kann, von der die Sinne nicht den blassesten Schimmer haben? Wie hat sie die bitteren, die süßen, die salzigen und die sauren Bäume auseinander halten können? Wenn du mir sagst, dazu hat sie die Einwohner der verschiedenen Länder befragt, wie ist sie denn überhaupt darauf gekommen, über Dinge zu fragen und zu sprechen, die ihr völlig unbekannt sind? Wie ist es ihr in den Sinn gekommen, dass sie diese Fragen jemandem bestimmten stellen muss? Und wie konnte sie zu einer zufrieden stellenden Schlussfolgerung kommen, trotz der vielen sozialen und politischen Barrieren und der verschiedenen Sprachen? Und auch wenn wir davon ausgehen, dass all diese Dinge erfüllt waren, woher kam das Wissen vom Schaden und Nutzen der Medizin? Warum bewirken jene Medikamente eine Heilung und andere eine Schädigung – ihre Beschaffenheit, ihr süßer und bitterer Geschmack, die Geschmeidigkeit derjenigen und die Härte der anderen? Wenn du mir sagst durch Nachdenken, dann sage ich dir das ist unmöglich, weil diese Dinge außerhalb der Reichweite der Sinne sind und durch reine Überlegungen nicht erfasst werden können. Und du kannst mir auch nicht sagen, dass er es durch Selbsttests herausgefunden hat, denn hätte er an sich selbst experimentiert, hätte er schon längst durch die giftige Wirkungen einiger Pflanzen sterben müssen, die er bis dahin nicht kannte. Und wenn du mir sagst, er reiste in alle Länder, lebte mit allen Gesellschaftsschichten zusammen, beherrschte ihre Sprache, an ihnen experimentierte, tötete hier und dort welche, ist es dennoch unmöglich die genaue Beschaffenheit einer Medizin zu erkennen, ohne viele Menschen zu töten. Und ist es möglich, dass jene Menschen es ihm erlauben, an ihnen weiterzuexperimentieren und mehr Menschen von ihnen zu töten. Und dennoch lass uns annehmen, dass durch irgendein Wunder sie ihm gehorchten und seine tödlichen Experimente duldeten, aber woher hat er die Gelegenheiten und die Zeit, um die verschiedenen Dinge zu mischen und ihre genauen Gewichtsanteile zu wissen. Wie erlernte er das notwendige Mengenverhältnis, um sie miteinander zu mischen? Keine Sorge, wir wollen auch hier davon ausgehen, dass er dieses Wissen dazu hatte. Woher kam das Wissen, dass eine Überdosis die Person, der es verabreicht würde, töten würde und eine Unterdosierung keine guten Wirkungen erzielen würde. Wir nehmen wieder an, dass er es schaffte, sich über all diese Dinge das Wissen anzueignen, in alle Teile der Welt reiste und das notwendige lange Leben hatte, um all dies zu machen, aber wie erwarb er das Wissen über die Dinge, die nicht zur pflanzlichen Welt gehörten? Du bist dir sicher darüber im Klaren, dass manche Arzneimittel wirkungslos und unrein bleiben, solange sie nicht mit der Gallenflüssigkeit bestimmter Tiere und Vögel auf Land und See vermischt werden. In diesem Fall, müssen seine Forschungen genauso abgelaufen sein wie mit der Pflanzenwelt. Also hatte er keine Alternative als die Tiere und Vögel der Welt zu erforschen, sie zu schlachten und ihre Galle zu untersuchen. Wir nehmen an, dass er seine Forschungen mit den Tieren und Vögeln dieser Welt beendet hat, es bleiben aber die Tiere der Meere. Um ihre Natur zu kennen, ist es notwendig in die Meere zu tauchen und sie zu erforschen, genauso wie er bei der Pflanzenwelt vorgegangen ist. Es macht nichts aus, wenn du all diese Dinge nicht weißt, aber du kannst nicht das Tatsache leugnen, dass die Meerestiere im Meer leben und um sie genau zu kennen, hätte er in die Meere tauchen und sie dort erforschen müssen. Sage mir jetzt, kann man mit Vernunft sagen, dass man über diese Dinge durch Erfahrung und Experimente das Wissen erlangte“.

„Ich bin absolut sprachlos“, sagte er.

„Ich werde es noch näher beschreiben“, sagte ich, „und dich von der Wahrheit überzeugen. Du weißt bescheid, dass aus den Gallen der verschiedenen Tiere kein Rezept zusammengestellt werden kann, solange sie nicht mit Wurzeln vermischt werden“.

„Ja“, sagte er.

„So sage mir doch“, fragte ich, „wie stellte er das exakte Gewicht der Medizin fest? Da du selbst Arzt bist, weißt du wohl nur zu gut, dass man z. B. vier hundert Mithqal (Gewichtseinheit) von einer bestimmten Schale oder Frucht braucht, und ein oder zwei Mithqal um ein Rezept zu mischen, manchmal einige Mithqals mehr und manchmal weniger, bis man ein zufrieden stellendes Rezept zusammengestellt hat. Gibt man einem Patienten, der an Durchfall leidet eine bestimmte Dosis von einer bestimmten Arznei, befreit diese ihn davon, und gibt man jedoch die gleiche Arznei in großer Dosis im Falle einer Kolik, so bewirkt sie eine gegenteilige Wirkung und wirkt abführend. Wie hat der Arzt die Wirkungen der Arzneimittel herausgefunden? Wie weiß er, dass eine Arznei sich auf den Kopf auswirkt und nicht auf den Fuß, obwohl es für eine Arznei leichter ist hinab- als hinaufzusteigen, und dass sie, wenn sie für die tiefer liegenden Glieder verabreicht wurde, sich nicht auf den Kopf auswirken wird, obwohl dieser näher an dem Mund ist und eher beeinflusst werden könnte? Das gleiche gilt für eine intravenös verabreichte Medizin z. B. am Arm, die jedoch für einen anderen Körperteil bestimmt ist. Als erstes gelangt diese Medizin in den Magen und von dort aus gelangt sie durch ihre Kraft zu den verschiedenen Teilen des Körpers. Wie entdeckte der Wissenschaftler, dass die für den Kopf bestimmten Wirkungen nicht die Hände, die Beine, die Lenden, den Bauch usw. erreichen. Wäre es für seine Sinne wirklich möglich gewesen, all diese Dinge zu wissen? Warum wirken sich Medikamente, die für einen Körperteil eingenommen wurden, nicht auf andere Körperteile aus? Wie wussten seine Sinne, dass eine bestimmte Medizin sich auf die Ohren auswirken und nicht auf die Augen? Warum heilen verschiedene Medikamente Krankheiten in verschiedenen Körperteilen? Und wie kamen die Sinne, die Vernunft oder die Einsicht dazu die Stellen der versteckten Körperteile zu kennen, die die Medizin erreichen soll, denn von außen betrachtet liegen die Blutadern in den Muskeln versteckt und sind durch die Haut bedeckt? Die Sinne selbst können sie nicht aufspüren“.

„Was du sagst, ist mir bekannt“, sagte er, „jedoch vertreten wir Ärzte die Meinung, dass diejenige Person, die die Wissenschaft entdeckt hat, Autopsien an verstorbenen Patienten durchführte, deren Krankheit nicht geheilt wurde, und so die Blutaderlaufbahnen und Stellen ausfindig gemacht hat und die Spuren der Medikamente lokalisiert hat“.

„Weißt du nicht, dass die innerlich eingenommenen Medikamente mit dem Blut durch den Körper zirkulieren und sich überall verbreiten?“, fragte ich.

„Ja, ich weiß“, antwortete er.

„Weißt du nicht, dass das Blut einer gestorbenen Person dicker wird?“, fragte ich wieder.

„Ja, das stimmt“, antwortete er.

„Wie konnte der Arzt dann die Medizin nachprüfen, wenn sie sich mit dem Blut vermischte, denn so waren alle Spuren mit Sicherheit verloren gegangen, und in so einem Zustand kann keine richtige Analyse gemacht werden?“

„Ich bin am Ende meiner Weisheit angelangt“, sagte er.

„Und sage mir doch auch, wie konnten die Menschen die nützlichen Wirkungen der Wurzeln und Pflanzen, die sie erforschten, in Erfahrung bringen und die Stellen, an denen sie wirken? Wie lernten sie diese zu analysieren und zusammenzumischen, ihre jeweiligen Gewichtsanteile festzulegen und die Notwendigkeit von Galle und Steinen in bestimmten Arzneimitteln herauszufinden?“

„Du hast das Thema mit so einer Genauigkeit beschrieben, dass ich weder eine Vorstellung noch eine Ahnung habe, wie ich deine Fragen richtig beantworten soll. Da diese Rezepte sich nicht von selbst erfunden haben, wurden sie mit Sicherheit durch jemand anderen erfunden und dieser Jemand muss sich ein gründliches Wissen über die Beschaffenheiten und Eigenschaften der Elemente, die er in dieser Ordnung aufstellte, angeeignet haben. Kannst du mir freundlicherweise erklären, wie die Menschen in der Lage waren, über die für ihre Gesundheit nützlichen Arzneimittel zu erfahren und wie sie diese Dinge in jedem Teil der Welt untersuchen konnten?“

„Da du mich gebeten hast, es dir zu erklären, so werde ich es so veranschaulichen und ausführlich beschreiben, dass du den Erfinder der Medizin leicht erkennen wirst, der die verschiedenen Arten von Pflanzen und Früchten erschaffen hat. Und wer den Körper und die Blutadern gemacht hat, die die Medizin an die betroffene Stelle transportieren“, sagte ich.

„Ich wäre sehr froh, wenn du das tust“, sagte er.

„Stelle dir vor, ein bestimmter Mensch hat einen Garten bepflanzt und ihn mit einer Mauer umzäunt, um ihn vor äußeren Schäden zu bewahren. Glaubst du nicht, dass er als Besitzer jeden Baum darin und seine Stelle kennt? Nach einer Weile tragen die Bäume Früchte und auch jede kleinste Pflanze erblüht. Es kommt nun dazu, dass du dahin gehst und den Besitzer darum bittest, dir bestimmte Früchte und Pflanzenwurzeln zu bringen. Der Besitzer tut es. Wärst du in diesem Fall nicht überzeugt davon, dass der Besitzer geradewegs zu der genauen Stelle hingehen würde, an denen die gewünschten Früchte und Wurzeln wachsen, da er genau weiß wo sie sich im Garten befinden? Du weißt, er würde keine Zeit daran verschwenden, zu erraten wo sie genau sind“.

„Ja“, antwortete er, „er würde zweifellos die Stellen leicht finden“.

„Wenn der Besitzer stattdessen aber dich auffordert selbst in den Garten zu gehen und die gewünschten Pflanzen zu pflücken, könntest sie direkt finden ohne ernsthaft hier und dort nach ihnen zu suchen?“

„Das könnte ich nicht ohne die richtigen Stellen vorher zu kennen“, sagte er.

„Stelle dir vor, du hättest diese Stellen mit Mühe und Anstrengung gefunden und jeden Baum abgetastet und geprüft bis du den gewünschten Baum gefunden hättest. Wenn dir jedoch nicht gelingen würde, den Baum ausfindig zu machen, würdest du mit leeren Händen zurückgehen müssen“.

„Ich wüsste nicht wie ich die Stelle eines Baumes finden sollte, wenn ich nicht seine genaue Position kennte“, sagte er.

„Angesichts der Hilflosigkeit deiner Sinne dich zu leiten, sagt dir dein Verstand sicherlich, dass derjenige, der diesen großen Garten gepflanzt hat, der sich von Osten nach Westen ausstreckt und von Norden nach Süden, es dem weisen Menschen, von dem du annimmst er habe die Wissenschaft der Medizin erfunden, beigebracht haben muss. Leuchtet es dir nicht ein, dass Er die Namen der Arzneimittel und der Städte, in denen sie gefunden werden können, dem weisen Menschen gezeigt hat, und dass Er als Besitzer (wie am Beispiel des Gartenbesitzers gezeigt) über die Orte der Pflanzenwelt genauestens bescheid weiß. Es ist vernünftig anzunehmen, dass Derjenige, Der die exakten Stellen der im Garten wachsenden Bäume gelehrt hat, Derselbe ist der sie gepflanzt hat, und auch Derselbe der ihre Nutzen und Schäden und ihre Gewichte gelehrt hat“.

„Deine Argumentation scheint einwandfrei zu sein“, sagte er.

„Wenn der Erschaffer des menschlichen Körpers mit seinen Nerven, Adern und Eingeweide, durch die die Arzneimittel von Kopf bis Fuß fließen, nicht der gleiche wäre wie der Erschaffer dieses Gartens, hätte dieser Erschaffer von der Existenz der Bäume und Pflanzen gewusst und dieses Wissen über ihre Mengenanteile in der Medizin und ihre Notwendigkeit für das Wohlergehen des Menschen dem Menschen mitgeteilt? Würde dieser Erschaffer wissen, dass solche und jene Arzneimittel besonders nützlich bei bestimmten Krankheiten sind und solche und jene Wirkungen auf bestimmte Nerven haben?“, fragte ich.

„Wie könnte er diese Dinge wissen?“, sagte er.

„Diese Dinge werden nicht mithilfe der Sinne erfahren. D.h. wenn der Mensch von diesen Dingen Kenntnis hat, dann muss Er das den Menschen beigebracht haben, Er, der den Garten der Erde erschaffen hat, denn nur Er kann über die Wirkungen und Eigenschaften der Dinge bescheid wissen, die Er erschaffen hat.

Kann man dann nicht daraus folgern, dass die Welt der Pflanzen und Lebewesen den ein und denselben Schöpfer haben? Wenn zwei Schöpfer existieren würden, einer für die Menschen und ihre Leiden und der andere für die Pflanzenwelt, würde der erstere nicht über die Krankheiten und die dafür vorgesehene Medizin bescheid wissen, und gleichermaßen würde der andere nicht wissen, welche Medizin durch welche Pflanzen und Bäume gemacht würden. Wenn der Schöpfer jedoch der gleiche ist, würde es leicht für ihn sein, die Medizin für bestimmte Krankheiten zu kennen. Er würde vollkommene Kenntnis über die Eigenschaften der Medizin besitzen, ihren exakten Gewichtsanteilen und Wirkungen auf den Körper – ob sie eine heilende Wirkung auf das Gehirn, auf den Fuß oder irgendein anderes Organ des menschlichen Körpers haben. Da Er der Schöpfer von beiden ist, hat Er das Wissen über beide“.

„Du hast vollkommen Recht, gäbe es zwei verschiedene Schöpfer, wäre der eine unwissend gegenüber dem Wissen des anderen“, sagte er.

„Dann ist Derjenige, der den weisen Menschen, den du als den Erfinder der Wissenschaft betrachtest, gelehrt hat und diese Wissenschaft gegründet hat, Er ist der Erschaffer des Gartens dieser Welt. Er erschuf den menschlichen Körper. Er informierte den weisen Menschen (der Prophet Luqman oder Dawuud (David) war) über die Eigenschaften aller Pflanzen und Bäume, ihren Orten und Umgebungen, über ihre Merkmale wie Blätter und Blattadern, ihrer ölhaltigen Äste, Rinden und Früchte. Er lehrte ihm den Gebrauch und die Eigenschaften der Medizin und die anzuwendende Menge. Er erschuf all die Tiere und Vögel der Welt mit ihren Gallen, die auch für die Medizin notwendig sind. Wenn der Schöpfer der Vögel und Tiere ein anderer gewesen wäre als der, der den Menschen und die Pflanzenwelt erschuf, würde er nie die Wirkungen der Gallen kennen, noch wissen welche zusammen mit der Pflanzenmedizin gemischt werden sollen und welche nicht. Da Er aber der Schöpfer von allen ist, kennt Er ihre Wirkungen, Eigenschaften und Namen und dieses Wissen gab Er weiter an den weisen Propheten. Auf diese Weise hat der weise Mensch von den Nutzen und Schäden der Medizin aus dem Pflanzen- und Tierreich erfahren. Der Mensch hätte es auf keine andere Weise herausgefunden. In Wirklichkeit muss es ein Prophet oder ein Apostel gewesen sein, der durch den höchst erhabenen, allwissenden, glorreichen Gott des Universums gelehrt wurde“.

„Was du sagst ist absolut richtig“, sagt er, „vor deiner Beredsamkeit verliert jede Argumentation zugunsten der Sinne und der Erfahrung ihre Bedeutung“.

„Da du soviel eingesehen hast“, sagte ich, „lass uns einen Schritt weiter gehen und mit unseren Sinnen erörtern, ob es für Ihn, der den Garten der Welt pflanzte und die Tiere der Welt für den Nutzen der menschlichen Rasse erschuf, angebracht wäre, diese Dinge überall hin zu verstreuen und sie einer anderen Person zueigen zu machen als Ihm selbst, wenn Er das getan hätte, hätte Er keinerlei Experimente mit seinem Eigentum machen können und sich die Erlaubnis des anderen holen müssen. Denkst du nicht auch so?“

„Ja“, antwortete er. „Die Erde, auf der dieser Garten gepflanzt wurde, muss auch durch Denjenigen erschaffen worden sein, der den Garten, die Pflanzen, die Bäume und die Tiere erschuf“.

„Du glaubst die Erde gehört Ihm, aufgrund ihrer engen Beziehung zu den anderen Geschöpfen, die Ihm gehören? Bist du dir auch dessen bewusst, dass dieser herrliche Garten, der den Menschen, die Tiere und die Bäume mit all den anderen Kreaturen beinhaltet, der gesund bleiben muss, bewässert werden und mit Leben verleihendem Wasser aufgefrischt werden muss?“

„Ja, keiner dieser Kreaturen kann ohne Wasser leben“, antwortete er.

„Würdest du nicht sagen, dass der Erschaffer des Gartens mit all seinem Inhalt, nicht der Erschaffer des Wassers ist, und dass die Existenz des Gartens, den Er erschuf, nicht von dem Wohlgefallen Desjenigen abhängt, der das Wasser erschuf. Wer kann den Regen stoppen, wenn Er es auswählt?“

Er antwortete: „Es ist unmöglich an die Existenz zweier Schöpfer zu glauben, einer für den Garten und ein anderer für das Wasser. Ich bin mir sicher, dass es ein Schöpfer für beide gibt, und es ist derselbe, der die Berge erschuf, die die Quelle großer Flüsse und fließenden Wassers sind. Wäre diese Bewässerung von jemand anderem, wäre dieser Garten mitsamt Inhalt verblüht und ausgestorben. Derjenige, der den Garten erschuf, muss erst das Wasser erschaffen haben, weil er wusste, dass dieser für die Erhaltung des Gartens in bestem Zustand notwendig ist“.

„Gäbe es kein Wasservorrat, der zum Garten fließt, um ihn bei Bedarf aufzufrischen, glaubst du nicht, dass dieser zugrunde gegangen wäre, denn du hast sicherlich gehört, dass dieser viele Male an Wassermangel gelitten hat?“, fragte ich.

„Doch“, antwortete er, „ich frage mich gerade, ob irgendjemand gebraucht wird, um all diese Dinge zu regeln. Das Gesetz der Natur mag wahrscheinlich heißen, dass das Wasser immer ohne Unterbrechung fließen muss“.

„Du hast zugegeben, dass trotz der Ozeane und ihr Wasservorrat, der Garten ausgetrocknet und unfruchtbar geworden sein könnte“.

„Ja“, sagt er.

„Gut“, sagte ich, „ich möchte dich davon überzeugen, dass der Schöpfer der Ozeane der gleiche wie der der Erde ist, und dass die Ozeane ein richtiger Speicher sind, in den die Ströme und Flüsse ihre überschüssige Energie bei Bedarf eingießen. Und auch dass Er in den Ozeanen viele gute und nützliche Dinge erschuf“.

„Nur zu“, sagte er, „du hast mich ja bereits hinsichtlich vieler Dinge überzeugt“.

„Bist du dir dessen bewusst, dass alles überschüssige Wasser durch das Meer eingesammelt wird?“

„Ja“, antwortete er.

„Hast du jemals gehört, dass die Quantität des Meers an einem Überfluss an Regen zugenommen hat, oder abgenommen hat durch zu starke Hitze oder Dürre?“, fragte ich.

„Nein“, antwortete er.

„Sagt dir deine Vernunft nicht, dass der Gott, der den Garten erschuf, derjenige war, der die Ozeane erschuf, und dass Er eine Grenze für diese Ozeane festgesetzt hat? Der Beweis, der zugunsten meiner Argumentation spricht ist folgender: Wären diese großen Berge wie Wellen, die aus dem Meer heraus entstehen, nicht eingeschränkt, ein bestimmtes Limit zu überschreiten, hätten sie den ganzen Garten der Welt überschwemmt haben können. Wir stellen fest, dass trotz ihrer geballten Energie und Ladung eine fixe Grenze gibt, bei deren Erreichung die Energie und Ladung erschöpft werden“.

„Ja, du hast Recht. Das Wunder dieses Phänomens bestärkt deine Argumentation“, sagte er.

„Ich werde näher auf dieses Thema eingehen“, sagte ich, „und dich von der Beziehung der verschiedenen Geschöpfe zueinander überzeugen. Diese Beziehung wird dir zeigen, dass das Universum das Werk eines Allmächtigen, Allwissenden und Allgegenwärtigen Allahs (Gottes) ist. Dir ist sicher bewusst, dass nicht alle Gärten durch Flüsse und Ströme bewässert werden und dass viele Gemüse, Bäume und Pflanzen durch Regen, das vom Himmel fällt, mit Wasser beliefert werden, und dass alle Tiere, die diese Gegenden bewohnen, auch auf das Wasser vom Regen angewiesen sind“.

„Bestimmt“, sagte er.

„Weisen deine Sinne, von denen du behauptest, sie seien das perfekte Mittel, mit dem wir zu Wissen gelangen, dich nicht darauf hin, dass die Regewolken das Wasser zu Orten tragen, an denen Ströme und Flüsse nicht vorhanden sind? Wären diese Wolken die Schöpfung eines anderen als Er, der den Garten erschuf, hätte dieser andere die Versorgung mit Wasser zu jeder Zeit stoppen können, und der Besitzer des Gartens wäre stets in Sorge über das Wohlergehen seines Gartens gewesen“.

„Du hast tatsächlich Recht“, sagte er. „Es gibt eine perfekte Beziehung zwischen jedem und allem dieser Welt. Es wäre unsinnig zu sagen, dass der Schöpfer des Gartens, dessen Inhalt und des dafür notwendigen Wasservorrats nicht der gleiche wie der Schöpfer des Himmels und der Wolken wäre. Er muss der gleiche sein, um seinen Garten zu bestimmten notwendigen Zeiten zu bewässern, damit sein Garten nicht ausstirbt. Ich möchte, dass du weiter das Thema ausdiskutierst, damit jegliche Zweifel von meinem Kopf beseitigt werden und ich von der Wahrheit absolut überzeugt bin“.

„Inshallah, mit Gottes Wohlgefallen werde ich dich davon überzeugen, dass die Dinge dieser Welt von einem weisen Schöpfer erschaffen wurden. Ich werde dich anhand dieser Myrobalane (Halila) überzeugen und dir ihre Beziehung zu den Dingen des Gartens und der Himmel beweisen“.

„Ich kann mir kaum vorstellen, dass du mithilfe dieser Myrobalane imstande bist, all meine Zweifel zu beseitigen“, sagte er.

„Ich werde dir davon ausgehend die Stabilität der Schöpfung, der Atome und Bestandteile, die eine perfekte Entwicklung durchmachen, zeigen. Und anhand der ersten Beziehung dieser Myrobalane zu ihren Wurzeln und Ästen werde ich dir die Abhängigkeit einer Sache von der anderen beweisen und die enge Beziehung der Himmelskörper zueinander“.

„Wenn du diese Dinge beweist, dann werde ich keine Zweifel mehr haben“, sagte er.

„Du musst wissen, dass die Myrobalane von der Erde springt und ihre Fasern sich zu einer starken Wurzel sammeln, die einen Stängel bilden. Der Stängel hat Äste und die Äste haben Zweige und die Zweige sind mit perlenartigen Knospen versehen, von denen aus Blätter hervor scheinen, und all diese Dinge formen eine Bedeckung, um alle Knospen, Blüten und Früchte vor der Härte, der Kälte oder Hitze zu beschützen.

„Es bleiben keine Zweifel in meinem Kopf bestehen, dass die Myrobalane in ihrer Vollkommenheit und Beziehung zum Ort, an dem sie wächst, zu ihren Wurzeln und Blättern für mich Zeuge sind, dass es nur einen Schöpfer gibt, und dass er keinen Partner (sharik) hat. Denn seine Schöpfungen stehen zueinander in Beziehung und in Harmonie“.

„Ferner werde ich dir beweisen, dass die Ursache und Notwendigkeit dieser Schöpfungen und die gegenseitige Abhängigkeit voneinander von der Weisheit (hikma) und Existenz Gottes zeugen“.

„Ich würde nicht länger zögern“, sagte er.

„Hör mir zu, weißt du, dass die Myrobalane auf die Erde angewiesen ist und die Erde auf die Wirkungen von Hitze und Kälte auf das Wetter, und das Wetter auf den Wind, und der Wind auf die Wolken, und die Wolken auf den Regen, und der Regen auf die Jahreszeit und die Jahreszeit auf die Bewegung von Sonne und Mond, und Sonne und Mond auf die Rotation des Himmels und der Himmel auf die Atmosphäre zwischen Himmel und Erde? Sicherlich, diese Abhängigkeiten und Beziehungen der Schöpfungen sind selbst Zeugen der wunderbaren Weisheit und des Geschicks Gottes. Ihre gegenseitige Beziehung ist so eng, dass keines dieser Schöpfungen ausfallen kann, und wenn eines von ihnen auch nur für einen Moment ausfällt, würde die ganze Schöpfung Erde und das dazugehörige System zerstört werden“.

„Was du da sagst ist richtig“, sagte er. „Aber die Schöpfung, die du nicht mit erwähnt hast, dürfte nicht so eine innige Beziehung zum Universum haben“.

„Welche Schöpfung meinst du?“, fragte ich.

„Es ist der Mensch, den du nicht erwähnt hast“, antwortete er.

„Weißt du denn nicht, dass diese Dinge in einer äußerst engen Beziehung zu dem Menschen stehen? Gott hat all diese Dinge zu seinem Nutzen erschaffen“, sagte ich.

„Kannst du mir hierfür einen zufrieden stellenden Beweis liefern“, fragte er.

„Warum nicht“, antwortete ich. „Ich werde es dir so einwandfrei beweisen, dass du danach die Tatsache, dass die Welt und alles darin für den Gebrauch und Nutzen des Menschen ist, selbst bestätigen wirst“.

„Sag mir wie?“, fragte er.

„Er erschuf den Himmel oberhalb als ein Dach für ihn (den Menschen), wäre er niedriger oder gerade mal über seinen Kopf, hätte er gelitten. Die Sonne hätte ihn bis zum Tode verbrannt. Die Sterne erschuf er als Orientierungshilfe für ihn, wenn er bei Nacht über Meer oder Land reist, und andere dienen ihm zur Berechnung von astronomischen Gegebenheiten, und um die Unfähigkeit der Sinne zu beweisen, alles wissen zu können“, sagte ich.

Sie sind lebende Zeugen über die Existenz des allmächtigen Gottes, der dem Menschen diese Wissenschaft gelehrt hat. Denn so eine Wissenschaft kann nie mithilfe der Sinne entdeckt werden, und das ungelehrte hätte für immer unbekannt geblieben: „Oh Du Großartiger (Adhim) und Allmächtiger (Jabbar), wie fabelhaft sind Deine Schöpfungen“. Er erschuf die Sonne und den strahlenden Mond als Leuchten. Sie schweben im Himmel mit einer wunderbaren Geschwindigkeit. Er ließ sie ordnungsgemäß leuchten. Ihr Erscheinen und Verschwinden verursacht die Jahreszeiten. Auf sie basieren die Berechnungen der Jahre, Monate und Tage, so dass der Mensch zu seinem Nutzen Gebrauch davon machen kann. Er arbeitet bei Tage und ruht bei Nacht. Würden Tag und Nacht gleich sein, so dass der Tag nicht zur Nacht wird und die Nacht nicht zum Tag, könnten die Menschen in ihren Angelegenheiten keine Fortschritte machen. Er der weiseste und geschickteste Schöpfer erschuf den klaren und hellen Tag für Arbeit, und die dunkle Nacht für Ruhe und Erholung. Er ordnete Hitze und Kälte ein – zwei gegensätzliche Wirkungen und dennoch beide nützlich. Gäbe es nur Hitze oder Kälte, könnte nichts am Leben bleiben. Die Gärten würden dahinschwinden mit all den Wesen, die darin leben, denn all diese Dinge stehen in Zusammenhang mit der Luft, die im Umlauf ist. Die Kälte prüft exzessive Perspiration und die Hitze hebt die schädlichen Wirkungen der Nahrung für den Körper auf und trägt aktiv zu seiner Bearbeitung bei – wenn der Körper trocken wird, wird Feuchtigkeit produziert und wenn er feucht wird, wird die Feuchtigkeit durch die Hitze absorbiert. Auf die gleiche Weise absorbieren die Wolken oder geben heraus; du siehst wie der Regen in proportionierter Menge entsprechend dem Bedarf der Welt herabfällt. Wenn dies nicht so wäre, würde die ganze Welt Gefahr laufen zerstört zu werden. Gott sendet der Erde, den Teppich, auf den der Sohn Adams läuft oder die Wiege, in der er schläft, regelmäßig Regen. Gott begründete die Welt aufrecht für ihn – die Berge sind die Gewichte und aus ihnen fließen die Flüsse, um die Welt mit Wasser zu versorgen – ohne diese Wasserströme wäre die Erde trocken geblieben und die Leute wären in ärmlichen Verhältnissen. Er erschuf die Meere, über die der Mensch reist. In diesen Meeren gibt es Geschöpfe, von denen manche dem Menschen Nahrung und Zierden geben, mit denen sich der Mensch schmückt. Die Welt als Ganzes und die durchgehende einheitliche Gestaltung zeugen deutlich von einem Schöpfer des Ganzen. Denn nirgendwo besteht ein Kontrast und Unterschied in der Meinung, die notwendigerweise entstehen müssten im Falle der Existenz eines anderen Schöpfers. Der Himmel produziert Dinge für den menschlichen Nutzen und die Erde ebenfalls. Es gibt Gemüse, frische Trauben, Körner, Datteln, grüne Gärten, Früchte und Weiden geschickt für den Gebrauch und zur Freude des Menschen entworfen. Die Tiere und viele andere zweckmäßige Schöpfungen wurden von Gott für den Menschen erschaffen. Sie sorgen für seine Aufrechterhaltung und sein Wohlergehen. Du musst beachten, dass es zwei unterschiedliche Lebensarten gibt auf der Welt. Die eine ist die Generierung und die andere ist die Produzierung. Die eine ist gemacht, um zu essen und die andere um gegessen zu werden und beide Schöpfungen müssen notwendigerweise gleich sein. Denn Er, Der den menschlichen Körper gebildet hat, Der kennt auch die passende Nahrung für ihn. Er gründete den Appetit, der nach Nahrung verlangt, den Magen, der verdaut, die Stoffe liefert und das Blut regeneriert. Er stattete den Körper mit den Eingeweiden aus, durch die der Ausschuss und die Wirkstoffe durchgehen. Wäre der Schöpfer des Menschen ein anderer als der der Nahrung, hätte er keinen Appetit begründet, der nach der Nahrung des anderen Schöpfers verlangt, noch hätte der andere Schöpfer gewollt, dass seine Schöpfungen gegessen werden.

Er sagte: „Durch deine Redegewandtheit hast du mich dazu gebracht, ohne zu zögern zu erklären, dass der Schöpfer für all diese Dinge der ein und derselbe ist. Er ist der einzig weise, barmherzige, allmächtige und allwissende Gott.

Ich lobe und preise Ihn. Aber an einer Sache habe ich noch Zweifel. Sind die tödlichen Gifte, die den Menschen umbringen und die Geschöpfe beschädigen von Ihm erschaffen?“

„Ist dir nicht klar, dass das Gift von Gott erschaffen wurde?“, fragte ich.

„Na ja, ich verstehe nicht, warum Er schädliche und schlechte Dinge erschaffen hat. Solche schlechten Dinge sind weit von seiner Natur, denn Er möchte doch nicht seine eigene Schöpfung beschädigen“, antwortete er.

„Ich werde dir immer noch anhand dieser Halila und die medizinische Wissenschaft erklären und beweisen, dass solche dem Anschein nach schädlichen Dinge für den Menschen in Wirklichkeit nicht so sind. Kennst du irgendwelche Pflanzen, die für den Menschen absolut unbedenklich sind?“, fragte ich.

„Ja“, antwortete er.

„Welche sind es?“

„Jene, die der Mensch täglich als Nahrung aufnimmt“, sagte er.

„Glaubst du, dass die Nahrung manchmal eine Änderung der Farbe des Körpers verursacht, und verschiedene Gebrechen, wie Lepra, Schwindsucht oder Gelbsucht?“

„Ja“, sagte er.

„Dann war deine vorangegangene Antwort nicht richtig“.

„Ja, tatsächlich“, sagte er.

„Kennst du Wurzeln, die keine Nutzen für den Menschen haben?“, fragte ich.

„Ja“, antwortete er.

„Welche sind es?“, frage ich.

„Es sind …(hier bleibt eine Lücke, da die Worte im Originaltext nicht vorhanden sind).

„Aber weißt du denn nicht, dass diese Wurzeln zusammen mit anderen Stoffen gemischt Lepra und Schwindsucht heilen? Ich denke, das weißt du. Kannst du mir die Pflanzen nennen, die als Gegenmittel für Gift wirken?“

„Hat nicht ‚Tiryak’ solch eine Wirkung?“, fragte ich.

„Ja“, antwortete er, „’Tyriak’ ist der König aller Medizin. Er wird bei Schlangebissen, Wespen- oder Ameisenstichen verwendet, oder wenn ein Gift innerlich eingenommen wurde“.

„Weißt du nicht, dass Gifte auf zwei Arten verabreicht werden, und zwar einmal zur äußeren Anwendung und auch zur inneren Einnahme, und dass dieser Tiryak zusammen mit dem Fleisch der giftigsten Schlangen und durch ein spezielles Destillationsverfahren vorbereitet wird?“, fragte ich.

„Ja“, sagte er, „ich liege wieder falsch, denn Tiryak Dosierungen taugen nur dann als wirkungsvolles Gegengift, wenn es so vorbereitet wird, wie du beschrieben hast.“

„Also, dann ist nichts wirklich böse bzw. schlecht ist, das von Gott erschaffen wurde, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen könnte“, sagte ich.

„Jetzt bezeuge ich, ‚La-ilah illa-allah, wahdahu la sharika lahu (Es gibt keinen Gott außer Gott, er ist allein und hat keinen Partner), und bezeuge, dass Er sowohl all die (scheinbar) schädlichen als auch die guten Dinge erschaffen hat. Die Himmelskörper, die Wolken und der Wind reguliert Er. Die Krankheiten und die Medizin sind von Ihm. Er kennt die menschlichen Körper genau – seine Gebrechen und seine Heilmittel. Genauso kennt Er die menschliche Seele. Er machte die Sterne, die das Schicksal des Menschen bemessen. Es gibt eine Einheit im Entwurf und keinen Widerspruch. Das ganze Universum spricht in Harmonie von einem Gott. Erzähle mir jetzt etwas von Ihm, wieso nennt ihr Ihn Awwal der Erste, ‚Akhir‚ der Letzte, ‚Khabir‚ der Allwissende und ‚Latif‚ der Feine?“

„Er ist ‚Awwal‚ weil Er frei von jeder Art von qualitativen Zuständen wie Hitze, Kälte, Härte, Weichheit, etc. ist. Er ist ‚Akhir‚ weil er kein Ende hat. Es gibt keinen nach Ihm. Er erschuf das Universum ohne die Hilfe von jemandem. (Er erschuf aus absolut nichts, keine Sache war erforderlich. Sein ‚Amr‘ (Befehl) erteilte Er, und das Universum war in Existenz). Er erschuf ohne die kleinste Anstrengung oder Überlegung. Er braucht keine Kondition um zu erschaffen, denn die Konditionen selbst wurden durch Ihn erschaffen. Wir nennen Ihn ‚Awwal‚ weil er keinen Anfang hat. Er ist von aller Ewigkeit. Er hat keinen der Ihm in der Macht gleicht, noch einen selbst existierenden Gegner, noch irgendjemanden, der Ihm in einer seiner Eigenschaften gleich. Er wird nicht durch die Sinne erkannt (denn die Sinne können nur erschaffene Dinge erfassen). Er wird nur durch seine Schöpfung erkannt – dem wundervollen Phänomen, dessen Existenz auf eine große Weisheit hinweist. Er ist Gott, der Höchste und Erhabenste – tabaraka-wa-ta’ala“.

„Warum nennt ihr Ihn ‚Qawi‚, der Mächtigste?“, fragte er.

„Wir nennen Ihn ‚Qawi‚ weil Er sehr gewaltige und starke Dinge erschaffen hat wie die Erde, die Berge, Meer und Sand, sich bewegende Dinge wie der Mensch und die Tiere, Wolken und Wasser, Sonne, Mond und Sterne. Das Ausmaß ihrer Größe, ihrer Freigebigkeit und ihres Feuers, das Kreisen und die Majestät des Reichs des Lichthimmels, mitsamt den Wundern der Erde sind auf erschreckende Weise großartig. Diese Anzeichen seiner Macht führen uns zu Seiner Kenntnis. Wir nennen Ihn nicht ‚Qawi‚ aufgrund der Kraft der Dinge, die Er erschuf. Er ist in keiner Weise mit den erschaffenen Dingen zu vergleichen, denn ihre Eigenschaften lassen entweder nach oder wachsen, ihre Kraft hängt von anderen existierenden Dingen, und sie sind nicht von ewiger Dauer in Anbetracht ihrer mangelhaften Großartigkeit. Wir nennen Ihn ‚Adhim‚ – der Großartige – und ‚Kabir‚ – der Große, und nicht zu vergleichen mit irgendeiner irdischen Großartigkeit. Wir sagen zu einem Baum groß, und wir sagen zu einem Ringer stark, aber dies gibt uns keine Vorstellung von der Großartigkeit Gottes und seiner Stärke“.

„Wie kommt es, dass Er sich im heiligen Buch des Koran Sami’ – der Hörende, und Basir – der Sehende, und ’Aliem – der Wissende nennt?“, fragte er.

„Aus dem Grund, dass nichts vor Ihm verborgen ist – weder eine Handlung noch irgendwelche Gedanken. Er ist Basir, da seine Beobachtung über das Universum hinausgeht. Er ist Sami’, weil Er das Geflüster eines jeden Menschen hört. Er hört die Geheimnisse jedes Flüsterns – keine drei Personen sind zusammen und Er ist der vierte unter Ihnen, usw. Er hört das Geräusch einer Ameise, die sich auf dem Gestein fortbewegt, die Geräusche von unhörbaren Vögeln, die in der Luft fliegen. Nichts entgeht seiner Kenntnis, ob sichtbar oder unsichtbar, fühlbar oder nicht fühlbar, Er weiß über alle Dinge bescheid. Er ist Sami’, nicht weil er mit Ohren hört wie wir Erdenbewohner, denn Er hat weder Ohren noch Augen. Er ist ’Aliem, denn nichts ist ihm unbekannt, sei es ein Faden tief in der Erde oder über den Himmel, sei es nah oder weit. Er hat Kenntnis von allen Dingen bevor sie in die Existenz kommen. Er ist ’Aliem, doch sein Wissen wird nicht wie beim Menschen mit Hilfe der Sinne erworben. Seine Attribute sind seine Essenz. Er ist frei von allen menschlichen Attributen, pur und rein. Diese Eigenschaften des Hörens, Sehens und Wissens (Sam’a, Basar und Ilm) dürfen dir nicht ein irdische Vorstellung von Gott geben. Er ist weit erhaben über seine Schöpfungen, heilig und pur, und seine Namen sind auch heilig“.

„Du hast es mir sehr deutlich erklärt, dennoch möchte ich, dass du es mir auf eine Weise erklärst, dass ich auf alle Fragen, die mir gestellt werden, gut antworten kann. Ich möchte dieses Thema studieren, so dass ich in der Lage bin, Atheisten und ihre Skepsis in Frage zu stellen oder zu widerlegen und darüber hinaus denjenigen, die nach der Wahrheit suchen, nützlich zu sein und den Grund, auf den die aufrichtigen Gläubigen stehen, zu verfestigen. Warum wird Er ‚Latif‚ – der Feine genannt?“

Ich sagte: „Er ist ‚Latif‚, weil jedes seiner Schöpfungen bis auf die kleinsten, manchmal so klein, dass sie für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, Feinheit und vollendete Perfektion bis in kleinste Detail aufweisen. Manche kleinen Geschöpfe wie die Mücke oder die Ameise sind was das Geschlecht, Zustand oder Alter anbetrifft nicht zu unterscheiden – wenn man beobachtet, dass diese Wesen trotz ihrer außerordentlich kleinen Größe einen bestimmten Scharfsinn, Wünsche, Leidenschaften, Angst vor dem Tod haben, ihre Jüngeren lieben und ihre Freunde wieder erkennen, wenn wir sehen, dass andere Geschöpfe, die verschiedene Orte bewohnen – Himmel, Meer, Wälder oder Häuser – mit all ihren zugehörigen Eigenschaften wie bei den Ameisen, nennen wir Ihn voller Bewunderung und in Verehrung ‚Latif‚ – der Schöpfer von feinen und minuziösen Geschöpfen, so wie wir Ihn ‚Qawi‚ nennen, weil Er mächtige und starke Dinge erschuf“.

„Was du mir erklärt hast, ist sehr deutlich, aber wie kann es dann dem Menschen möglich sein, auf sich selbst die Eigenschaftsnamen Gottes anzuwenden?“, fragt er.

„Weil Gott, der heiligste und höchste es nicht untersagt hat. Menschen sagen zu bestimmten Dingen ein und sagen zu Gott auch ein. Sie nennen einen Menschen Künstler und Gott ist auch ein Künstler, genauso auch die anderen Benennungen Raziq’ – Versorger, oder Sami’, ‚Basir‚ und nennen Gott das Gleiche, jedoch unterscheidet sich die Bedeutung erheblich, wenn sie auf Gott angewendet wird. Wenn eine Sache eins ist, deutet das an, dass es mehr davon gibt. Doch wenn Gott eins genannt wird, deutet das an, dass es nie einen anderen wie Ihn gegeben hat, noch gibt noch geben wird. Dir ist sicherlich bewusst, dass Namen Menschen nur zur Identifizierung gegeben werden. Wir rufen eine Person, wenn sie alleine ist, aber im wahrsten Sinne des Wortes ist der Mensch nicht eins, er ist viele, er hat verschiedene Glieder, die einander nicht gleich sind, hat Blut, Fleisch, Knochen, Sehnen, Haare und Nägel, dunkle Haut und weiße Haut, und alle Kreaturen sind so, was beweist, dass die Person nur im Namen ‚eins’ sind und nicht wirklich in der Struktur oder im Sinn. Doch das Wort ‚eins’ ist nur auf Gott anwendbar, Der keinem gleicht. Er hat die Namen Sami’, Basir, Qawi, ‘Aziz, Hakim, für die das oben Erwähnte im gleichen Maße gilt. Er, Gott der erhabenste hat jedes Wunder erschaffen. Diese Namen weisen nicht auf seine Attribute hin, sondern auf das was Er ist – Seine Essenz. Seine Attribute sind keine Zufügung zu Ihm Selbst – sondern Er ist Sami’, Basir, Hakim,Aliem and Qawi in Seiner Eigenen Essenz“.

„Erkläre mir, warum Er Sich Ra’uf, Rahim, barmherzig nennt und was mit seinem Willen oder Zustimmung und Gadhab, Zorn, Wut oder Missfallen gemeint ist?“

„Die Barmherzigkeit in uns“, sagte ich, „ist ein Instinkt, das uns zu Güte und Schenkung veranlasst. Doch die Barmherzigkeit Gottes ist die Güte und Belohnung, die dem Menschen gewährt wird. Die menschliche Barmherzigkeit ist in zwei Interpretationen untergliedert – Mitleid für einen Menschen in Not, ohne dies zu lindern; oder Mitleid in einer ausgeprägteren Form, die dazu veranlasst, denjenigen in Zeiten der Not zu helfen, indem man z. B. ihn mit Nahrung und Kleidung versorgt. Menschen schätzen das sehr und messen dieser Wohltat einen hohen Anerkennungswert bei. Die Wohltat wurde durch den Instinkt der Barmherzigkeit im menschlichen Herzen hervorgerufen. Doch Gottes Barmherzigkeit ist auch die Barmherzigkeit, die von uns entstammt. Wenn man z. B. einen anderen aus dem nagenden Hunger oder aus den Klauen eines Raubtieres rettet, verspürt man sofort die Barmherzigkeit Gottes. Es ist wahr, dass Er barmherzig ist, jedoch nicht auf die gleiche Weise wie der Mensch. Die Barmherzigkeit, die dem menschlichen Herzen entspringt existiert nicht in Gottes Barmherzigkeit, (auch wenn Gott es in dem Herzen des Menschen gelegt hat) denn Gott hat kein Herz wie die Menschen. Auch bezüglich des Gadhab verhält es sich gleichermaßen; wenn der Mensch wütend wird macht er einen Wechsel durch – seine Glieder zittern, seine Farbe ändert sich und er erlegt dem Verursacher seiner Wut eine Strafe auf. Doch Gott macht keine Wechsel durch. Das Wort Gadhab wird in zwei Bedeutungen verwendet – die Wut, die dem Herzen entspringt ist nicht auf Gott anwendbar, gleichermaßen verhält es sich mit Redha (Wohlgefallen), und Rahma (Barmherzigkeit). Nur Er ist der Jalil (Glorreiche), Adhim (Herrliche) und es gibt keinen, der Ihm gleicht“.

„Erkläre mir jetzt Seine Absicht und seinen Willen“, sagte er, „warum nennt man Ihn Murid (Willig)?“

„Die Handlungen des Menschen sind das Ergebnis seiner Absicht und seiner vorangegangenen Gedanken. Die Absicht Gottes ist die Vollbringung einer Tat ohne Vorbedacht oder Überlegung. Auf seinen Befehl (Amr) hin ist die Sache schon vollendet, ohne jegliche Anstrengung oder Zutun von Seiner Seite“.

„Du hast mich völlig überzeugt, bis ins kleinste Detail“, sagte er, „und deine Argumente sind mehr als genug für jeden Menschen mit gesundem Menschenverstand. Ich verspüre tiefe Dankbarkeit im Herzen gegenüber Gott, der uns den richtigen Weg leitet, und uns daran hindert, in Sünden zu verfallen oder es zu wagen, dass wir Ihn vergleichen oder an Seine Größe, Erhabenheit und Allmacht zweifeln. In der Tat, Er ist groß und hat keinen Gegenspieler. Es gibt keinen wie Ihn. Er ist zu erhaben als dass Er einen Gleichen oder einen Partner hat“.

Friede sei mit denen, die der Wahrheit folgen.

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übersetzt von Hessam K. und Hanan al-Maschat
Quelle: http://www.al-islam.org/short/halila/

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