Tayammum

Tayammum wird als die Waschung zum Gebet bezeichnet, welche aufgrund des Nichtvorhandenseins von Wasser erfolgt. Dazu sagt der heilige Quran:

Und wenn ihr krank seid oder euch auf einer Reise befindet oder einer von euch von der Notdurft zurückkommt, oder wenn ihr Frauen berührt habt und kein Wasser findet, so sucht reinen Sand und reibt euch damit Gesicht und Hände ab. Allah will euch nicht mit Schwierigkeiten bedrängen, sondern Er will euch nur reinigen und Seine Gnade an euch erfüllen, auf dass ihr dankbar sein möget
Suret Maida, Ayah 6

Tayammum sollte anstelle von Wudu oder Ghusl nur in 7 Fällen gemacht werden:

  1. Wenn nicht ausreichend Wasser vorhanden ist, um Ghusl oder Wudu durchzuführen.
  2. Wenn eine Person nicht in der Lage ist Wasser aufgrund seines Alters oder einer Krankheit zu besorgen, oder er Angst hat ausgeraubt zu werden, oder Raubtiere in der Nähe sind.
  3. Wenn eine Person befürchtet eine Krankheit zu bekommen, welche sein Leben in Gefahr bringt oder sein Körper eine Krankheit hat, die durch die äußerliche Verwendung von Wasser zu Verletzungen oder Krankheiten führen kann. Verträgt er jedoch warmes Wasser, so kann die Waschung damit durchgeführt werden.
  4. Befürchtet eine Person in Not zu geraten, wenn er das Wasser für Ghusl oder Wudu verwendet, so kann er Tayamumm in den folgenden 3 Fällen machen:
  • im Falle, dass er befürchtet durch die Verwendung des Wassers für die Waschung in akuten Durst zu verfallen und deshalb zu erkranken oder gar zu sterben, oder er nicht auf das Wasser verzichten kann.
  • er befürchtet, dass diejenigen, um die er sich sorgen muss, vor Durst krank werden könnten oder sogar deswegen sterben, wenn er das Wasser für seine Gebetswaschung verwenden würde.
  • er befürchtet, dass aufgrund des Wassermangels andere Lebewesen (Mensch und Tier) sterben könnten.

Abgesehen von diesen drei Gründen ist es nicht erlaubt Tayammum zu machen, wenn genügend Wasser vorhanden ist.

  1. Wenn der Körper oder die Kleidung einer Person unrein sind und er nur soviel Wasser besitzt, dass er Wudu oder Ghusl vollziehen kann aber nicht seine Kleidung reinigen, so sollte er entweder seine Kleidung oder seinen Körper reinigen und Tayammum vollziehen. Aber wenn er nichts vorfindet mit dem er Tayammum machen kann, so soll er das Wasser zum Ghusl oder Wudu verwenden und mit den unreinen Kleidungen beten.
  2. Falls eine Person Wasser vorfindet, welches nicht erlaubt ist zu verwenden, da es aus unrechtmäßigem Eigentum stammt,  oder zu einem  hohen Preis, den er nicht zahlen kann, so  sollte er Tayammum anstatt Ghusl oder Wudu durchführen.

Aber: Wenn er in der Lage ist das Wasser zu bezahlen, so ist er nicht berechtigt Tayamumm zu machen.

  1. Wenn jemand Ghusl oder Wudhu machen muss, um zu beten, aber die Gebetszeit so sehr vorangeschritten ist, dass er deshalb entweder das ganze Gebet oder einen Teil des Gebets außerhalb der Zeit beten würde (also eigentlich keine Zeit für Ghusl/Wudhu bleibt, da sonst die Gebetszeit vorbei ist), so muss er Tayamum machen (damit das Gebet innerhalb der Zeit gebetet wird).

Womit kann man Tayammum machen?

Um Tayammum anstatt der Waschung mit Wasser zu machen, kann man folgende Mittel verwenden (geordnet nach dem, was man als erstes suchen sollte):

  1. Erde
  2. Sand
  3. Kiesel
  4. Erdklümpchen
  5. Naturstein
  6. Staub

Aber falls Erde vorhanden ist, sollte man Tayammum in erster Linie mit Erde vollziehen!

So wird Tayammum gemacht:

  1. Die Absicht (Niyya) Tayammum zu vollziehen.
  2. Die Hände werden gemeinsam auf etwas Reinigendes wie z.B. Erde gelegt:

    tayammum1

  3. Die beiden Handinnenflächen werden auf die ganze Stirn bis zu den Augenbrauchen und den Nasenansatz gerieben:

    tayammum2tayammum3

  4. Mit der linken Handfläche wird dann über den gesamten rechten Handrücken gestrichen. Danach mit der rechten Handfläche über den ganzen linken Handrücken:
    tayammum4

Diese Tayammum-Form reicht aus als Wudu Ersatz.

Geht es jedoch um einen Ghusl Ersatz, so sind im Anschluss an das eben Gesagte noch einmal die beiden Handflächen auf Erde zu legen und dann zum zweiten Mal – wie eben beschrieben – über die Handrücken zu streichen.

Hadith über Tayammum

Jabir überlieferte, dass ein Mann an einer Wunde am Kopf litt. Während des Schlafes hatte er einen feuchten Traum. Er fragte die Gefährten des Propheten (ص), ob er Tayammum machen könnte. Die sagten ihm, dass es keine Entschuldigung für die nicht Durchführung des Ghusl gäbe. Nachdem er Ghusl gemacht hatte, verstarb er. Als der Prophet (ص) darüber informiert wurde sagte er:

„Es wäre genug gewesen, wenn er Tayamumm gemacht hätte, indem der ein Stück Stoff auf seinen Kopf getan hätte und drüber gestrichen hätte (Mas`h) und dann den Rest des Körpers gewaschen hätte. Er (ص) sagte: Sie (Die Gefährten) sollten fragen, wenn sie etwas nicht wissen.“ (Abu Daoud, Maja, Ahmad)

Sahih Buchari Volume 1, Book 7, Number 331:

Narrated Jabir bin ‚Abdullah:

The Prophet said, „I have been given five things which were not given to any one else before me.

  1. Allah made me victorious by awe, (by His frightening my enemies) for a distance of one month’s journey.
  2. The earth has been made for me (and for my followers) a place for praying and a thing to perform Tayammum, therefore anyone of my followers can pray wherever the time of a prayer is due.
    (Die Erde wurde für mich und meinen Anhängern zu einem Platz des Gebets und zum Platz um Tayammum zuvollziehen. Somit kann jeder meiner Anhänger beten wo auch immer er sich aufhält)
  3. The booty has been made Halal (lawful) for me yet it was not lawful for anyone else before me.
  4. I have been given the right of intercession (on the Day of Resurrection).
  5. Every Prophet used to be sent to his nation only but I have been sent to all mankind.

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übersetzt von Um Abdel Kareem
Quellen:
Islamic Laws, English Version of Taudhihul Masael, According to the Fatwa of Ayatullah al Uzama Seyed Ali al Husaini Sestani (page 125)
(http://www.adishakti.org/_/islamic_jurisprudence_part_14_taqleed.htm)
http://www.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/bukhari/007.sbt.html
ABC des Islam, Allamah Tabatabai

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