Youm al-Quds – Der internationale Friedensmarsch

Am letzten Freitag des Monats Ramadan (Jumma-tul-Widah) demonstrieren weltweit Millionen Muslime gegen die Unterdrückung der Palästinenser. Dieser Gedenktag wurde vor 24 Jahren von Imam Khomeini ins Leben gerufen, um alle Menschen an das Leid des palästinensischen Volkes zu erinnern. Seitdem gehört „Der Tag von Jerusalem“ für viele Muslime zum integralen Bestandteil des Fastenmonats. Dieser Gedenktag soll die Muslime an ihre Verantwortung gegenüber den notleidenden Palästinensern erinnern, die tagtäglich unter Angst und Terror leben müssen. In Deutschland findet die Demonstration am letzten Samstag vor dem Ende des Fastenmonats in der Hauptstadt Berlin statt. An diesem Tag steht aber nicht nur der Nahost-Konflikt im Vordergrund. Die Teilnehmer stellen auch ihre Solidarität mit allen anderen unterdrückten Menschen auf dieser Welt dar.

Auf den Schultern der Menschen lastet eine große Verantwortung. Wir sind die Statthalter Allahs auf dieser Welt. Keine Schöpfung war bereit die Verantwortung für diese große Aufgabe zu übernehmen. „Wahrlich, Wir boten das Treuhänderamt den Himmeln und der Erde und den Bergen an; doch sie weigerten sich, es zu tragen, und schreckten davor zurück. Aber der Mensch nahm es auf sich (33:72).“ Die einzige Schöpfung die inbrünstig bereit war diese Herausforderung anzunehmen, war der Mensch. Wir sagten: „Ja! Wir sind bereit auf dieser Erde Frieden und Gerechtigkeit zu verbreiten.“ Aufgrund unserer Bereitschaft, übertrug uns unser Schöpfer die Verantwortung und machte uns zu Seinen Statthaltern. Alle Menschen tragen daher die Verantwortung für diese Welt und das Wohlbefinden aller darauf lebenden Geschöpfe.

Der Heilige Quran verbietet ausdrücklich zu unterdrücken, aber auch sich unterdrücken zu lassen. Der edle Prophet (ص) sagte: „Am Tage der Auferstehung wird ein Rufer mitteilen: „Wo sind die Unterdrücker und ihre Helfer, und diejenigen, die ein Tintenfass für sie vorbereiteten oder eine Tasche für sie befestigten oder eine Tinte für einen Stift für sie lieferten? So sammelt sie alle mit ihnen (den Unterdrückern)!“ Imam Ali (ع) sagte: „Möge Allah denjenigen barmherzigen, der ein Recht fördert und ein Unrecht abwendet, oder eine Ungerechtigkeit widerlegt und Gerechtigkeit stiftet.“  Der Islam ist eine Religion der Freiheit und der Selbstbestimmung und nicht der Unterdrückung und des Zwanges. „Es gibt keinen Zwang im Glauben; die Wahrheit ist nunmehr von der Falschheit deutlich unterschieden [2:256].“ Ein Muslim ist grundsätzlich verpflichtet, sich auf die Seite der Unterdrückten zu stellen, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören. Der edle Gesandte (ص) sagte: „Wann auch immer meine Gemeinschaft Gutes gebietet und Schlechtes verwehrt und Wohltätigkeit praktiziert, so werden sie in Freude und Wohlstand leben, unterlassen sie es jedoch, so bleibt ihnen der Segen verwehrt.“ Das Prinzip des Glaubens an die Gerechtigkeit Gottes mit seinen Auswirkungen auf den Menschen, verpflichtet jeden Muslim sich für Gerechtigkeit in seiner Familie, Nachbarschaft, Gesellschaft und in der Welt einzusetzen. Aus diesem Grund hat Imam Khomeini den Youm al Quds zur Pflicht gemacht für die Muslime (sofern man ohne Anstrengungen und Probleme daran teilnehmen kann). In diesem Jahr wird u.a. gegen die Entwicklung und Produktion von Massenvernichtungswaffen, gegen jede Art von Terrorismus und gegen die Verbreitung von Falschinformationen demonstriert.

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