Das Leben nach dem Tod – Barzakh

Barzakh bedeutet wörtlich „Barriere“. Es wurde für die Periode zwischen dem Tod und dem Tag der Wiederauferstehung genutzt. Während Barzakh wird einem nur sein korrekter Glaube und seine guten Taten unterstützen, um eine friedliche Zeit zu haben.

Imam Ja’far as-Sadiq (ع) sagte: „Wir werden zu eurem Gunsten vermitteln (um Vergebung bitten) am Tag des Gerichts, aber, bei Allah, ich bin besorgt um euch für die Periode, wenn ihr im Barzakh sein werdet.“

Sünder werden gestraft sein während dieser Periode. Der Heilige Qur’an bestätigt die Periode Barzakh, indem er sagt: „….Und vor ihnen ist ein Barzakh bis zu dem Tag, an dem sie erweckt werden.“ (23:100)

Die Gruppen im Barzakh

Es gibt 3 Gruppen im Barzakh:

  • Die wahren makellosen Gläubigen;
  • Die eingeschworenen (bestätigten) Ungläubigen und Heuchler
  • Diese, welche weder perfekte Gläubige noch eingeschworene Ungläubige sind.
  1. Die wahren makelosen Gläubigen:

Diese Gruppe der Leute ist perfekt in ihrem Glauben und tugendhaft in ihren Taten. Sie haben ein tadelloses Leben gelebt, und wenn es einen Fehler oder Sünde gab, haben ihre weltlichen Schwierigkeiten, wie Krankheit, Armut, Tod von den Nahen und Liebsten, lästige Nachbarn, und/oder Qual zu Zeit des Todes genügend gezählt als Zahlung für die Sünden, die sie begangen haben. Allah weiß, dass sie Belohnung verdienen; aber seit dem Tag des Urteils noch nicht gekommen ist, können sie nicht ins Paradies geschickt werden. Durch die Regel des Gesetzes sollten sie ohne irgendeine Belohnung bleiben, bis sie wieder auferstehen werden; aber durch die Gnade Allahs, werden sie ausgefragt über ihren Glauben und auf das Geben richtiger Antworten. Sie betreten einen Staat des Glücks, der ihnen die Befriedigung gibt, zu wissen, dass ihre Zukunft sicher ist. Sie finden Freude und Glück in ihrem Grab und warten eifrig auf den Tag der Wiederauferstehung.

  1. Die eingeschworenen (bestätigten) Ungläubigen und Heuchler:

Diese sind die Leute, deren Leben ohne gute Taten war, oder sollte es irgendwelche guten Taten geben, die sie leisteten, die weltlichen Segnung der Gesundheit, Reichtum, gute Familie und Freunde, Prestige und Kraft, etc. und/oder die Bequemlichkeit zur Zeit des Todes waren ausreichende Belohnungen. Allah weiß, dass ihr Platz in der Hölle ist; aber Er schickt sie dort nicht hin vor dem Tag des Gerichts. Um so einen Vorgeschmack ihrer Strafe zu geben, werden sie ausgefragt über ihren Glauben, und wenn sie nicht richtige Antworten geben, sind ihre Gräber in Zellen der Strafe gewendet; und sie wünschen, dass Qiyamah überhaupt nicht kommen würde.

Anmerkung: Die Belohnung oder die Strafe des Barzakh ist anders als die des Paradies oder Hölle. Die Belohnung oder die Strafe des Barzakh ist nur für die Seele. Es ist aus diesem Grund, dass wir niemanden im Grab belohnt oder bestraft sehen. In der Überlieferung von den Ma’sumeen (ع) wurde es verglichen mit glücklichen Träumen oder Albträumen.

  1. Weder perfekte Gläubige noch eingeschworene Ungläubige:

Diese sind die Kinder, die Irrsinnigen. Diejenigen, die aus irgendeinem Grund oder einem anderen den richtigen Pfad vom falschen Pfad nicht unterscheiden konnten. Diejenigen, die so weit aus der islamischen Umwelt draußen waren, dass sie sich der Wahrheit vom Islam nicht bewusst waren. Diejenigen, die nicht über den Islam bescheid wussten, jedoch keine Feinde des Islams waren. Diejenigen, deren religiöser Glaube nicht auf logischem Verständnis basierte, aber folgten nur das, was ihre Familien folgten, die Ungläubigen, die den Heiligen Propheten und die Ahlul Bayt lieben (ع) ohne zu wissen, dass sie die wahren Wegweiser waren, die von Allah geschickt worden sind. Solche Leute werden dem Befragen und dem Quetschen im Grab nicht ausgesetzt werden. Sie werden in einem Staat verlassen wie tiefer Schlummer, und Allah wird über sie am Tag des Gerichts entscheiden. Bis dahin, gibt es weder Belohnung noch Strafe für sie.
Diese Gruppe ist von den Gläubigen, die so viele Sünden begangen hatten, die von den weltlichen Schwierigkeiten und der Qual des Todes nicht ausgelöscht werden könnten. Wenn Allah entscheidet, dass so ein Gläubiger am Tag des Urteils rein von allen Befleckungen, und frei von allen Sünden, dann kann Er ihn unter Strafe während des Barzakh stellen. Es ist diese Strafe, welche auf das Hadith durch Imam Ja’far as- Sadiq (ع) zurückweist: „Wir werden zu eurem Gunsten vermitteln am Tag des Gerichts, aber, bei Allah, ich bin besorgt über euch, dieweil ihr im Barzakh sein werdet.“ Andererseits wenn Allah entscheidet, diesen Fall bis Qiyamah im Ungewissen zu lassen, dann wird es unter die 3. Gruppe fallen.

Alle diese Dinge verlassen sich auf die Gerechtigkeit und Gnade Allahs. Uns ist nicht genug erzählt wurden, um alle Details aller Gruppen zu kennen. Es ist um die 1., 2. und letzte Gruppe der Leute, die in Barzakh bestraft sein werden, dass der Heilige Prophet gesagt hat: „Wenn einer stirbt, beginnt seine Qiyama.“

Befragen im Grab

Gemäß Überlieferungen, nachdem einer begraben wurde und diejenigen, die gekommen sind, ihn zu begraben, weg gehen (es wird gesagt, dass 40 Schritte weg vom Grab ausreichend ist), kommen zwei Engel ins Grab. Einer heißt Munkar, der andere Nakir. Die Seele wird veranlasst, den Körper für Befragungen wieder zu betreten. Dann wird die Person (jetzt wieder lebend) gefragt: „Wer ist dein Rabb (Gebieter)? Wer ist dein Prophet? Was ist deine Religion? Was ist dein Buch? Was ist deine Qibla? Wer sind deine Imame?“

Talqeen bereitet die tote Person darauf vor, all diese Fragen zu beantworten. Seit es dem toten Körper lehrt, die korrekte Antwort zu den Fragen, welche gestellt werden.
Wer auch immer die Fragen richtig beantworten würde, würde Annehmlichkeit und Gnade in seinem Grab erhalten und den Garten der Freude im Akhirat; und wer auch immer nicht richtig antworten würde, für ihn würde die Kost kochendes Wasser in seinem Grab sein und Hölle in der nächsten Welt.

Befragungen im Grab beinhalten Fragen über Salaat, Zakaat, Hajj, Fasten und die Liebe zur Ahlul Bayt (ع). Wenn er ein Gläubiger ist und die Fragen richtig beantwortet, sagen ihm die Engel friedlich zu schlafen, und eine Tür ist offen in seinem Grab vom Paradies; er sieht einen Platz im Paradies. Dann wird seine Seele seinem Körper entnommen und wird in der Nachbarschaft der 14 Ma’sumeen (ع) platziert.

Nach der Befragung durch die Engel Munkar und Nakir im Grab, kommen Mubashir und Bashir den Gläubigen zu gratulieren, wenn sie erfolgreich geantwortet haben.
Wieder hilft die Liebe zu Imam Ali (ع) während der Befragung. Unser Heiliger Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع):

„Diejenigen, die dich lieben, werden an drei Stellen froh sein:

  • Zur selben Zeit des Todes. (Weil du dort sein wirst, sie zu besuchen)
  • Bei der Befragung im Grab (Da du ihnen die richtigen Antworten lehren wirst)
  • Zur Zeit des Kommens vor Allah (und du wirst dort sein, um sie einzuweisen).“

Sollte er ein kein Gläubiger sein und nicht richtig antworten, dann bestrafen die Engel ihn und eine Tür ist offen von der Hölle zu seinem Grab.

Nach der Befragung im Grab wird die Seele eines Gläubigen zu Wadi us Salam (das Tal des Friedens) geschickt; und die eines Ungläubigen zu Wadi ul Barhut (das Tal des Aufruhrs/Schwierigkeiten). Es wird gesagt, dass das Tal des Friedens in Najaf ist, wo die Seelen der Gläubigen in Frieden verbleiben, auf den Tag des Gerichts wartend; und über das Tal der Schwierigkeiten wird gesagt, das es in Jemen ist, wo die Seelen der Heuchler und Ungläubigen in Aufruhr verbleiben, ängstlich vor dem Tag der Wiederauferstehung.

Drücken im Grab

Imam Ja’far as Sadiq (ع) sagte: „Wer auch immer der Befragung im Grab unterliegt, wird auch darin vom Grab gedrückt, und derjenige, der von der Befragung freigestellt ist, ist auch vom Drücken freigestellt.“

Für einige Gläubige wird das Drücken wie das Umarmen zweier Freunde sein. Für einige sündhaften Gläubigen wird das Drücken heftig genug sein, um die Rippen zu brechen. Für Ungläubige wird das Drücken das Schlimmste sein.

Das Drücken ist nicht von dem Leichnam, welcher in der Erde begraben ist, abhängig. In den Worten des Imams (ع): „Der Gebieter der Erde ist auch der Gebieter der Atmosphäre.“

Und der Leichnam würde gedrückt werden, wenn er es verdient, ganz gleich in welcher Voraussetzung oder an welcher Stelle es sein wird.

Einst fragte ein Gefährte Imam Ali ar-Ridha (ع) ihn bezüglich, was er zu sagen hätte über die Toten welche, allerdings verpflichtend dem Drücken im Grab unterliegen, nicht tatsächlich im Grund begraben werden konnten. Der Imam (ع) antwortete: „Wenn sie durch die Tugend ihrer Taten zur Bestrafung im Grab benannt sind, werden sie sie erhalten, ganz gleich wo sie tot liegen, oder in was auch immer für einer Form sie sind. Ihre Seele wird die gleiche qualvolle Behandlung erhalten, wie der Körper durch diese heftige Umfassung des Grabes erhält.“

Raj’at – Qiyama-tul-sughra

Vor der gesamten Wiederauferstehung, dem endgültigen Tag des Gerichts oder Abrechnung, wird es eine Periode der Raj’at oder Qiyamate Sughra d.h. Teilwiederauferstehung geben, worin der Heilige Prophet (ص) und die Ahle Bayt (ع), eine Gruppe der Leute perfekt im Glauben, und eine Gruppe äußerst gemeiner Leute wird wieder zum Leben gebracht werden. Dies wird während der Periode stattfinden, wenn der Entgegensehende und der Erwartende Imam Mahdi (ع), der Zwölfte und der letzte Nachfolger des Heiligen Propheten (ص) auf dieser Erde erscheinen wird.
Imam Ja’far as Sadiq (ع) sagte: „Derjenige, der nicht an unsere Raj’at (Rückkehr) glaubt, ist nicht von uns.“

Dieser Glaube an Raj’at ist ein Gegenstand des Glaubens. Islam fordert von einen Muslim, essenziell an die Rückkehr jedes Ding zum Gebieter zu glauben, für das endgültige Gericht jeder Seele im Hinblick auf deren Glaube und Handlungen. Es gibt wiederholte Aussagen im Heiligen Qur’an, den Menschen informierend über diesen Tag und ihn warnend auf der Wache zu sein in diesem Leben auf der Erde, auf Wache in diesem Leben auf Erden, gegen die Vergeltung, welche sicher und gewiss statt finden wird. Es ist die Überzeugung über diese Tatsache, welche den Menschen auf dem richtigen Pfad halten würde, richtig geschützt gegen seine Verantwortlichkeit. Es ist natürlich, dass wenn ein Individuum nicht aufmerksam ist über sich oder seiner Verantwortlichkeit, nichts ihn oder sie aufhalten würde, eine Sünde oder ein Verbrechen zu begehen und mit dem Sinn seiner Verantwortlichkeit, würde einer sich nie trauen die Grenzen zu überschreiten, und würde immer geschützt bleiben.

Ein Muslim sollte und muss an Qiyamah glauben und in einem solch reinen Leben leben, welches ihm helfen würde, das Heilige Gericht einfach zu durchgehen und dem Leben ewig himmlische Freude bringen würde. Der fünfte Grundsatz des Glaubens ist der Glaube an Qiyamah. Der Glaube an diesen Grundsatz ist obligatorisch. Jeder Mensch ist individuell für seinen Glauben und seine Taten verantwortlich. Der Heilige Qur’an verkündet: „Und für alle sind Stufen gemäß dem, was sie tun, auf daß Er ihnen ihre Taten voll vergelte; und kein Unrecht soll ihnen widerfahren.“ (46:19)

Nach dem Tod werden alle Mensch wieder auferstehen, um gemäß ihres Verdienstes von Tugend und Untugend, belohnt und bestraft zu werden. Das derzeitige Leben ist nur eine Saison (Zeit) zur Nutzbarmachung und Bemühungen und das Leben nach dem Tod wird die Periode des Ertrags oder des Ergebnis sein. Wie, wenn einer jetzt säet, also sollte er dann ernten.

Erste und zweite Trompete

Der Klang der Trompete wird die erste Phase des Tags des Gerichts sein. Allah erwähnte es in vielen Ayats des Heiligen Qur’ans.

Also die Trompete wird zwei mal geblasen werden. Wenn sie zum ersten Mal geblasen wird, werden die Leute (und jedes andere Lebewesen) sterben. Nachdem sie zum zweiten Mal geblasen wird, wird jeder erwachen und es wird wahrhaftig der Tag des Gerichts sein.

Imam Zain al Abidin (ع) wurde gefragt: „Wieviel Zeit wird vergehen zwischen den zwei blasenden Trompeten?“ Er sagte: „So viel wie Allah es vermag.“ Dann wurde er gefragt: „Dann sag mir bitte, O Sohn des Propheten Allahs, wie wird die Trompete geblasen werden?“ Der Imam (ع) sagte: „Soweit es das erste Blasen betrifft, wahrlich Allah wird Engel Israfil kommandieren, welcher zur Erde kommen wird, und mit ihm wird eine Trompete sein; und die Trompete hat ein Mundstück und zwei Rohre; und der Platz zwischen den zwei Rohren wird wie der zwischen dem Himmel und der Erde sein.

Wenn die Engel Israfil mit seiner Trompete zur Erde herunterkommen sehen werden, werden sie sagen, ‚Wahrlich, Allah hat den Einwohnern der Erde befohlen zu sterben, und den Einwohnern des Himmels zu sterben.‘ Dann wird Israfil die Trompete einmal blasen, und der Laut wird von der Seite raus kommen, welche zur Erde zeigt und alle Lebewesen auf der Erde werden sterben; und dann wird der Laut von der Seite raus kommen, welche zum Himmel zeigt, und alle Lebewesen in den Himmeln werden sterben. Dann wird Allah zu Israfil sagen: ‚O Israfil, stirb.‘ Und er wird auch sterben. Und sie werden solange so verbleiben, wie Allah es wünscht.

Der Imam (ع) setzt fort: „Dann wird Allah eine laute Stimme hervorbringen, welche hindurch der Erde und den Himmeln gehört werden wird: ‚Wessen ist das Reich an diesem Tag?‘. Keiner wird irgendeine Antwort geben (so als ob keiner lebendig sein wird); dann wird ER SICH selbst antworten, indem er eine laute Stimme hervorbringt: ‚Es ist Allahs, dem Einzigen, des Allbezwingenden (Heiliger Quran 40:16); Ich habe alle Kreaturen bezwungen und gab ihnen den Tod; wahrlich, Ich bin Allah, es gibt keinen Gott außer Mir allein, es gibt keinen Partner für mich und ich habe die Kreaturen mit Meiner Stärke geschaffen und Ich ließ sie sterben mit Meinem Willen; und Ich soll sie wieder auferstehen lassen mit Meiner Stärke.

Dann wird Allah (wann immer er entscheidet) das zweite Blasen der Trompete veranlassen; der Laut wird von der Seite heraus kommen, welche zu den Himmeln zeigt; Einwohner dort werden lebendig werden und wie zuvor stehen, und das selbe wird mit den Leuten der Erde passieren. Die Leute werden nun für die Abrechnung (Rechenschafft für ihre guten und schlechten Tat abgeben) versammelt sein. Es ist wahrlich der Tag – der Tag des jüngsten Gerichts oder Qiyamah.“

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übersetzt von Um Hussain
Quelle: http://www.imamreza.net/eng/imamreza.php?id=3339
Anmerkung: Übersetzung weicht leicht vom Original-Text ab

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